Ausstellung "ÜberLeben": Bilder, die ins Herz treffen

Susanne Giesler-Fauser und Museumsdirektor Josef Kümmerle mit zwei beispielhaften Exponaten der Ausstellung. Foto: Veranstalter

Die Fotografien sind schön, außergewöhnlich und gehen mitten ins Herz. Zum Teil schockieren sie auch. Vor allem den Betrachter, der sich noch nie bewusst mit einem viel zu früh geborenen Baby auseinander gesetzt hat.

Wie winzig so ein Mensch ist, wird auf einigen der 21 Exponate deutlich, die Sozialpädagogin Susanne Giesler-Fauser als Koordinatorin der Harlekin-Nachsorge für Frühgeborene und Risikokinder organisiert und im Werdenfels-Museum in der Ludwigstraße 47 ausgestellt hat. Es handelt sich dabei um eine Wanderausstellung, die als Projekt des Bundesverbandes „Das frühgeborene Kind“ in mehreren Städten Deutschlands gezeigt wurde und wird. Walter Schels fotografierte die Winzlinge, die allesamt vor der 28. Schwangerschaftswoche geboren wurden. Sie stehen stellvertretend für jährlich circa 3.500 Kinder, die in Deutschland als so genannte „Extremfrühchen“ das Licht der Welt erblicken. Diese müssen sich bereits mit Sinnesreizen wie Schmerz, Licht, Lärm und Schwerkraft auseinandersetzen, ohne dass ihr noch unreifes Gehirn zu einer adäquaten Verarbeitung dieser Reize in der Lage ist. Auch das Atmen und das Verdauen von Nahrung sind besondere Herausforderungen für so früh geborene Babys. Der aus Hamburg stammende Fotograf hat sich behutsam und sensibel mit ihrem schwierigen Start ins Leben und der daraus resultierenden, ebenfalls äußerst belastenden Situation ihrer Familien auseinandergesetzt. Entstanden sind ausdrucksstarke Portraits von kleinen Kämpfern, die jeden Betrachter berühren. Um das Thema „Frühgeborene“ noch besser begreifen zu können, liegen mit Körnern gefüllte Leinensäckchen aus, die zwischen 400 und 850 Gramm wiegen – also gerade mal soviel, wie ein „Extremfrühchen“ bei seiner Geburt auf die Waage bringt. Trotz der teilweise beklemmenden Fotos macht die Ausstellung mit dem Titel „ÜberLeben” Mut. Denn es gibt von allen gezeigten Babys auch eine Aufnahme, die sie als Zweijährige zeigt. Viele von ihnen sprühen geradezu vor Lebendigkeit. Sie zeigen auf eindrucksvolle Weise, dass sich auch ein viel zu früh geborenes Baby gut entwickeln kann. Um diese Kinder und ihre Familien bedarfsgerecht zu begleiten, arbeiten im Rahmen des Harlekin-Nachsorge-Projekts die hiesige Kinderklinik, das Sozialpädiatrische Zentrum und das SOS-Kinderzentrum in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau und Bad Tölz zusammen. Die Ausstellung „ÜberLeben” ist noch bis Sonntag, 28. Oktober, im Werdenfels-Museum an der Ludwigstraße, jeweils Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet.

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