Das Staatliche Bauamt Weilheim informiert

Alle Infos zur B 2 Vollsperrung bei Oberau

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Im Herbst vergangenen Jahres sorgten Felsabbrüche bereits für Sperrungen der B2. Aufgrund dieser Ereignisse wurde eine Beurteilung von Experten veranlasst – ein dringender Handlungsbedarf wurde festgestellt. Noch vor dem Winter muss ein neuer Steinschlagschutzzaun errichtet werden.

Was wird auf Anwohner, Pendler, Durchreisende und Gäste im Oktober zukommen? Der Streckenabschnitt der B 2 zwischen Eschenlohe und Oberau muss aufgrund von Rodungsarbeiten für fünf Tage vom Dienstag, 8. Oktober, bis Samstag, 12. Oktober, komplett gesperrt werden. Im Anschluss werden die Baumaßnahmen für einen neuen Steinschlagschutzzaun bis zum 6. Dezember unter halbseitiger Sperrung fortgeführt. Über den Ablauf und wichtige Maßnahmen informierte kürzlich das Staatliche Bauamt Weilheim.

Aufgrund mehrerer Felsstürze, die im Herbst 2018 sogar zum Durchschlag des bestehenden Steinschlagschutzzauns geführt hatten, sowie der Beurteilung von Fachleuten im Frühjahr diesen Jahres, wurde das Risiko für den Straßenverkehr auf der B 2-Strecke zwischen Eschenlohe und Oberau sehr hoch eingestuft, so dass ein dringender Handlungsbedarf vorliegt. Um eine dauerhafte Sperrung zu vermeiden, muss noch vor Eintreffen des Winters ein neuer Steinschlagschutzzaun errichtet werden, der ein ausreichendes Aushaltevermögen für möglicherweise große, herabfallende Fels­brocken besitzt. Da der neue Zaun eine hohe Dynamik aufweist, wird es notwendig sein, den unteren Teil des Hanges komplett zu roden. Es handelt sich dabei um einen 15 bis 20 m breiten Streifen, auf dem mehr als 400 Bäume wachsen. Für die Rodungsarbeiten werden schwere Gerätschaften eingesetzt, so dass eine durchgängige Vollsperrung auf dieser Strecke unumgänglich ist. 

Umfahrungsstrecken und Bahnverkehr

Nachdem die A 95 direkt in die B 2 und damit in den Baubereich mündet, wird der Verkehr an der Anschlussstelle Murnau/Kochel von der Autobahn umgeleitet. Die westliche Umfahrungsroute verläuft über Murnau durch das Ammertal. Eine weitere Möglichkeit bietet die östliche Umfahrung über Kochel, Walchensee und Krün. Ein Ausweichen des Pkw-Verkehrs über verbotene Schleichwege (Forst- und Wirtschaftswege) wird durch bauliche Sperrungen ausgeschlossen. Der Zugverkehr wird durch die Arbeiten nicht beeinträchtigt. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, besitzt sie jedoch keine Kapazitäten für den Einsatz zusätzlicher Züge.

Fristeinhaltung wird zugesichert 

So unangenehm die Folgen der Vollsperrung sein mögen, so ist sie doch für den Erhalt der Sicherheit aller Pendler und Gäste unumgänglich. Auch dem Staatlichen Bauamt ist daran gelegen, den Zeitraum der Vollsperrung so gering wie möglich zu halten. Aus diesem Grund wurden der beauftragten Rodungsfirma für jeden Tag, an dem sie früher fertig wird, Bonuszahlungen in Aussicht gestellt. Zwar können die Rodungsarbeiten aus arbeitsschutztechnischen Gründen nicht bei Dunkelheit stattfinden, doch Aufräumarbeiten können dennoch durchgeführt werden, so dass während der Sperrung auch Nachts die Geräte nicht still stehen werden. „Nach den Gesprächen mit der beauftragten Rodungsfirma gehe ich nun zu 100 Prozent davon aus, dass die Frist eingehalten, wenn nicht sogar unterschritten wird“, versichert Nadine Heiß, Abteilungsleiterin Straßenbau für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Wie geht es nach der ­Vollsperrung weiter? 

Nach Abschluss der Rodungsarbeiten kann unter halbseitiger Fahrbahnsperrung weitergearbeitet werden. Bis zum 6. Dezember wird das im bestehenden Schutzzaun aufgefangene Felsgut verräumt und der neue Steinschlagschutzzaun unterhalb des alten Zaunes errichtet, bevor dieser wiederum abgebaut wird. Um die Stauverursachung während dieser Zeit möglichst zu reduzieren, hat das Bauamt verschiedene Strate­gien erarbeitet, die mit den beauftragten Firmen vertraglich festgelegt werden. Die Baustellenabschnittslänge wird auf maximal 100 m festgelegt, es handelt sich also um eine „Wanderbausstelle“, durch welche die einspurige Strecke möglichst kurz gehalten werden soll. Des Weiteren kann die automatische Ampelregelung manuell nachjustiert werden, um Fehlschaltungen aufgrund von großen Fahrzeug­abständen zu vermeiden. Sofern es die Arbeiten platzbedingt zulassen, wird der Verkehr außerdem zweispurig an der Baustelle vorbei geführt. 

Enge Zusammenarbeit zwischen den Behörden 

Die betroffenen Unternehmen und Behörden wollen eng zusammenarbeiten, um einen möglichst reibungslosen Ablauf der Baumaßnahmen zu ermöglichen. Dazu gehören auch Polizei, Straßenmeisterei, Rettungsdienst und Deutsche Bahn. Bereits bei der Vollsperrung der B23 zwischen Grainau und Griesen im Mai diesen Jahres verlief die Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Institutionen sehr gut, es handelt sich also um eine eingespielte Kooperation. Die geplanten Maßnahmen lassen hoffen, dass die Folgen der Sperrungen möglichst gering gehalten werden und die beteiligten Verkehrsteilnehmer die Zeit bis zum 6. Dezember einigermaßen gut überbrücken. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, wenn möglich, auf die Bahn auszuweichen. 

Aktuelle Informationen findet man auch auf der Internetseite des Staatlichen Bauamts Weilheim unter: www.stbawm.bayern.de.              moc

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