Eine Pflanzaktion mit Tradition – seit 20 Jahren engagieren sich drei Kooperationspartner für Schutzwald

Viele Baumarten machen den Wald robuster

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Initiatoren und Mitwirkende der Bergwaldoffensive, v.l.: Johann Stückl (2. Vorstand Privatwaldgemeinschaft), Prof. Karl Koch (Bundeswehr-Universität), Markus Hildebrand (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim), Thomas Forst (Manager General Electric Healthcare), Dominik Leubecher (Studierender der Bundeswehr-Universität München). Foto: Juliane Klieser

Oberammergau – Für den Bergwald legen sich zahlreiche Menschen ins Zeug, auch Ehrenamtliche. 5000 junge Bäumchen sind auch heuer wieder auf einem zwei Hektar großen Gelände im Bereich Plaike, oberhalb der Großen Laine gepflanzt worden. Seit 20 Jahren arbeiten die Akteure in der Bergwaldoffensive zusammen: die Universität der Bundeswehr München, die Privatwaldgemeinschaft Oberammergau und das Unternehmen General Electric (GE).

Für 30 studierende Offiziere der Bundeswehr-Uni, Fachbereich Maschinenbau, ist die Arbeit im Wald eine Art freiwilliges Praktikum. Eine Woche lang setzen sie Pflänzchen für Pflänzchen an zum Teil steilen Hängen und bei jedem Wetter. Sie haben sichtbar Spaß dabei. „Die Aktion wurde als Projektstudie angeboten, und ich dachte, es wäre schön, etwas handfestes zu machen“, erklärt Dominik Leubecher seine Motivation, mitzumachen. „Es ist anstrengend und schön, die Landschaft ist traumhaft.“

„Ich mag die Berge gerne und finde es gut, der Umwelt etwas zurück zu geben“, findet Andreas Alzner. Er möchte auch zum besseren Ansehen der Bundeswehr in der Öffentlichkeit beitragen. Eine junge Frau schwang auch die Spitzhacke. Sie habe bei Prof. Karl Koch Energie- und Umwelttechnik vertieft, „alles was Umweltschutz und erneuerbare Energien angeht, interessiert mich“, sagte Annekatrin Walther.

Insgesamt werkelten 70 Leute in dem steilen Gelände, außer den Studenten Mitarbeiter von GE und der Radiologie-Arztpraxis Dr. Eugen Mangel aus Starnberg, die ihren Betriebsausflug alljährlich dem Oberammergauer Wald widmen. Die Setzlinge werden von General Electric finanziert. „Wir erfüllen damit unsere Zellulose-Verpflichtung“, erklärte Thomas Forst, Manager bei GE beim Ortstermin. Das Unternehmen bringt nämlich eine Menge Verpackungsmaterial in die Welt.

Gepflanzt werden Tannen, Fichten und Buchen. „Die Fichte ist die wichtigste Baumart für die Wirtschaft. Doch sie ist im Wald auch natürlich“, sagt Anton Burkhard, Vorstand der Privatwaldgemeinschaft. Der Umbau des Waldes sei sehr schwierig. Die baumlose Fläche, an der die Aktionsgruppe gerade arbeitete, sei eine Windwurffläche, die schon seit 1998 ein Problem darstellt. Denn kaum hat einmal der Sturm eine Lücke in den Wald hineingeschlagen, vergrößerte sich der Schaden jedes Jahr trotz gegensteuernder Maßnahmen. Mit dem Mischwald hofft man jetzt eine dauerhafte Stabilität zu erreichen. „Je mehr Baumarten, umso sicherer ist der Wald“, sagt Burkhard.

„Hier fließt die Laine mittendurch. Oberammergau hat ein großes Hochwasserrisiko. Der Wald hat eine ganz wichtige Bedeutung, weil er viel Wasser aufnehmen kann, wie ein Schwamm“, erläutert Forstdirektor Markus Hildebrandt vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim. Durch Sturm und Borkenkäfer könnten theoretisch große Flächen kahl werden. Wären die Bäume weg, hätte das Wasser bei starken Regenfällen freie Bahn. Der Bergmischwald könne das Risiko um 20 Prozent minimieren.

Von Juliane Klieser

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