Ausflugschaos eindämmen: Kommunalpolitiker trafen sich mit Hubert Aiwanger in Garmisch-Partenkirchen

Besucherlenkung für die Alpenregionen

Besucherlenkung
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Mit einem perfekten Blick auf Garmisch-Partenkirchen diskutierten Bürgermeister und Landräte der betroffenen Regionen mit Minister Hubert Aiwanger die Problematik.

Der „Urlaub dahoam“ gewinnt gerade in diesen Zeiten an Bedeutung. Der Run auf bayerische Destinationen führt allerdings dazu, dass sich Besucherströme von Übernachtungsgästen und Tagestouristen verschieben und weiter konzentrieren. Das stellt beliebte „Hot­spots“ vor große Herausforderungen.

Wirtschafts- und Tourismusminister Hubert Aiwanger hatte sich am Donnerstag mit Kommunalpolitikern der Region getroffen, um Lösungsansätze zu diskutieren. Bürgermeisterin Elisabeth Koch war die Gastgeberin des Treffens, ihr zur Seite gesellten sich Bürgermeister aus der gesamten Region, so war z.B. ihr Amtskollege aus Oberstdorf, Klaus King, nach Garmisch-Partenkirchen gekommen. Auch die Landräte Anton Speer aus Garmisch-Partenkirchen und Josef Niedermaier aus Bad Tölz-Wolfratshausen fanden deutliche Worte. „Situationsbeschreibungen haben wir genug, jetzt brauchen wir Lösungen“, sagte Niedermaier. 

Minister Hubert Aiwanger nimmt den Hilferuf ernst: „Wir wollen die Besucher in vernünftiger Zahl und gelenkt in unseren Alpenregionen begrüßen, denn keiner steht gern im Stau, um dann an einen überfüllten Parkplatz zu kommen und genervt in den Erholungstag zu starten.“ Der Ausflug soll planbarer werden. Er verwies auf den bereits bestehenden Ausflugs-Ticker (www.oberbayern.de), der nächste Schritt soll eine App für Oberbayern sein. 

Bürgermeisterin Elisabeth Koch erklärte, dass die betroffenen Orte und Regionen nur lokal auf den Ansturm reagieren können. An besonders schönen Tagen ist der Tourismusdruck so hoch, dass die Infrastruktur schnell an ihre Grenzen gerät. Rettungswege sind nicht mehr durchlässig, Wiesen und Straßenränder wild zugeparkt. Jeder der Gesprächs­teilnehmer kann haarsträubende Beispiele nennen, ob es nun den Eibsee und das Skistadion in Partenkirchen, ob es Berchtesgaden, Oberstdorf oder Kochel und den Walchensee betrifft. „Gern möchten wir den Verkehrsstrom mit zusätzlichen Parkflächen abfangen, die wir dann auch bewirtschaften werden. Gleichzeitig appellieren wir an das Bewusstsein der Besucher und Ausflügler, unsere Natur zu achten. Und bitte nehmt all eure Sachen wieder mit nach Hause“, fügt Elisabeth Koch angesichts der achtlosen Vermüllung von Wanderwegen und Seeufern an. 

Landrat Anton Speer aus Garmisch-Partenkirchen fordert, den ÖPNV stärker ins Boot zu holen. Neben einer Taktverstärkung von Buslinien (die zum Teil schon umgesetzt wird) sprach er ganz konkret auch der Bahnhalt „Kainzenbad“ an.   tra

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