Leichtsinn führt zu nächtlichem Einsatz an der Zugspitze

Bergwacht Grainau wieder gefordert: Lange Nacht im Höllental und drei Einsätze am Donnerstag

Am Mittwoch und Donnerstag war die Bergwacht Grainau wieder stark durch mehrere Einsätze gefordert.
1 von 3
Am Mittwoch und Donnerstag war die Bergwacht Grainau wieder stark durch mehrere Einsätze gefordert. Eine nächtliche Rettung im Höllental sowie drei weitere, fast zeitgleiche Alamierungen am darauffolgenden Tag hielten die Bergretter in Atem.
Am Mittwoch und Donnerstag war die Bergwacht Grainau wieder stark durch mehrere Einsätze gefordert.
2 von 3
Am Mittwoch und Donnerstag war die Bergwacht Grainau wieder stark durch mehrere Einsätze gefordert. Eine nächtliche Rettung im Höllental sowie drei weitere, fast zeitgleiche Alamierungen am darauffolgenden Tag hielten die Bergretter in Atem.
Am Mittwoch und Donnerstag war die Bergwacht Grainau wieder stark durch mehrere Einsätze gefordert.
3 von 3
Am Mittwoch und Donnerstag war die Bergwacht Grainau wieder stark durch mehrere Einsätze gefordert. Eine nächtliche Rettung im Höllental sowie drei weitere, fast zeitgleiche Alamierungen am darauffolgenden Tag hielten die Bergretter in Atem.

Wieder einmal waren es Leichtsinn und offensichtlich mangelnde Bergerfahrung, die zu einem nächtlichen Einsatz der Bergwacht Grainau am Mittwochabend (21. August) führte. Eine 20-jährige Berlinerin und ein 19-jähriger Münchner waren viel zu spät, noch dazu ohne Steigeisen und Stirnlampen, im Aufstieg zur Zugspitze auf dem Höllentalferner unterwegs. Sie hatten sich in eine Situation gebracht, die sie alleine nicht mehr bewältigen konnten. Um 20.15 alamierten sie die Bergwacht.

Ein weiterer Anruf erreichte den Einsatzleiter, Toni Vogg jun., um 20.48 Uhr. Schnell wurde klar, dass die beiden Bergtouristen sich den Abstieg im Dunkeln und ohne entsprechende Ausrüstung alleine nicht zutrauten. Umgehend ließ der Einsatzleiter die Mannschaft alarmieren. Da ein Hubschraubereinsatz aufgrund dichter, auf dem Boden aufliegender Bewölkung ausschied, wurde auch der diensthabende Betriebsleiter der Seilbahn Zugspitze informiert. Mit der Bahn machten sich vier Bergretter auf den Weg zum Gipfel und begannen den Abstieg durch den Klettersteig ins Höllental. Gegen 22.30 Uhr erreichten sie die beiden Bergsteiger und versorgten sie mit warmem Tee und Wärmewesten. Danach gingen alle zusammen weiter ins Tal und kamen schließlich um 2.30 Uhr an der Forststraße unterhalb der Höllental-Eingangshütte an. Der restliche Weg wurde dann mit dem Bergrettungsfahrzeug zurückgelegt.

Am nächsten Tag warteten neue Einsätze auf die Bergwacht Grainau: Gegen 18 Uhr wurden die Retter fast zeitgleich zu drei Einsätzen alarmiert. Der erste Notruf traf von der Höllentalangerhütte ein, wo sich ein Bergsteiger bei einem Sturz eine stark blutende Kopfplatzwunde zugezogen hatte. Da das komplette Höllental in Wolken gehüllt war, machten sich drei Bergretter zu Fuß auf den Weg, um den Mann ins Tal zu führen. Noch während des Aufstieges informierte sie die Leitstelle, dass sich ein Bergsteiger im Abstieg vom Mathaisenkar verirrt hatte. Da die Einsatzkräfte direkt in der Nähe waren, konnten sie dem Mann schnell helfen. 

Parallel wurden die Helfer vor Ort (HvO) Grainau und der Landrettungsdienst zur Unterstützung angefordert. In der Loisach zwischen Grießen und Grainau war ein Kayakfahrer gekentert und hatte beim Aufschlag auf einen Felsen unter Wasser eine Kopfverletzung erlitten. Seine Kameraden hatten ihn bereits an Land gebracht, wo er von den Einsatzkräften vor Ort versorgt wurde. Allerdings musste der Patient über einen steilen Waldhang vom Fluss zur Straße transportiert werden. Vier Retter und eine Bergwacht-Notärztin halfen bei der Versorgung und bauten eine Seilsicherung auf, an der der Kayakfahrer in der Gebirgstrage gelagert nach oben gebracht wurde.

Insgesamt waren am Donnerstagabend sieben Einsatzkräfte der Berwacht Grainau, eine Bergwacht-Notärztin der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen, ein Rettungsassistent vom HvO Grainau, die 2-köpfige Rettungswagenbesatzung vom BRK KV Garmisch-Partenkirchen und das Bergrettungsfahrzeug Grainau etwa 4 Stunden lang gefordert. kb

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Herrliches Herbstwetter beim Leonhardiritt in Garmisch-Partenkirchen
Herrliches Herbstwetter beim Leonhardiritt in Garmisch-Partenkirchen
20 Jahre Klimaforschung auf der Zugspitze
20 Jahre Klimaforschung auf der Zugspitze
Familienvater auf A 95 als Raser ausgebremst
Familienvater auf A 95 als Raser ausgebremst
Ehepaar schwer verletzt nach Rauchentwicklung in Mittenwald
Ehepaar schwer verletzt nach Rauchentwicklung in Mittenwald

Kommentare