Am Stadel der Weidegemeinschaft Wallgau fand ein zünftiges Almfest statt

Almabtrieb der Rinder: Wallgau feiert Ende des Almsommers

Almabtrieb
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Im Bild (v.l.): Hans Weber, Hirte Hannes Tiefenbrunner, Elisabeth Holzer, Johannes Niklas, Josef Berwein sen., Hans und Guggi Tiefenbrunner.

Wallgau – Wie ein bekanntes bayerisch-tirolerisches Volkslied sagt „Da Summa is aussi, i geh owe ins Doi. Pfiadi Gott mei liabe Oima, Pfiadi Gott tausendmoi!“ so ist es im Frühherbst, wenn sich die Blätter langsam färben und der Morgennebel über den Tälern liegt, für die Weidetiere Zeit ins Tal heimzukehren. Und so fand am vergangenen Samstag der jährliche Almabtrieb der Weidegemeinschaft Wallgau statt.

Allen voran führte Hirte Johannes Tiefenbrunner, der „Beck´n Hannes“ seine Rinder sicher von der Wallgauer Alm zurück zum Gemeinschaftsstadl an der Finz. Begleitet wurde er von den heimischen Bauern, welche ihm die rund 65 Rinder, darunter 20 Ochsen, nun schon den dritten Almsommer anvertraut haben.

Jeden Morgen von Mitte Mai bis Anfang September schaut der „Beck´n Hannes“ stundenlang nach dem Vieh, welches über mehrere Kilometer auf der Sommerweide rund um die Wallgauer Alm im Estergebirge verteilt weidet. Den Lockruf kennen die Tiere bereits bestens und wissen, dass ihr Hirte immer etwas in seiner „Miaddasch‘n“ für sie bereit hält. Und so zählt Hannes jeden Tag, ob alle beisammen sind, schaut ob es ihnen gut geht und an nichts fehlt. Da auch in Coronazeiten, unter Einhaltung bestimmter Regeln, die Wallgauer Alm bewirtschaftet wurde, hatte Hannes mit Elisabeth Holzer eine große Hilfe an seiner Seite. Auch seine Eltern Hans und Guggi Tiefenbrunner unterstützen ihren Sohn mit Kuchen backen, Kochen und Bedienen.

Josef Berwein, Hannes Tiefenbrunner und Karl-Heinz Schwaiger führten den Abtrieb an.

Nachdem nun Mensch und Tier wieder gesund und von der langen Strecke mehr oder weniger erschöpft angekommen waren – der Abstieg dauerte rund eineinhalb Stunden, was für die Rinder einem Dauerlauf gleicht – veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr Wallgau, selbstverständlich unter Einhaltung der geltenden Coronaregeln, ein zünftiges Almfest.

Von feiner Bratwurst bis zu „Ochsenfetzen“ in der Semmel, frisches Mittenwalder Märzen bis zu liebevoll selbstgemachten Kuchen und Torten mit frischem Kaffee der hiesigen Bäuerinnen, war alles da, was das Schlemmerherz begehrte. Ein besonderes Highlight war der „Feuerwehr-Howa“, eine Art Kartoffelschmarrn, welcher in riesigen gusseisernen Pfannen in Butterschmalz rausgebacken wird. Entweder genießt man ihn deftig mit Sauerkraut oder süß mit Apfelmus. Die „Tank´n Musi“ spielte zünftig ein Stück nach dem anderen und erntete reichlich Applaus.

Nach einer Verschnaufpause wurden die Rinder auf eine Weidefläche in Wallgau weitergetrieben, wo sie in den darauffolgenden Tagen von ihren jeweiligen Besitzern auf die Heimweiden gebracht werden. Dort dürfen sie bis ca. Kirchweih den Herbst genießen bis es dann zurück in den heimischen Stall geht. Regina Berwein

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