Bayern feiert 70 Jahre Landfrauengeschichte – als erste Kreisbäuerin im Landkreis engagierte sich Helga Sailer

Aktiver Gestaltungswille der Landfrauen

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Eine besondere Ehrung gab es dieser Tage für die Ehrenkreisbäuerin Helga Sailer. Im Bild (v.l.) Martina Höck (Pressefrau), Kreisbäuerin Christine Singer, Ehrenkreisbäuerin Helga Sailer und stellvertretende Kreisbäuerin Lisa Krötz.

Landkreis – Einen guten Grund zur Freude haben die Bäuerinnen und Landfrauen im Bayerischen Bauernverband, denn ein wertvolles Jubiläum kann heuer gefeiert werden. Bei dem Blick zurück auf 70 Jahre Landfrauengeschichte in Bayern, wird vor allem auch das Ehrenamt wertgeschätzt. Auch wenn sich die Zeiten geändert haben, der Gestaltungswille der Landfrauen ist seit 70 Jahren gleich geblieben.

Für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen wurde damals, 1972, Helga Sailer aus Garmisch-Partenkirchen zur ersten Kreisbäuerin gewählt. Eine mutige und vorwärts strebende Frau, die viel bewegt hat. Anschließend folgten die Wahlen der Ortsbäuerinnen. Keine einfache Zeit, sich in der Männerdomäne damals zu behaupten. Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen war hier sogar Schlusslicht in Bayern. Das motivierte Helga Sailer erst recht: Sie organisierte einige Reisen z.B. nach Bonn oder nach Nordkirchen in Westfalen. Im Vordergrund aber standen damals, und stehen auch heute, die vielen sozial engagierten Aktionen. So wurden die Einnahmen der Kuchenverkäufe auf der EXPO und später auf der Herbstausstellung in Garmisch-Partenkirchen immer dem bäuerlichen Hilfsdienst gespendet. Mit Rosl Geiger startete Helga Sailer im Jahr 1986 eine einmalige Heuspendenaktion nach Leien in Südtirol. Die Bergbauernregion war damals von einer extremen Dürreperiode betroffen. In vielen Belangen haben sich die Bäuerinnen und Landfrauen in unserer Region immer wieder aktiv eingebracht und sich für das Wohl der bäuerlichen Familien und in ihren Dörfern engagiert.

2007 wurde Helga Sailer von Christine Singer aus Hofheim abgelöst. In heutiger Zeit rücken neue Themen in den Vordergrund. Verbraucher­information, Gesundheitsvorsorge, Haushaltstraining, aber auch Ausflüge zu landwirtschaftlichen Betrieben sowie Fortbildungen in Büro und Garten werden organisiert. Und die Landfrauen sind kämpferisch: Die Unterschriftenaktion für ein Unterrichtsfach Alltagskompetenz und Lebensökonomie führte zu einem Ergebnis: Ein verpflichtender Unterrichtsgegenstand für alle Schularten durchgängig von der ersten bis zur zehnten Klasse soll die Kinder mit hauswirtschaftlicher Grundkompetenz vertraut machen. Für die Zukunft wünschen sich die Landfrauen, dass das Bewusstsein für Heimat, Brauchtum, Landwirtschaft und Natur wieder mehr geschätzt wird.

von Ilka Trautmann

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