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Ausstellung im Kloster Ettal: Gott befohlen – über Heilige und Selige

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Von: Günter Bitala

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Ausstellung
Abt Barnabas Bögle führt Museumsdirektorin Dr. Constanze Werner durch die Ausstellung ‚Heilige und Selige‘ – hier vor der Büste des Apostel Johannes. © Günter Bitala

Kloster Ettal – Heilige sind Persönlichkeiten, die durch ihr handelndes Leben, ihr Vorbild und ihre Fürsprache Christus zu den Menschen bringen, sagt der Abt des Klosters Ettal, Barnabas Bögle, anlässlich einer Ausstellung in seinem Kloster: ‚Gott befohlen – über Heilige und Selige‘.

Heilige stellen aber auch die Frage – so Abt Barnabas weiter: „Was hast Du vom Evangelium begriffen, und wieviel davon kannst Du in dein eigenes Leben aufnehmen,“

Als prächtiges Beispiel für das von Abt Barnabas skizzierte Bild, ist in der Ausstellung die Plastik eines riesigen Christopherus, der Jesus als Säugling auf seinen Schultern trägt. Die Geschichte dieses Heiligen: Nach der östlichen Legende war Christopherus einst ein hundsköpfiges Ungeheuer, namens Probus, das durch die Taufe die Sprache lernte. Zum Mensch geworden zog Christopherus als Missionar durch Lykien, und wurde um das Jahr 250 herum als Märthyrer hingerichtet. Heute gilt Christopherus als Patron der Fuhrleute, Seefahrer, Flößer, Brückenbauer, Soldaten und Lastenträger. Er wird bei Seuchen, Augenleiden, Feuer, Dürre und Hochwasser um Hilfe angebetet. Sein Gedenktag ist der 25. Juli.

Über die meisten Heiligen wissen wir heute nichts mehr, einige sind dagegen sehr wohl bekannt – wurden sogar richtige Berühmtheiten, oder werden wie der Heilige Leonhard als ‚Bayerischer Herrgott‘ verehrt: Nikolaus von Myra. Franziskus von Assisi. Benedikt von Nursia. Pater Rupert Mayer SJ. Das II. Vatikanische Konzil bestimmte, dass nur solcher Heiliger besonders gedacht werden soll, die von allgemeiner Bedeutung sind. Der Rundgang beginnt mit Gemälden, Hinterglasbildern, Skulpturen und Andachtsbildchen als Ausdruck der Heiligenverehrung und der Volkskultur. Abt Barnabas Bögle: „Christus ist das Zentrum unseres christlichen Glaubens. Um ihn, den Auferstandenen sammeln sich die Heiligen, Apostel und Märthyrer.“ Intensiv wird der Frage nachgegangen, wie ein Mensch zum Heiligen wird. Die Ernennung erfolgt nach einem langen Heiligsprechungsverfahren durch den Papst – bei dem zum Beispiel Begebenheiten bewertet werden, die als Wunder gelten können.

In der Kunst erkennt man die Heiligen am Heiligenschein und an den ihnen zugedachten Attribute: Buch und Schreibfeder = Augustinus von Hippo. Großer Kessel = Vitus. Sebastian durchbohren Pfeile. Georg wird mit einem Drachen dargestellt. Andreas ist an ein X-förmigen Kreuz gebunden. Die Ausstellung schließt mit den großen Ordensgründern: Benedikt, Bernhard, Dominikus, Katharina von Siena. In einer Nische wird illustriert, wie aufwändig Restaurierungen sein können, Am Beispiel einer Büste des Heiligen Johannes aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist zu sehen, wie wertvolle Skulpturen für die kommenden Generationen erhalten werden.

Die Exponate aus dem Klosterbestand und einer Reihe von Leihgebern stellten Frater Thomas und Frater Basilius mit Hilfe „vieler fleißiger Hände‘ – wie Abt Barnabas betont - zusammen. Zu sehen ist die Ausstellung bis Montag, 3. Oktober 2022, im Westtrakt des Kloster Ettal. Zugang bei freiem Eintritt über das sogenannte Oberammergau-Tor. Freitag & Samstag, 10 – 16 Uhr. Sonn- und Feiertage, 13 – 17 Uhr. gb

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