Hochsaison am Berg

Bergwacht Garmisch-Partenkirchen an Wochenenden im Dauereinsatz

An den vergangenen zwei Wochenenden hat alleine die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen 22 Einsätze zu verzeichnen.
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An den vergangenen zwei Wochenenden hat alleine die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen 22 Einsätze zu verzeichnen.

GAP – Sommerferien, stabiles Wetter, Wochenende. Die Menschen stürmen in die Berge und zahlreiche Einsätze der Bergwacht sind vorprogrammiert. Vergangenes Wochenende mussten die Retter der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen neunmal ausrücken, das Wochenende zuvor waren es dreizehn Einsätze.

Ein Todesfall ereignete sich vor knapp zwei Wochen. Der Wanderer verlor aufgrund einer Vorerkrankung auf dem Weg ins Oberreintal sein Bewusstsein. Ihm konnte trotz Reanimation und schneller Hilfe mit dem Hubschrauber nicht mehr rechtzeitig geholfen werden. 

Die übrigen Einsätze hatten weniger schwere Folgen. Der häufigste Einsatzgrund war eine Verletzung am Bein oder Fuß durch Sturz, Ausrutschen oder Umknicken. Sehr oft ereigneten sich gesundheitliche Notfälle, besonders Kreislaufprobleme. 

Zwei Bergsteigerinnen mussten nachts mit einem Rettungshubschrauber vom Brunntalgrat ausgeflogen werden, weil sie ihre Reserven ausgeschöpft hatten und vollkommen entkräftet waren. Auch am Wank wurde eine erschöpfte Person mit dem Hubschrauber geholt. In diesen Fällen haben sich die geretteten Menschen offenbar selbst überschätzt und sind dadurch in Not geraten. 

Dass es in gefährlichem Gelände besser ist, auf professionelle Hilfe zu warten, zeigte ein Einsatz am vergangenen Sonntag: Zwei Damen waren zwischen Wamberg und Eckbauer unterwegs, als eine von ihnen stürzte. Ihre Begleiterin eilte ihr zur Hilfe und stürzte auch. Beide zogen sich schwere Verletzungen zu. Ein weiterer sehr häufiger Anlass für Bergwachteinsätze sind verirrte Wanderer. Am Hohen Fricken hatte sich eine Familie mit zwei Kindern verstiegen. Zwischen Graseck und Eiserner Brücke in der Partnachklamm wurden vier Damen gefunden, die sich auf dem Weg ins Tal verirrt hatten. Der Einsatz war erst um 23 Uhr beendet. 

Mehr Bergnotfälle in Zeiten von Corona?

Das Einsatzaufkommen der Bergwacht war bereits vor dem Coronavirus in der Hochsaison sehr hoch. Ein Vergleich zum Vorjahr sei erst am Ende der Saison im September möglich, erklärt Johannes Zollner, Geschäftsführer bei der Bergwacht-Region Hochland. Erst dann lägen aussagekräftige Zahlen vor, die es erlauben, Schlüsse zu ziehen. moc

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