"Apostel des Umweltschutzes"

Mit guten Nachrichten war Umweltminister Markus Söder zur Jahresversammlung des Deutschen Alpenvereins (DAV) nach Kempten gekommen: Künftig wolle der Freistaat Bayern seinen Beitrag zum alpinen Wege- und Hüttenunterhalt von bislang 120000 auf 620000 Euro aufstocken, verkündete er bei der Pressekonferenz im Vorfeld der Versammlung.

Damit steige der Fördersatz zum Bau und Unterhalt der Wege von 20 auf 50 Prozent. Rückwirkend zur Jahresmitte werde zudem die umweltgerechte Sanierung von Alpenvereinshütten unterstützt. DAV-Präsident Prof. Dr. Heinz Röhle begrüßte die Ausweitung der bisher nur Wege-Förderung auf Hütten und besonders deren Nutzung von Umwelttechnologien wie Solar- oder Kläranlagen. In seinem Grußwort zur Hauptversammlung lenkte Söder die Aufmerksamkeit auf den Klimawandel. Unter anderem sei durch Abschmelzen der Permafrost-Böden verstärkt mit Hochwasser zu rechnen, bedeutete er. Der „DAV ist einer unserer wichtigsten Partner“ bei den Herausforderungen der Klimaerwärmung“, dankte er den „Aposteln des Naturschutzes“ für ihre „gute Arbeit“. Überzeugt von deren Wirken, machte er direkt im Anschluss an die Rede seinen Beitritt in der Sektion Nürnberg dingfest. Auch Staatssekretär Dr. Gerd Müller (CSU) war voll des Lobes für den deutschlandweit 850 000 Mitglieder zählenden Verein. Er sei einer der größten „Natur- und Umweltverbände in Europa und einer der größten Jugend- und Ehrenamtsorganisationen in Deutschland“, hob er hervor. Die wesentlichen Aufgaben sah er im Klimaschutz, naturverträglichen Tourismuskonzepten, Spitzensport mit naturverträglichen Konzepten, Unterstützung der Bergbauern und die Pflege der vielfältigen Kultur in den Alpen. Die Olympiabewerbung für 2018 sah er wegen des geplanten Baus von Wintersportstätten in Garmisch mit „Distanz“, da in Oberstdorf für die nordischen Disziplinen Anlagen vorhanden seien. Wie sein Vorredner Söder verkündete auch der Generaldirektor des Olympischen Sportbundes (DOSB), Dr. Michael Vesper, seinen DAV-Beitritt. Das Wort des vor 140 Jahren gegründeten DAV „hat Gewicht auch im Sport“, machte er den „enorm wichtigen Dialog“ zwischen den beiden Bereichen deutlich. Sportler seien am Erhalt der Natur interessiert, erklärte er die „sehr wertvollen Beiträge des DAV“ bezüglich der Olympiabewerbung zu nutzen. „Umwelt und Sport sollen bei dieser Bewerbung Doppelpass spielen“, betonte er. Da sich seine 11000 Mitglieder starke Sektion Allgäu-Kempten stark mit den Themen Hütten und Wege beschäftige, hoffte deren Vorsitzender Harald Platz, etwas von Söders Geldern abzubekommen, wie er kund tat. Und Kemptens OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), „seit frühester Jugend Mitglied im DAV“, wünschte sich, dass alle Gäste nach ihrem Aufenthalt in Kempten „gern wiederkommen möchten“.

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