Arbeitskreis "Schule-Wirtschaft" präsentiert sich mit neuen Ideen und neuer Vorstandschaft

Nachwuchs in der Region halten

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Von links: Markus Köpf, Veronika Kleiber und Ludwig Fischer bilden die neue Vorstandschaft des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft in unserem Landkreis.

Landkreis – Im dreißigsten Jahr seines Bestehens präsentiert sich der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft mit einer neuen Vorstandschaft.

„Die Schule braucht die Wirtschaft; die Wirtschaft braucht die Schule“ – das ist in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels eine Binsenweisheit. Zentrale Aufgabe der Arbeitskreise, die es nahezu in ganz Bayern gibt, ist der Austausch zwischen weiterführenden Schulen und der regionalen Wirtschaft. Gemeinsam stellt man sich den Herausforderungen, um die wichtige Schnittstelle zwischen Schule und Beruf bzw. dualem Studium zu fördern. Besonders erfolgreich hat sich hierbei die „Zukunftsmesse“ zur Studien- und Berufswahl in Garmisch-Partenkirchen entwickelt, die mit den Jahren so umfangreich und vielfältig wurde, dass die Organisation mittlerweile bei der Zugspitz Region GmbH liegt. Das gemeinsame Bestreben, die berufliche Orientierung für Schülerinnen und Schüler praxisnah mitzugestalten, wird von einem weiteren Ziel getragen: Den Nachwuchs in der Region zu halten.

Angesichts der nun 30-jährigen Geschichte stellte Landrat Anton Speer fest, dass sich der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft in unserer Region als maßgebliche Austausch- und Kooperationsplattform von regionaler Wirtschaft und den Schulen im Landkreis etabliert hat. Getragen wird die Arbeit durch ehrenamtliches Engagement und so dankte der Landrat insbesondere dem langjährigen, bisherigen Vorsitzenden des Wirtschaftsbreichs, Karl Keilhauer, für sein verdienstvolles Wirken in diesem Gremium, der mit der Silbernen Ehrennadel der Arbeitskreise Schule-Wirtschaft Bayern verabschiedet wurde.

Wenn es in den vergangenen fünf Jahren etwas ruhiger um den Arbeitskreis war – sieht man von der Zukunftsmesse einmal ab – lag das am zahlreichen Personalwechsel am Staatlichen Schulamt. Nun hat sich die Vorstandschaft neu aufgestellt „und kann den Faden wieder aufnehmen“, wie Markus Köpf betont. Schulrat Markus Köpf (Schulamt) als neuer Vorsitzender des Schulbereichs, Ludwig Fischer (Fa. Langmatz) als neuer Vorsitzender des Wirtschaftsbereichs und Veronika Kleiber (Mittelschule Oberammergau) als neue Geschäftsführerin des Arbeitskreises, gehen engagiert und mit neuen Ideen an die Arbeit, um in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern wichtige Bildungsprojekte in der Region zu fördern.

Die vielen Herausforderungen engagiert annehmen

Schon in den 1980er Jahren fing man im Landkreis an, ein Netzwerk zwischen Schule und Wirtschaft zu knüpfen, auch wenn man damals den Begriff des „Netzwerkens“ noch nicht benutzte. Im Laufe der Jahre wurden die Bemühungen konkreter. Der Arbeitskreis setzte vor allem dort an, wo der Übergang von Schule zum Beruf nicht optimal lief. Eine praxisnahe Kooperationen zwischen Schulen und regionalen Unternehmen wurde initiiert. So wurde die berufliche Orientierung für Schülerinnen und Schüler praxisnah mitgestaltet. Damals wurden sogenannte „Berufsfindungstage“ aus der Taufe gehoben, aus denen sich dann im Laufe der Jahre die branchenübergreifende „Zukunftsmesse“ entwickelte. Aktuell ist diese für alle Schülerinnen und Schüler ab der 8. Jahrgangsstufe eine willkommene Gelegenheit zur Berufsorientierung und Berufsfindung. Im vergangenen Jahr hatten sich 77 Ausbildungsbetriebe und Unternehmen beteiligt – ein Rekord, wie Sebastian Kramer von der Zugspitz Region GmbH hervorhebt.

Die Silberne Ehrennadel der Arbeitskreise „Schule-Wirtschaft“ Bayern und ein großes Dankeschön vom Landkreis ging an Karl Keilhauer (links), der die Ehrung aus den Händen von Landrat Anton Speer erhielt.


Bei der Zugspitz Region GmbH wurde im vergangenen Jahr auch der erstmals der „Ausbildungskompass“ initiiert – ein hochwertiges Nachschlagewerk, das die Ausbildungslandschaft der gesamten Region (enthalten sind auch die Nachbarlandkreise) abbildet. Denn bei der Zugspitz Region GmbH hat man, wie auch bei der IHK, der Kreishandwerkerschaft und anderen Verbänden längst erkannt, „dass man der Abwanderung der Nachwuchskräfte entgegenwirken muss“, wie Zugspitz Region-Geschäftsführer Sebastian Kramer betont. Dies sei die aktuelle Herausforderung, betonen die beiden Vorsitzenden des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft, Markus Köpf und Ludwig Fischer unisono. Ludwig Fischer, Bereichsleiter Technik bei der Fa. Langmatz in Garmisch-Partenkirchen, tritt in die Fußstapfen von Karl Keilhauer und will die Möglichkeiten von dualen Studiengängen stärker ausgelotet sehen. Er selbst hatte diesen Bildungsweg für sich genutzt und sieht viele Vorteile. Bei der Fa. Langmatz gibt es derzeit vier solcher Studiengänge, auch andere Unternehmen bieten dies vereinzelt an. „Aber diese Form der hochqualifizierten Ausbildung sollten wir stärker ins Gespräch bringen und ausloten, welcher Bedarf und welche Möglichkeiten unser Landkreis hier bietet“, sagt Ludwig Fischer.

Veronika Kleiber, die als Lehrerin an der Mittelschule Oberammergau tätig ist, weiß, wie schwer sich die Jugendlichen mit Bewerbungen tun. Sie wird ihre konkreten Erfahrungen aus der Berufspraxis ebenfalls in das Gremium einbringen. Nicht nur in ihrer Funktion als Geschäftsführerin des Arbeitskreises, sondern künftig auch als Expertin für die Berufsorientierung, wo sie als Stundenkraft Ansprechpartnerin für alle Schulen im Landkreis sein wird.

Die jungen Leute an die Region zu binden, wird das zentrale Thema der kommenden Jahre sein. Karl Keilhauer, der den Vorsitz des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft auf Wirtschaftsseite nach 15 Jahren abgibt, wünscht der neuen Vorstandschaft gerade in diesem Handlungsfeld viel Erfolg. Als Geschäftsführer des Autohauses Heitz/Porsche-Zentrum Garmisch-Partenkirchen mahnt er, dass man in der Region den Anschluss im Wettstreit mit anderen nicht verpassen dürfe. Ein Anliegen, dass auch Landrat Anton Speer auf den Nägeln brennt. Denn dass man das Qualitätssiegel „Bildungsregion Bayern“ 2015 errungen habe, sei nicht genug. „Wir müssen uns dem Veränderungsprozess stellen und unsere Bildungsregion tatsächlich auch mit Leben füllen“, so sein Appell.

Viele Herausforderungen also, denen sich der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft stellen kann und stellen muss.

von Ilka Trautmann

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