Zum 125-jährigen Jubiläum spielt das Partenkirchner Bauerntheater ein packendes Freilichttheater

"Die Trutzige" hoch über Partenkirchen

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Beim „Panorama“ findet das Freilichtspiel des Partenkirchner Bauerntheaters eine perfekte Kulisse. Im Szenenbild beschließen die Dorfbewohner ein Komplott gegen die „Trutzige”: Von links: Mathias Wackerle, Franz Porer, Karl Grasegger, Peter Maurer, Regine Hörmann, Kerstin Grünauer, Georg Witting junior. Etwas oberhalb: Georg Reindl und Barbara Grasegger.

GAP – Ein besonderes Jubiläum, wie ein 125-jähriges Bestehen, verlangt nach einem besonderen Stück. Und das Partenkirchner Bauerntheater, es besteht seit dem Jahre 1892, hat sich auch etwas Besonderes einfallen lassen. Mit der Umsetzung von Ludwig Anzengrubers „Die Trutzige” als Freilichtspiel hoch über Partenkirchen beim „Panorama” gelang dem Ensemble ein großer Wurf.

Nicht nur dass die Bauernkomödie des Publizisten, Erzählers und Dramatikers Ludwig Anzengruber (1839-1889) eine anspruchsvolle Vorgabe war, die Umsetzung oblag Dr. Helmut Schorlemmer, in Partenkirchen aufgewachsen und nunmehr künstlerisch in München tätig. Seine Inszenierung baut darauf, dramaturgisch die eh schon bewährte Truppe weiter zu formen und Persönlichkeiten des Spiels herauszuarbeiten. Bei einem Freilichttheater hat auch eine so traditionsreiche Theatergemeinschaft wie jene aus Partenkirchen die Chance, sich einmal anders zu präsentieren, als sonst auf den Brettern der Rassen-Bühne. 

Und den lauschigen Platz in der Natur hat das 26-köpfige Ensemble auch optimal genutzt. Für den Besucher erschließt sich eine großartige Kulisse: Der kleine Gebirgsbach rauscht, am Brunnen sprudelt das Wasser, die extra errichtete Almhütte reiht sich bestens neben dem Ausschank und der Tanzbühne ein. Und auch die Handlung des Stücks ist höchst aktuell. Heute würde man sagen, es wurde „gemobbt”, zu Zeiten Anzengrubers kannte man diesen Begriff nicht. Aber Neid, Missgunst und der Dorftratsch waren dagegen nichts Unbekanntes. Mit diesen Vorurteilen und einem Komplott hat im Stück die Stoaklopfer-Liesl, jene „Trutzige” – sehr glaubwürdig gespielt von Brigitte Radu – hoch oben auf der Gundl-Alm zu kämpfen. „Dös Weibstück verdirbt uns den ganzen Kurchta”, ist zu hören. Und die feine Dorfgemeinschaft schmiedet einen Plan. Mittels eines arglistigen Spiels soll ihr der Wegmacher-Martl (sehr überzeugend Sepp Hellweger) seine Zuneigung vorgaukeln. Aber die Liesl durchschaut die Pläne und nennt ihn einen Halunken. Doch es kommt noch schlimmer: Die Dörfler zetteln nämlich ein Haberfeldtreiben bei der „Trutzigen” an. Mit Schellen, Trommeln und Fackeln machten sich die Vermummten auf zur „Gundl Alm”.

„Danke für dieses Stück und die großartige Leistung”

Schorlemmer versteht es vortrefflich, die fast komplette Theatergruppe gekonnt auf dem Almgelände einzusetzen. Als Musikanten, Tänzer oder Gäste des Kirchweihtanzes. Also herrscht Kurzweil und gerade die Einlagen des Gstanzlsängers Toni Weinberger, manchmal sogar im gekonnten Duett mit Lisbeth Frischmann, sind allererste Sahne. . Noch hielt das Wetter an diesem Premierenabend, nachdem sich kurz vor der Vorstellung bereits Sonnenstrahlen und Regen abwechselten. Minuten vor Schluss erwischte es Zuschauer und Darsteller dann doch noch. Ein kräftiger Guss konnte aber den Laienschauspielern nichts anhaben. Lediglich die Diatonische von Thomas Jocher verschwand hinter einer schützenden Folie. Ponchos regierten dann bei den Zuschauern. Nach dem lang anhaltenden Schlussapplaus stand Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer spontan auf. „Danke für dieses Stück und die großartige Leistung”. Dem konnten sich die weiteren Ehrengäste und das Premierenpublikum nur anschließen. Und Theaterleiter Peter Maurer, er spielte in einer weiteren Hauptrolle den „Lipp”, war nach der geglückten Premiere sichtlich stolz auf seine Truppe. Wie das Stück letztlich ausgeht und ob es für die Protagonisten ein gutes Ende nimmt, davon können sich die Zuschauer noch an fünf weiteren Vorstellungen überzeugen. 

Weitere Vorstellungen:

Diese finden am 22. Juli /28. Juli / 30. Juli und 4. August, jeweils um 20 Uhr statt. Vorverkauf bei GAP-Ticket und beim Kreisboten-Verlag. Achtung: Parkmöglichkeiten bestehen nur am Wankbahnhof.

Von Klaus Munz

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