Absturz am Oberkar und vier weitere Einsätze am Wochenende

Bergwacht Garmisch-Partenkirchen hatte ein einsatzreiches Wochenende

Einsatz
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Die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen war am Wochenende gefordert.

GAP - Die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen hatte am vergangenen Wochende gut zu tun. Der Melder ging fünf Mal.

Samstag gegen 18.30 Uhr traf die erste Einsatzmeldung ein. Zwei Bergsteiger befanden sich im Bereich der inneren Höllentalspitze am Jubiläumsgrat und kamen nicht mehr weiter. Es war bereits der dritte Tag, den sie am Berg verbrachten. Durch das schlechte Wetter waren Schlafsack und Kleidung nass. Es wurde umgehend mit der Fliegerstaffel der Polizei Bayern Kontakt aufgenommen, da nachts und bei Dunkelheit keiner in der Nähe stationierter Rettungshubschrauber Windenvorgänge durchführen darf. Aufgrund des schlechten Wetters war eine Rettung per Helikopter nicht möglich. Durch die umfangreichen Kenntnisse des Einsatzleiters konnten die zwei Bergsteiger navigiert werden und erreichten gegen ca. 22 Uhr sicher die Biwakschachtel. Am Sonntag traten sie den weiteren Weg ins Tal an.

Am Sonntag ging um 11 Uhr das erste Mal der Melder. Eine Person war ca. 300 hm im Oberkar an der Alpspitze Ostflanke durch felsdurchsetztes und steiles Gelände abgestürzt. Der erfahrene und gut ausgerüstete Skitourengeher war mit seinem Tourenpartner auf den Gipfel aufgestiegen und die Ostflanke abgefahren. Im Bereich des Flaschenhalses wollten die zwei Tourengeher aufgrund der eisigen Verhältnisse auf Steigeisen wechseln, dabei verlor einer der Beiden den Halt und stürzte ab. Durch das vorbildliche Verhalten anderer Tourengeher erfolgte sofort die Meldung an die ILS Oberland in Weilheim. Der Einsatzleiter forderte umgehend den Rettungshubschrauber Christoph Murnau an. Es wurde zunächst ein Bergretter am Landeplatz aufgenommen und zusammen mit der MedCrew des Hubschraubers an der Unfallstelle abgesetzt. In einem zweiten Anflug wurden weitere Bergretter aufgenommen und zur Einsatzstelle geflogen. Der Patient wurde versorgt und mit schweren Kopfverletzungen, trotz Helm, in ein nahegelegenes Krankenhaus geflogen.

Kurz darauf erfolgte ein Folgeeinsatz im Bereich Bödele/Eishang der Kandahar-Piste im Skigebiet Garmisch Classic. Ein Patient mit Verdacht auf einen Oberschenkelbruch musste versorgt werden. Auch hier konnte wieder auf die Unterstützung des Christoph Murnau gezählt werden. Per Winde wurde der Patient aufgenommen und in ein Krankenhaus geflogen.

Kaum waren alle Retter wieder am Depot, folgte der nächste Einsatz. Ein Mann stürzte im Bereich Tröglhütte und verletzte sich. Nach der Erstversorgung durch die Skiwacht Garmisch-Partenkirchen wurde der Patient mit dem Rettungsfahrzeug im Bereich Kandahar-Express Talstation durch die Bergwacht übernommen und mit dem Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch ins Klinikum gebracht. Kurze Zeit später ging es erneut mit dem Rettungsfahrzeug an die Talstation des Kandahar-Express. Eine Person wurde nach Erstversorgung durch die Skiwacht mit einer Gesichtsverletzung übernommen und ebenfalls zur weiteren Behandlung ins Klinikum gebracht. Es wird sich bei allen Beteiligten und Einsatzkräften für die gute und vorbildliche Zusammenarbeit bedankt. Bei weiterhin bestehenden Covid-Regeln erfolgten die Einsätze natürlich unter den aktuell geltenden Hygienerichtlinien. kb

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