Ereignisreicher Sonntag mit etlichen Einsätzen

Bergwacht Garmisch-Partenkirchen war gefordert

Hubschrauber nimmt Bergretter auf
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Die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen wurde am Sonntag zu mehreren Einsätzen gerufen.

Region – Das schöne und sehr milde Herbstwetter am letzten Ferienwochenende sorgte für erhöhten Ausflugsverkehr in die Berge. Insbesondere der vergangene Sonntag wurde dann auch für die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen zu einem ereignisreichen Tag. 

Gegen 14.30 Uhr wurde die Bereitschaft zu einem Wanderer mit Kreislaufkollaps im Bereich der Maximilianshöhe gerufen. Gemeinsam mit dem Bergwacht-Notarzt machten sich die Kameraden auf den Weg, um den Mann schnell zu versorgen. Er hatte einen akuten Schlaganfall erlitten. Nach der Primärversorgung wurde der Wanderer rasch in das Klinikum Garmisch-Partenkirchen gebracht.

Nur ca. 30 Minuten später folgte der nächste Alarm. Zwei verstiegene Bergsteiger im Bereich Alpspitze wurden gemeldet. Da die Dämmerung nicht mehr lang auf sich warten ließ, wurde sofort ein Hubschrauber angefordert. In Zusammenarbeit mit der ARA Flugrettung - Station Reutte RK 2 – erfolgte die Rettung aus dem heiklen Gelände. Die zwei Bergsteiger waren im Bereich des Oberkars fälschlicherweise in Richtung einer Seilstütze der Sprengbahn gestiegen und kamen im anspruchsvollen, teils winterlichen Felsgelände nicht mehr vor und zurück. Ein Berg­retter der Garmisch-Partenkirchner Bereitschaft wurde mittels Winde abgesetzt, sicherte den ersten und brachte ihn zu einer Position, von der er aufgewincht werden konnte. Der andere Bergsteiger wurde vom Flugretter des Hubschraubers aus der Wand geborgen.

Im Anschluss an diesen Einsatz machten sich zwei Kameraden der Bereitschaft mit dem Mannschaftsfahrzeug zum Kreuzeck auf, um die Ehefrau eines Verstiegenen und deren zwei Kleinkinder zu holen. Aufgrund der einsetzenden Dunkelheit hatten sie sich den Abstieg nicht mehr zugetraut.

Kurze Zeit später folgte der letzte und fordernste Alarm des vergangenen Sonntags. Die Einsatzmeldung lautete „zwei verstiegene Bergsteiger im Bereich der Dreitorspitze“. Der Alarm wurde von der Leitstelle Tirol weitergereicht. Die zwei jungen Bergsteiger waren beim Abstieg von der Partenkirchner Dreitorspitze von der Route abgekommen und befanden sich zum Zeitpunkt der Alarmierung im Absturzgelände. Da hier ein sicheres Biwak aufgrund des steilen Geländes nicht möglich war, erfolgte die Nachalarmierung mehrerer Einsatzkräfte. Parallel wurde ein Hubschrauber alarmiert. Da die Nacht aber bereits aufzog, konnte ein Hubschrauber mit Winde nicht mehr angefordert worden. Deshalb richtete sich die Einsatzmannschaft, bestehend aus sechs Bergrettern, zur terrestrischen Rettung her. Letztendlich kam erneut der RK2 aus Reutte.

Dieser hätte alle Bergretter in die Nähe des Einsatzgebietes geshuttelt und sie über die Kufe aussteigen lassen. Doch zunächst machten sich zur Lagebeurteilung zwei erfahrene Berg­retter mit dem Hubschrauber RK2 in das Einsatzgebiet auf und suchten bei Dunkelheit nach den beiden jungen Bergsteigern. Diese konnten schließlich im Bereich der Südwand der Partenkirchner Dreitorspitze lokalisiert werden. Nach mehreren telefonischen Kontaktaufnahmen und der Sichtung aus der Luft, konnte sichergestellt werden, dass die zwei Bergsteiger nun einen sicheren Biwakplatz gefunden hatten. Dort waren sie an einem selbstgebauten Stand sicher aufgehoben und gesichert. Ebenso hatten sie genug Kleidung, um die Nacht im Biwak unbeschadet zu überstehen.

Eine Rettung in der Nacht von oben über das steile Schrofengelände wäre aufgrund der Steinschlaggefahr für die Rettungsmannschaft und die Bergsteiger nicht möglich gewesen. Da das Notbiwak nach Anleitung aber eingerichtet werden konnte, wurde die Rettungsaktion für die Nacht unterbrochen. Gegen 6.30 Uhr am Montagmorgen wurde der RK2 wieder angefordert. Bei Anbruch des Tages erfolgte nun die Windenrettung der zwei Bergsteiger durch einen Bergretter der Garmisch-Partenkirchner Bereitschaft und den Hubschrauber ARA Flugrettung - Station Reutte RK 2. Alle Beteiligten konnten sicher und wohlauf ins Tal geflogen werden. (kb)

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