In Bestform – Fritz Dopfer schreibt Geschichte

Fritz Dopfer ist in bestechender Form. Foto: Titus Fischer

Fritz Dopfer vom SC Garmisch ist derzeit in der Form seines Lebens: Bei zwei Riesenslaloms in Nordamerika kam er zweimal unter die ersten sieben und feierte damit die besten Ergebnisse seiner Weltcup-Karriere. Er zeigte damit, dass es die deutschen Alpin-Herren noch können: Beim Riesenslalom von Beaver Creek fuhr er sogar aufs Stockerl und belegte Rang drei.

Schon im ersten Durchgang hatte sich Dopfer in bestechender Form präsentiert. Nur 22 Hundertstel fehlten ihm auf Platz fünf zum Podium. Und der Garmischer ging mutig in den zweiten Durchgang. Vor allem im unteren Drittel der „Birds of Prey“-Piste zeigte der 24Jährige sein Stärken: Mit sehr direkter Linie kurvte er um die Tore und kratzte die drittbeste Zeit des zweiten Durchgangs in den Schnee. Der Österreicher Benjamin Raich, nach dem ersten Lauf Vierter, schied nach einem Fahrfehler aus, der drittplatzierte Norweger Leif Haugen verpatzte den Durchgang - der Podestplatz war Dopfer sicher. „Alles kommt mir entgegen: der Hang, die Kurssetzung, der Schnee hier“ - schon nach dem ersten Durchgang war Dopfer mehr als optimistisch. Nach dem Rennen war er dann fast sprachlos: „Mir fehlen definitiv die Worte. Ich hab es echt super getroffen, auch ein Dank an meinen Servicemann. Ich hab mich in der Vorbereitung gut gefühlt, aber es muss am Tag X alles passen - das war scheinbar der Fall.“ Für den Deutschen Skiverband war es der erste Podestplatz im Riesenslalom seit über 17 Jahren: Am 8. Januar 1994 fuhr Tobias Barnasoi als Dritter im slowenischen Kranjska Gora zuletzt aufs Treppchen. Der letzte Deutsche, der im Riesenslalom überhaupt in die Top 10 fahren konnte, war Markus Eberle im März 2000 als Fünfter im österreichischen Hinterstoder. Gewinnen konnte im Riesenslalom bis heute ohnehin nur ein DSV-Starter: Max Rieger siegte 1973 am Mount St. Anne im kanadischen Quebec. In den Kampf um Platz eins konnte Dopfer nicht eingreifen, zu stark waren Sieger Marcel Hirscher aus Österreich und der Zweitplatzierte Ted Ligety aus den USA. Nach dem ersten Durchgang hatte Riesenslalom-Weltmeister Ligety noch geführt, im zweiten Durchgang drehte Hirscher mit Laufbestzeit noch das Rennen. 16 Hundertstel Vorsprung erarbeitete er sich auf Ligety, Dopfer hatte am Ende 62 Hundertstel Rückstand auf den Sieger. Zwei Tage später bestätigte er seine tolle Leistung. Beim Riesenslalom in Beaver Creek wurde er beim Sieg von Ted Ligety Siebter. Wegen des Schneemangels in Europa war Beaver Creek nach dem offiziellen Weltcup-Wochenende erneut Gastgeber. Der US-amerikanische Wintersport-Ort sprang für Val d'Isère ein, zum vierten Mal in fünf Tagen mussten die Athleten auf der anspruchsvollen „Birds of Prey“-Piste ran. Riesenslalom-Weltmeister Ligety feierte seinen zweiten Saisonsieg und baute seine Führung im Riesenslalom-Weltcup aus. Nach dem ersten Lauf nur Vierter, unterstrich der US-Amerikaner mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang seine herausragenden Qualitäten in dieser Disziplin. Zweiter wurde Marcel Hirscher vor Kjetil Jansrud aus Norwegen. Dopfer lag nach dem ersten Durchgang aussichtsreich mit 51 Hundertstel Rückstand auf Platz sechs, das Podest schien erneut greifbar. Ein kleiner Quersteher im zweiten Durchgang kostete den Schongauer allerdings wertvolle Hundertstel, der 24Jährige wurde Siebter. „Das war wieder eine gute Leistung“, lobte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. „Die letzten 24 Stunden habe ich realisiert, was da passiert ist“, sagte Dopfer. „Ich habe viele SMS bekommen, und viele Leute haben mich angerufen. Das tut wirklich gut“, sagte Dopfer. Seine Bestleistung bis dato war Rang zwölf.

Auch interessant

Meistgelesen

Betreuung ist keine Frage der Uhrzeit
Betreuung ist keine Frage der Uhrzeit
180 Jugendliche aus Landkreis ohne Ausbildungsplatz
180 Jugendliche aus Landkreis ohne Ausbildungsplatz
Veteranen, Trachtler und Musiker feiern bei strahlendem Wetter
Veteranen, Trachtler und Musiker feiern bei strahlendem Wetter
"Summer Splash" mit Radio Fantasy im Allgäu Skyline Park
"Summer Splash" mit Radio Fantasy im Allgäu Skyline Park

Kommentare