Auftakt zu 100 Jahre Mittenwaldbahn – Zahlreiche Veranstaltungen und Publikationen rücken das Jubiläum in den Mittelpunkt des Interesses

Günter Denoth vom Verkehrsarchiv Innsbruck stellte die neue Broschüre „Entlang der Martinswand“ und den Flyer „100 Jahre Mittenwaldbahn“ vor. Foto: Kornelia Wehmeier

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KORNELIA WEHMEIER, Mittenwald – Als die erste kontinentale Dampfbahn 1835 von Brüssel nach Mecheln fuhr, und auch die erste deutsche „Ludwigsbahn“ am 7. Dezember 1835 von Nürnberg nach Fürth auf ihre Jungfernfahrt ging, war der Siegeszug der Eisenbahn besiegelt. Doch bis die technische Meisterleistung „Mittenwaldbahn“ am 28. Oktober 1912 ihre Premiere feiern konnte – erste Ideen gehen auf das Jahr 1843 zurück – galt es, zahlreiche politische und wirtschaftliche „Querelen” aus dem Weg zu räumen. Bayern und Österreich einigten sich schließlich 1907 auf eine direkte Verbindung über das Seefelser Plateau. Dann vergingen noch einige Jahre, bis die nicht unbeträchtliche Bausumme von 17 Millionen Kronen für die spektakuläre Trassenführung durch größtenteils private Finanzierungen aufgebracht werden konnte. Am 10. März 1910 erfolgte der erste Spatenstich an der sagenumwobenen Martinswand und am 16. Mai 1911 konnte die Realisierung des spektakulärsten Bauwerks der Bahntrasse, der 1.810 Meter lange Martinswandtunnel, eingeweiht werden. Der Eisenbahnvater Tirols, Ing. Josef Riehl, setzte sich vehement für die Fertigstellung der „Mittenwaldbahn“ ein, vor allem dann auch für die Elektrifizierung der Strecke bis Garmisch-Partenkirchen. Sie gilt als die erste elektrische Vollbahn der K.u.K.- Monarchie und setzte weitere Elektrifizierungen von Bahnstrecken in Gang. Zum Gedenken an diese Pionierleistung „100 Jahre Mittenwaldbahn“ wurde jetzt eine Ausstellung der Historischen Gesellschaft im Mittenwalder Geigenbaumuseum eröffnet. 20 Veranstaltungen mit Erlebniswanderungen entlang der Bahngleise, mit Tagen der offenen Tür, historischen Eisenbahnfahrten, Vorträgen, einer Theaterpremiere in Scharnitz, u.v.m. werden noch bis zum 7. Oktober in den Orten Mittenwald, Krün, Scharnitz, Seefeld, Reith, Zirl, Schönberg-Ruetzwerk und Innsbruck dem besonderen Jubiläum der Mitten- waldbahn gewidmet sein. Denn sie gilt als baugeschichtliches Denkmal der Epoche der „neuen Alpenbahnen“ und das 100-jährige Jubiläum „1912 bis 2012“ zeigt ein breites und gut sortiertes Spektrum der technischen und gesellschaftlichen Errungenschaften. Ein detailliertes Programmheft zu den Veranstaltungen gibt es in allen Tourist-Infos der genannten Orte und im Internet unter www.mittenwaldbahn.info.

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