IHK, Kreishandwerkerschaft, Zugspitz Region und Arbeitsagentur kooperieren

Ausbildungskompass für die Region

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Von links: Gerhard Eder (IHK für München und Oberbayern), Landrat Anton Speer, Sebastian Kramer (Zugspitze Region GmbH), Monika Lex (Agentur für Arbeit Weilheim) und Roland Streim (Kreishandwerkerschaft Oberland).

Landkreis – Die Lehrstellensituation hat sich in den vergangenen Jahren verändert – in ganz Bayern und natürlich auch in unserer Region. Die Themen Mobilität und Abwanderung in die Ballungszentren sowie der demografische Wandel machen auch vor den Ausbildungsbetrieben im Landkreis Garmisch-Partenkirchen nicht Halt. Um darauf zu reagieren, führt die Zugspitz Region GmbH seit Jahren Veranstaltungen durch – erfolgreichstes Beispiel ist hier die „Zukunftsmesse“. Die Resonanz ist groß und wächst weiter. Die Plattform wird vor allem von größeren Firmen und Unternehmen genutzt. Um auch kleineren Handwerksbetrieben eine bessere Chance zu geben, wird im Sommer 2017 erstmals ein „Ausbildungskompass“ herausgegeben. Hierin werden Perspektiven in der ganzen Region aufgezeigt: Was kann man wo erlernen, welches Duale Studium ist möglich, welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es überhaupt. Diese und weitere Schwerpunkte schaffen Transparenz in der Ausbildungslandschaft.

Sebastian Kramer, Geschäftsführer der Zugspitz Region GmbH, freut sich besonders, dass man für diese Idee die Indus­trie- und Handelskammer (IHK), die Kreishandwerkerschaft und die Agentur für Arbeit, „rasch und unbürokratisch“ gewinnen konnte. „Schnell war auch klar, dass wir den Ausbildungskompass über die Landkreisgrenzen hinweg erstellen wollen. Die Nachbarlandkreise beteiligen sich gern.“ 

Die groß angelegte Initiative macht die Vielfalt der regionalen Wirtschaft sichtbar – eine solch flächendeckende und branchenübergreifende Publikation hat es bisher noch nicht gegeben. Darauf machte auch Landrat Anton Speer aufmerksam, der sich freut, dass der Ausbildungskompass innerhalb der Region 17 erscheinen wird. Monika Lex, Mitglied der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Weilheim, betont, dass auf dem Arbeitsmarkt derzeit ein Bedarf an Fachkräften herrscht. „Viele Unternehmen setzen immer mehr auf eine gute Ausbildung, um geeignete Kräfte im eigenen Haus heranzuziehen.“ Aber die Vielfalt an Berufen und Ausbildungsgängen mache es für junge Menschen immer schwieriger, sich einen detaillierten Überblick zu verschaffen. Die Agentur für Arbeit, die bei der Suche nach Ausbildungsstellen gern berät und hilft, sieht in dem neuen „Ausbildungskompass“ eine weitere Möglichkeit, die Jugendlichen auf ihrem Weg in den Beruf zu unterstützen und den heimischen Unternehmen bei ihrer Suche nach den passenden Nachwuchskräften behilflich zu sein. „Kein Jugendlicher darf uns verloren gehen. Jeder soll die Chance auf einen passenden Arbeitsplatz –möglichst in unserer Region – erhalten“, betont Monika Lex.

Die Kreishandwerkerschaft im Oberland sieht das genauso. Roland Streim fordert: „Wir müssen die jungen Leute in der Region halten. Das Handwerk steht für Stabilität, für Zukunft und Sicherheit. Wir haben einen gestiegenen Fachkräftebedarf“, unterstreicht er. Und auch Gerhard Eder von der IHK bekräftigt, dass man den Ausbildungsmarkt nicht an Landkreisgrenzen festmachen kann. „Diese Zusammengehörigkeit in unserer Region gilt es weiter zu entwickeln und die Synergien zu nutzen.“ Zusammen mit dem Engagement der heimischen Betriebe konnte im Bereich der IHK im Landkreis Garmisch-Partenkirchen bereits eine steigende Anzahl der Lehrverträge von über 9 Prozent im vergangenen Jahr erreicht werden.

Der neue „Ausbildungskompass“ ist für Firmen, Betriebe und Unternehmen eine ideale Möglichkeit, um für sich als Ausbildungsbetrieb zu werben und sich als Teil der Wirtschaftsvielfalt in der Region zu präsentieren. Die Schülerinnen und Schüler erhalten mit der Broschüre einen bestens strukturierten Überblick über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten in der Region. Der „Ausbildungskompass“ wird über die Schulen verteilt und wird zudem über das Bildungsportal Oberland online verfügbar sein. Ausbildungsbetriebe können sich über www.mein-ausbildungskompass.de anmelden.

Von Ilka Trautmann

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