PETA protestiert gegen Garmisch-Partenkirchner UNESCO-Antrag

Bewerbung zum UNESCO Weltkulturerbe bleibt in der Diskussion

PETA
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Die Tierschutzorganisation PETA fordert, dass die Anbindehaltung aus dem UNESCO-Antrag gestrichen wird.

GAP - Als angekettete „Rinder“ mit Tiermasken sowie in Sräflingsanzügen gekleidet, protestierte am heutigen Mittwoch, „PETA“, die Tierrechtsorganisation, am Richard-Strauss-Platz. Grund für den Protest: Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen will die hiesige Kulturlandschaft als UNESCO-Kulturerbe anerkennen lassen. Die mögliche Bewerbung beinhaltet auch die Kombinationshaltung von Rindern (Anbindehaltung im Winter mit Weidegang im Sommer). Die Tierrechtsorganisation - die vor allem mit provokanten Kampagnen auf sich aufmerksam macht - fordert, diesen Passus aus dem UNESCO-Antrag zu streichen.

Auf den Schildern der Aktivisten sind die Botschaften, „Tierquälerei ist kein Kulturerbe“ und „Anbindehaltung raus aus dem UNESCO-Antrag“ zu lesen. Gründe dafür liegen für Aktionskoordinator Jens Vogt auf der Hand: „Diese mittelalterliche Haltungsform, bei der die Tiere im Stall über Monate am Hals fixiert werden, ist pure Tierquälerei.“ Allein in Bayern werde laut PETA noch etwa ein Drittel aller Rinder zeitweise oder dauerhaft in dieser Art gehalten. Dabei werden die Tiere vor allem in kleinen und mittleren Betrieben während der Wintermonate im Stall fixiert. Diese Art der Haltung sei nicht nur eine seelische Belastung für die Tiere, sondern führe auch zu körperlichen Beeinträchtigungen, sagen die Tierschutz-Aktivisten.

Doch nicht nur die Kombinationshaltung sorgt in der geplanten Bewerbung für das UNESCO-Kulturerbe für Diskussionen. Es gibt weitere Gründe, auf die Skeptiker und Gegner immer wieder hinweisen. So sehen auch Naturschützer die generelle Hereinnahme von Mooren und alpinen Rasen in die Gebietskulisse des Weltkulturerbes kritisch, da sich aus Klima- und Naturschutzgründen z.B. Hochmoorbereiche unbeeinflusst von menschlicher Nutzung entwickeln sollten. Auch wird kritisiert, dass ein nachvollziehbares Leitbild fehlt, was die „kulturlandschaftlichen Qualitäten“ sind und ob diese im Einklang mit bestehenden Vorgaben (FFH-Richtlinie) insbesondere bei Wäldern stehen. Die Befürworter hingegen erhoffen sich eine Stärkung der kleinstrukturierten Landwirtschaft in der Region und bessere Chancen auf staatliche Förderungen.

Am 23. Juli will der Kreistag Garmisch-Partenkirchen final darüber entscheiden, ob es zu einer Bewerbung kommt. Der Kreisausschuss hat bereits eine einmütige Empfehlung dafür abgegeben. Seit 2011 schon wird im Landkreis darüber diskutiert, die wertvolle Kulturlandschaft mit ihren Buckelwiesen, den Almen, dem Murnauer Moos und der Ammergauer Wiesmahd, mit dem Status eines UNESCO Weltkulturerbes auszuzeichnen. 2017 wurde eine Steuerungsgruppe aus Vertretern der Landwirtschaft, der Gemeinden und des Landratsamtes gegründet, die den Bewerbungsprozess begleitet. Das Projekt wurde im Laufe der Jahre immer weiter ausgeweitet und umfasst in der nun vorgeschlagenen Form etwa 22.300 Hektar in fast allen Gemeinden des Landkreises. Mit Eigentümern, Flächenbewirtschaftern und Gemeinden wurde im Abstimmungsprozess immer wieder ausführlich beraten. Wer mehr wissen möchte, findet auf der Hompage des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen den Entwurf der Bewerbung. tra/fzi

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