20 Jahre kbo-Lech-Mangfall-Klinik Garmisch-Partenkirchen

Der Bedarf ist hoch

kbo-Klinik GAP
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Privatdozent Dr. Florian Seemüller, Chefarzt der kbo-Lech-Mangfall-Kliniken Garmisch-Partenkirchen und Peißenberg und Gerald Niedermeier, Geschäftsführer der kbo-Lech-Mangfall-Kliniken gGmbH, sind zufrieden mit dem Erfolg des Klinikbetriebs.

GAP – Jeder Fünfte erkrankt einmal in seinem Leben psychisch, sagt Privatdozent Dr. Florian Seemüller, Chefarzt der kbo-Lech-Mangfall-Kliniken Garmisch-Partenkirchen und Peißenberg. Ein gutes Hilfs- und Behandlungsangebot ist unerlässlich. Seit 20 Jahren leistet das hiesige Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Neuropsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Akademisches Lehrkrankenhaus der Technischen Universität München einen wesentlichen Beitrag für die Gesundheit der Menschen im Landkreis.

Mit einem umfangreichen Therapieangebot werden Patienten mit psychiatrischen und psychosomatischen Krankheitsbildern behandelt. Die Fachklinik bietet drei verschiedene „Behandlungssettings“: ambulant, teilstationär und vollstationär. „Angefangen haben wir mit drei Stationen und 54 Betten“, sagt Gerald Niedermeier, Geschäftsführer der kbo-Lech-Mangfall-Kliniken gGmbH. 2006 kam ein „Modulanbau“ für eine Bettenstation hinzu und in 2007 eine neugebaute Tagesklinik mit Institutsambulanz sowie ein Diagnostikbereich und ein modernes neurophysiologisches Labor.

In Peißenberg wurde 2010 eine Tagesklinik eröffnet mit 20 teilstationären Plätzen und einer Institutsambulanz. Heute verfügt die kbo-Lech-Mangfall-Klinik in Garmisch-Partenkirchen über insgesamt 100 Betten – davon 74 im Fachbereich Psychiatrie/Neuropsychiatrie und 26 im Fachbereich Psychosomatik. Die Tagesklinik mit psychiatrischer Institutsambulanz ist derzeit mit 20 Plätzen (15 Plätze im Bereich Psychiatrie und fünf in der Psychosomatik) ausgestattet. „In der Institutsambulanz erfolgen jährlich etwa 6000 Patientenkontakte“, so Chefarzt Florian Seemüller. „Die durchschnittliche Auslastung der Klinik beträgt 96 Prozent. Der Bedarf ist da“, betont Geschäftsführer Gerald Niedermeier. 

Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Auslastung des Fachkrankenhauses auf 60 Prozent heruntergefahren; jetzt wird sie schrittweise wieder erhöht. „Wir haben Video- und Telefonsprechstunden etabliert und stationsbezogen Einzeltherapien durchgeführt“, erläutert Seemüller. „Die Videosprechstunden wurden sehr gut angenommen. Der Digitalisierungsfortschritt wird bleiben.“ Auch das kostenlose psychologische Beratungsangebot besteht weiter. „Die sehr gute Kooperation und Zusammenarbeit mit dem benachbarten Klinikum Garmisch-Partenkirchen bietet eine bestmögliche Versorgung der Patienten. Sie können vollumfänglich somatisch diagnostiziert und behandelt werden“, sagt der Chefarzt. Patienten des Klinikums profitieren von der Zusammenarbeit mit der Fachklinik, wie beispielsweise bei der Adipositas-Chirurgie, der Neurochirurgie, Schmerztherapie und Geriatrie. 140 Beschäftigte hat die Klinik – davon 19 Ärztinnen und Ärzte.

 „In 2018 wurden die kbo-Lech-Mangfall-Klinik Garmisch-Partenkirchen vom Focus-Magazin zum Top-Arbeitgeber gekürt“, so Gerald Niedermeier. Als Lehrkrankenhaus der Technischen Universität München werden Studierende ausgebildet. Von der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen (DGBS) wurde die Fachklinik mit einem Gütesiegel zertifiziert. Patienten mit bipolar affektiven Störungen können beispielsweise an einem sogenannten Gruppenpsychoedukations-Programm teilnehmen. Die Patienten werden über ihre Erkrankung von einem Mediziner informiert und tauschen sich darüber mit anderen Patienten in einer Gruppe aus“, erläutert Florian Seemüller. „Es ist für einen Patienten oftmals hilfreich von einem Mitpatienten, der an der gleichen Krankheit leidet, über den Umgang mit der Krankheit zu erfahren.“ Und welche Zukunftspläne gibt es? Im Landkreis Weilheim-Schongau wird die „Stationsäquivalente Behandlung“ geplant. Schwer psychisch erkrankte Patienten werden zu Hause durch ein mobiles Ärzte­team täglich betreut, erläutert der Chefarzt. Florian Seemüller und Geschäftsführer Gerald Niedermeier freuen sich über das Erreichte. „Der Betrieb läuft rund. Wir erzielen gute Behandlungserfolge und sind gut vernetzt.“    ask

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