Gemeinderat Garmisch-Partenkirchen legte die Kosten dar

Was das abgesagte Strauss-Festival kostet

Strauss-Festival
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Der künstlerische Leiter des Festivals, Prof. Alexander Liebreich, blickt mit seinem Team nach vorn: „Wir wollen im Juni 2021 mit voller Kraft das Thema HUMANITAS.MENSCH in Garmisch-Partenkirchen und seinem wunderbaren Werdenfelser Land bei Konzerten und Begegnungen in der Natur wieder aufgreifen und feiern.“

Das Strauss-Festival 2020 konnte nicht stattfinden und wird im kommenden Jahr durchgeführt. Die Kostenseite beschäftigte jetzt den Gemeinderat.

GAP – Auf der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden auch die Kosten zum abgesagten Richard-Strauss-Festival besprochen. Am 30. April erhielt der Markt bekanntlich den Bescheid vom Landrats­amt Garmisch-Partenkirchen, in dem die Durchführung des diesjährigen Richard-Strauss-Festivals aufgrund der Corona-Pandemie untersagt wurde. Die behördliche Anordnung zog Stornierungen und Vertragsauflösungen nach sich. Kosten in Höhe von 222.000 Euro fallen an. Diese Summe wurde in erster Linie in die Erarbeitung des Richard-Strauss-Festivals 2020 investiert. Personalkosten und Werbekosten machen den Großteil dieser Summe aus. 

Der Markt hatte für das Festival 2020 Eigenleistungen in Höhe von 330.000 Euro bereitgestellt und muss nun die tatsächlich anfallenden Kosten in Höhe von 220.000 Euro tragen. Eine Ausfall-Versicherung, die die coronabedingte Absage hätte abfedern können, gibt es nicht. Dies war bisher auch nicht vorgesehen, denn das Strauss-Festival, dass unter der Leitung von Prof. Alexander Liebreich seit einigen Jahren auch auf zugkräftige Open-air-Veranstaltungen setzt, kann ja im Schlechtwetterfall (und diesen gilt es in der Regel zu versichern) jeweils einen Ausweichspielort anbieten. Den Fall einer Pandemie, wie er jetzt aufgetreten ist, hatte niemand auf dem Schirm. 

Der zugesagte Zuschuss durch den Freistaat Bayern in Höhe von 225 000 Euro kommt zur Kostendeckung ebenfalls nicht zum Tragen, da durch die Absage „der Zuwendungszweck“ nicht erreicht wurde. Hätte der Markt Garmisch-Partenkirchen als Veranstalter das Festival übrigens ohne behördliche Anordnung durch das Landratsamt abgesagt, hätte zwar ein Teil der bereits erfolgten Aufträge ohne größere Schwierigkeiten zurückgezogen werden können. Dennoch wären in vielen weiteren Fällen Streitigkeiten und Schadenersatzforderungen (vor allem durch die Künstler/-innen) die Folge gewesen. Insgesamt – so rechnet es die Verwaltung hoch – wären im Zuge einer Eigenabsage die Gesamtkosten höher ausgefallen und hätten bis zu 578.000 Euro ergeben. Das Team des Richard-Strauss-Festivals schaut nach vorn: Das Programm unter dem Leitbild „HUMANITAS.MENSCH“ soll nun vom 18. bis 27. Juni 2021 stattfinden.    tra

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