Unterstützung ist gefragt

„Ausbremst is“ in Garmisch-Partenkirchen: Final-Demo am kommenden Samstag

Eine von vielen, die sich für die Verkehrswende im Oberland einsetzen: Karina Winkler (links im Bild) von der „Radlinitiative Garmisch-Partenkirchen“ gibt ein Interview bei der Demonstration in Grainau. Die Veranstaltungen der Initiative „Ausbremst is!“ genießen eine hohe mediale Aufmerksamkeit, auch über die Region Garmisch-Partenkirchen hinaus.
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Eine von vielen, die sich für die Verkehrswende im Oberland einsetzen: Karina Winkler (links im Bild) von der „Radlinitiative Garmisch-Partenkirchen“ gibt ein Interview bei der Demonstration in Grainau. Die Veranstaltungen der Initiative „Ausbremst is!“ genießen eine hohe mediale Aufmerksamkeit, auch über die Region Garmisch-Partenkirchen hinaus.

GAP – Am kommenden Samstag, 12. September, macht die Protestreihe „Ausbremst is“ auch im Kreisort Halt und findet hier ihren Abschluss. In den vergangenen Wochen haben Demonstrationen in Wallgau, Grainau, Kochel und Murnau stattgefunden. Nun folgt das Finale.

Update vom 12. September 2020: Die heutige Demo wurde aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklung in Garmisch-Partenkirchen abgesagt.

Update vom 9. September 2020: Die Initiatoren, die Radlinitiative Garmisch-Partenkirchen und weitere gleichgesinnte Gruppierungen aus der Region, fordern eine nachhaltige Verkehrspolitik und wünschen sich bürgerliches Engagement. Sie hoffen auf Unterstützung. Treffpunkt ist um 9.00 Uhr vor dem Rathaus, von hier aus wird die B2 (Hauptstraße) bis zur Polizeistation abgelaufen. Dort gibt es eine kurze Zwischenkundgebung, bevor man wieder zum Rathaus zurückkehrt. Um 10.30 Uhr werden abschließend verschiedene Redner dort zu Wort kommen. Unter ihnen auch Landrat Anton Speer und die Zweite Bürgermeisterin Claudia Zolk.

Zwischen 8 Uhr und 11 Uhr ist der Rathausparkplatz gesperrt. Die Anfahrt von Partenkirchen über die Rathauskreuzung zum Bahnhof ist während der Demonstration weiterhin möglich. (moc)

Update vom 10. August 2020: Am vergangenen Samstag fand in Grainau die zweite Demonstration der Bürgerinitiative „Ausbremst is!“ statt – mit großem Rückhalt. Etwa 500 Teilnehmer, darunter viele Ortsansässige, forderten, dass die Politik aktiv wird und sich den akuten Verkehrs- und Parkplatzproblemen in der Region mit konkreten Maßnahmen stellt.

„Ich war vollkommen überwältigt von der Resonanz“, erzählt Karina Winkler, Mitglied der „Radlinitiative Garmisch-Partenkirchen“. Die bunt gemischte, kleine Gruppe hatte zum Protest in Grainau aufgerufen. Sie setzt sich schon seit Jahren für mehr Verkehrsgerechtigkeit in Garmisch-Partenkirchen ein. Die Mitglieder sehen sich auch als Teil der internationalen Bewegung „Critical Mass“ und wollen zum Beispiel mit monatlichen Radl-Demos erreichen, dass das Thema Verkehrswende stärker in den Fokus rückt. 

Am Samstag haben sie das geschafft. „Mit so vielen Teilnehmern hatten wir nicht gerechnet. Die Demo war sehr bunt. Die Anwohner an der Durchgangsstraße haben sich mit kreativen Plakaten beteiligt. Es waren viele Ortsansässige, auch einige Gemeinderatsmitglieder, da. Die Stimmung war harmonisch und konstruktiv“, freut sich Karina Winkler über den Erfolg der Veranstaltung. 

Doch die Grainauer durften die Ruhe nur kurz auskosten: Unmittelbar nach der Demonstration konnte man lebhaft erfahren, welcher Situation sie ständig ausgesetzt sind: Wegen der Demo hatte sich ein Stau bis nach Garmisch-Partenkirchen gebildet. Es dauerte keine Stunde nach Öffnung der Straßen, bis der Eibsee-Parkplatz ausgelastet war, gefolgt von den üblichen Szenen des Wildparkens. Die Polizei musste die Zufahrtsstraße erneut sperren. 

Ideen, wie man diese untragbare Situation in den sogenannten „Hotspots“ verbessern könnte, gibt es viele: Abbau von Parkplätzen. Hohe Strafen für Falschparker. Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs. Besucherlenkung. Die Anwohner in den betroffenen Gemeinden fordern von den Politikern, dass sie konkrete Lösungen umsetzen – für mehr Lebensqualität vor Ort. Nur verständlich. Das Thema ist jedoch komplexer, als es scheint. Die Politik ist hier auf allen Ebenen gefragt, vom Kommunalen bis zum Bund. Zusammenarbeit und Kommunikation sind erforderlich, um eine Verkehrswende einzuleiten – vor allem auch finanzielle Mittel. Keine einfache Aufgabe. In Zeiten von Klimawandel und Coronavirus aber eine der vorrangigen. moc

Weitere Demos: 22. August in Kochel, 5. September in Murnau und 12. September in Garmisch-Partenkirchen.

Update vom 6. August 2020: Vergangenen Samstag entschied kurzerhand die Behörde, die Staatsstraße zwischen Grainau hinauf zum Eibsee und zur Zugspitze wegen des nicht abreißenden Zustroms komplett sperren zu lassen. Schon früh am Vormittag waren alle Parkplätze belegt – Wildparker verschärften die Situation zusätzlich. Für alle Beteiligten, Anwohner wie Touristen, eine extreme Situation. Während die Ausflügler selbst entscheiden können, ob sie sich das antun wollen, kommen die Einheimischen nicht aus. Der Frust ist groß. Es bilden sich Initiativen und Interessensgemeinschaften. Die Mitglieder fordern von der Politik eine Umsetzung der Verkehrswende.

Bürgerprotest "Ausbremst is!" wird in Grainau fortgesetzt

Am 25. Juli hatten bereits die Wallgauer ihre Ortsdurchfahrt für eineinhalb Stunden dicht gemacht , um auf die unzumutbare Situation des Durchgangsverkehrs an der B11 aufmerksam zu machen (siehe unten). Diesen Samstag, 8. August, findet die Aktion „Ausbremst is!“ in Grainau statt. Zum Bürgerprotest lädt unter anderen die Radlinitiative Garmisch-Partenkirchen ein. Eine Gruppierung von Garmisch-Partenkirchner Bürgerinnen und Bürgern, die sich für Verkehrsgerechtigkeit in der Marktgemeinde engagieren und auch für die Verkehrswende in der gesamten Region einsetzen wollen. Die Idee, mit vielen kleineren Demonstrationen unter einem gemeinsamen Motto einen intensiveren Diskurs über die Verkehrswende in Gang zu setzten, stammt von ihnen. 

Die Kundgebung im Zugspitzdorf startet um 9 Uhr am Unteren Dorfplatz und wird circa zwei Stunden lang dauern. Eine Abschlusskundgebung ist für 10.30 Uhr, ebenfalls am Unteren Dorfplatz, geplant. Während des Vormittags ist mit starken Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Die Zufahrt zum Eibsee ist nicht möglich; dies betrifft auch den Linienbus. Gäste mit Ziel Seilbahn Zugspitze oder Eibsee sollten in Garmisch-Partenkirchen die Parkplätze am Eisstadion oder an der Kreuzeckbahn anfahren. Von dort besteht die Möglichkeit, mit der Zahnradbahn der Bayerischen Zugspitzbahn zum Eibsee zu fahren.

Forderungen der Initiatoren

Statt Blechkolonnen und Parkplatzwüsten verlangen die Organisatoren und Anwohner nachhaltige Anreisemöglichkeiten zu den beliebten und stark nachgefragten Ausflugs­zielen. Die Forderungen für das gesamte Oberland lauten: • Intelligente Verkehrsleitsysteme, Besucherlenkung und Besucherbeschränkung; • ÖPNV-Netzausbau mit höherer Taktung und Anschlussanbindung sowie • eine ganzheitliche Infrastruktur vor Ort mit nahtlosem Rad- und Fußwegenetz und klimafreundlichem Shuttle-Service. 

Die belastenden Verkehrsverhältnisse in den Berg- und Seeregionen fordern in diesem Sommer auch die Dienststellen des Polzeipräsidiums Oberbayern Süd stark, die von der Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt werden. Sie überwachen insbesondere das Parkverhalten der Besucher. Lesen Sie mehr dazu in unserem Artikel: Ausflugsverkehr nimmt in Coronazeiten zu: Polizei kündigt verstärkte Kontrollen an. tra

Erstmeldung vom 25. Juli 2020: Demonstration "Ausbremst is!" in Wallgau

Was bereits seit Jahren entlang der viel befahrenen B11 an besonders schönen Tagen zu verstopften Straßen in den verkehrsgeplagten Gemeinden Kochel, Urfeld und Walchensee führt, mündet in Wallgau und Krün in einen nicht enden wollenden Durchgangsverkehr. Und hier wird – denn jeder will an sein Ziel – wieder richtig auf‘s Gas gedrückt. Was in den vergangenen Jahren an einzelnen Tagen zu beobachten war, ist in diesem besonderen Corona-Jahr an jedem Wochenende der Fall. 

Ein kilometerlanger Rückstau vorprogrammiert

Die Anwohner können kaum noch gefahrlos von einer Straßenseite zur anderen wechseln; wer als Einheimischer mit dem Auto unterwegs sein muss, wartet minutenlang, bis sich eine Lücke in der Blechkarawane öffnet. „Uns stinkt‘s“ – das war im vergangenen Herbst das Motto einer Bürgerdemonstration gegen den wachsenden Verkehr am Walchensee. Jetzt, am Samstagvormittag, machen Wallgauer Bürger ihre Ortsdurchfahrt dicht, zumindest für eineinhalb Stunden. Damit ist für die B11 ein kilometerlanger Rückstau vorprogrammiert. 

Zum Protest aufgerufen

Unter dem Motto „Ausbremst is“ ruft die neugegründete Interessengemeinschaft Verkehrs­entlastung Wallgau (VEW) gemeinsam mit der Radl-Initiative Garmisch-Partenkirchen zu diesem Protest auf. VEW-Sprecherin Katharina Zunterer erklärt das Ziel: „Es ist eine Aktion für unser Dorf, denn Wallgau ist in erster Linie vom Durchgangsverkehr geplagt. “ Sie hat schon im Vorfeld viel positives Feedback bekommen, auch aus dem Gemeinderat. Und sie freut sich über die Unterstützung durch die Radl-Initiative Garmisch-Partenkirchen.

Die friedliche Kundgebung, die das Landratsamt genehmigt hat, startet um 11 Uhr am RVO Bus­parkplatz (Ortseingang Wallgau Nord) und soll gegen 12.30 Uhr am südlichen Ende (Richtung Krün) ihren Abschluss finden. Erwartet werden um die 300 Teilnehmer. Sie werden bei Beachtung der Abstandsregeln durch das Dorf spazieren und die ungewohnte Ruhe genießen. Von 11 Uhr an ist Wallgau damit komplett abgeriegelt. 

Wer vom Walchensee oder von Mittenwald kommt, muss eineinhalb Stunden warten, denn ortsnahe Ausweichrouten gibt es keine. Kilometerlange Staus in beiden Richtungen werden die Folge sein, zumal der Aktionstag mit dem Start in die bayerischen Sommerferien zusammenfällt. Die VEW will wachrütteln, auf die unzumutbare Situation deutlich und spürbar hinweisen.    tra

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