Die "Schnitzschule" als Talentschmiede

150-Jahrfeier der Schulen für Holz und Gestaltung in Garmisch-Partenkirchen

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Die Schulen für Holz und Gestaltung des Bezirks Oberbayern in Garmisch-Partenkirchen feiern an diesem Wochenende ihr 150-jähriges Jubiläum. Das Archivfoto zeigt den alten Schulgarten, in dem gezeichnet wurde.

1869 wird in Partenkirchen die Distrikts-Zeichen- und Schnitzschule Werdenfels mit „Filial-Zeichnungsanstalten“ in Oberammergau und Mittenwald gegründet. Die Lehranstalt, die in zwei Räumen des Magistratsgebäudes der Gemeinde beheimatet war, sollte vor allem jungen Einheimischen eine wirtschaftliche Perspektive geben und die damals wirtschaftlich schwache Region beflügeln. Die Schnitzwaren wurden überregional verkauft und schnell eroberte sich die Schnitzschule, wie sie heute noch von vielen Einheimischen genannt wird, einen guten Ruf in ganz Bayern.

Ihre höchste Handfertigkeit präsentiert die Schule sogar auf verschiedenen Weltausstellungen Ende des 19. Jahrhunderts; auch die Zeit der beiden Weltkriege überdauert sie trotz Schwierigkeiten. Die Entwicklung der Schule ist dynamisch, so dass 1954 der Bezirk Oberbayern die Trägerschaft vom Landkreis übernimmt und bis heute einen Schulkomplex führt, der in seinem Angebot einzigartig ist: Unter einem Dach ergänzen sich vier Schulzweige – die zwei Erstausbildungen zum Schreiner/ zur Schreinerin bzw. zum Holzbildhauer/Holzbildhauerin, ferner die Vollzeitfortbildung zum Schreinermeister/in und darauf aufbauend die Vertiefung zum staatlich geprüften Raum- und Objektdesigner/in. 

Der gute Ruf der Schulen für Holz und Gestaltung als vielfältiges Zentrum handwerklich-gestalterischer Aus- und Weiterbildung wird auch an dem Ansturm auf die Ausbildungsplätze deutlich. Die kostenlosen Schulplätze sind begehrt, auf jeden der 150 Plätze kommen vier Bewerber. Von bescheidenen Anfängen hat sich die Einrichtung zu einem Bildungszentrum für das Holzhandwerk entwickelt, das deutschlandweit einmalig ist. An diesem Wochenende nun wird das Jubiläum mit einem besonderen Programm gefeiert. Am Samstag, 20. Juli, öffnen sich die Schultore an der Hauptstraße 70, um 10 Uhr. Ausstellungen, das Szenenspiel „Holz macht Schule“ um 11 Uhr (lesen Sie mehr auf Seite 2 unserer aktuellen Mittwochs-Ausgabe, auch als e-Paper erhältlich), eine Podiumsdiskussion ab 14.30 Uhr, Lounge-Gespräche in der Fachakademie sowie Informationen über die Berufsfachschulen und die Meisterschule wechseln sich ab. Am Abend, 19 Uhr, folgt ein Kabarett und ab 21.30 Uhr gibt es Livemusik. Der Sonntag, 21. Juli, bietet von 10 bis 14 Uhr Ausstellungen und einen musikalischen Frühschoppen. tra

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