Einbahnregelung für Wanderwege, Ortsführung per Telefon: Murnau hat sich viel einfallen lassen

Mit Abstand den besten Urlaub bieten

Urlaub in Murnau
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Gästeführerin Traudl Bergmeister begleitet durchs Moor – ab sofort als „Frau im Ohr”.

Murnau – Wenn am 30. Mai der Startschuss für die bayerische Tourismusbranche fällt und Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze wiedereröffnen, liegen hinter Murnaus Hoteliers und Touristikern intensive Planungswochen. Mit ausgefallenen Ideen wie zu „Einbahnstraßen“ umfunktionierte Rundwege, Kunst und Kultur an der frischen Luft oder smarte Stadtführungen sorgt der Markt für Urlaubhighlights.

„Es macht Spaß zu sehen, wie Gastronomen, Hotelbesitzer und viele andere Beteiligte an einem Strang ziehen, um maximale Sicherheit für unsere Gäste und die Einheimischen zu gewährleisten“, sagt Alexandra Thoni, Leiterin der Tourist Information Murnau. „Dabei schauen alle jetzt nur nach vorn.“ Was man durchaus wörtlich verstehen darf: So geht’s auf vielen Rundwegen nur noch in eine Richtung. Sie werden als Einbahnstraßen ausgeschildert, damit sich niemand in die Quere kommt. „Das ist besonders wichtig für den Bohlenweg, der zu schmal zum Ausweichen ist“, erklärt Thoni. Der beliebte Holzweg ist Teilstück eines 12 km langen Rundwegs durch das von Mooren, Feuchtwiesen und Waldstücken durchzogene Moos. Mitteleuropas größtes Alpenrandmoor bietet vielen bedrohten Tier- und Pflanzenarten ein Refugium und dank gut ausgebauter Wander- und Radwege auch Naturliebhabern die Gelegenheit, durch eins der schützenswertesten Paradiese Bayerns zu streifen. „Freilich warten in Murnau noch viele schöne Orte mehr darauf, entdeckt zu werden“, sagt die Tourismus-Chefin. Aus diesem Grund markiert der Markt derzeit zahlreiche weitere Rundwege als „Einbahnstraßen“. So auch den Guglhör-Weg, der immer entlang eines Höhenrückens mit Zugspitzblick führt. Der 5,8 km lange Höhlmühle-Rundweg nordöstlich von Murnau geht über Forst- und Waldwege und besticht ebenfalls durch seine Ausblicke – südlich auf Riegsee und Murnau bis ins Wettersteingebirge oder nördlich bis hinüber zum Starnberger See. Konditionsstarke kombinieren beide Rundwege. Kulturinteressierte wählen wahrscheinlich den One-Way-Spaziergang durch Murnau über die Kottmüller-Allee zum Gabriele-Münter-Haus. Auch geführte Touren wird es wieder geben – mit kleinen Neuerungen: Interessierte können vorerst nicht mehr spontan am Sammelplatz erscheinen, sondern buchen und zahlen vorab auf www.murnau.de ihre Tour. „So können wir die Gruppengröße regulieren und es muss niemand mehr dem Gästeführer das Bargeld in die Hand drücken“, erklärt Thoni. Mit der „Kulturmeile Blaues Land“ hat Murnau ein Angebot für kunst- und geschichtsinteressierte Besucher in petto, das noch aus Vor-Corona-Zeiten stammt, aber auch in diesem besonderen Sommer sorgenfreien open-air-Kulturgenuss ermöglicht: Die „Kulturmeile“ führt zu zahlreichen kulturellen Höhepunkten des Blauens Landes. In Murnau geht’s durch die Fußgängerzone und zum Schloßmuseum, das derzeit mit zwei Sonderausstellungen und einem ausgeklügelten Wegleitsystem aufwartet. Auch an einer der ältesten Kirchen Oberbayerns, dem Ähndl am Rande des Mooses, gibt es einen Stopp. Detaillierte Infos zu den einzelnen Stationen erhalten die Spaziergänger mittels einer Audiodatei, die sich auf dem Telefon abspielen lässt.

Auf der sicheren Seite sind Urlauber in Murnau und im Blauen Land schon bei der Buchung: Wer einen Aufenthalt (bis 30.11.2020) bei teilnehmenden Gastgebern bucht, kann bis eine Woche vor Anreise kostenlos umbuchen, egal, aus welchen Gründen er verhindert ist. Wer eine Anzahlung getätigt hat, erhält eine bis November 2021 gültige Gutschrift, die im Falle der Nichteinlösung ausgezahlt wird. kb

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