Bezirksversammlung – Garmisch-Partenkirchen wird Partnerregion des BDS

Das hochkarätige Auditorium stand Rede und Antwort. Foto: Walter Glas

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WALTER GLAS, GAP – Dem BDS (Bund der Selbstständigen im Gewerbeverband Bayern) gehören im Freistaat 20000 Unternehmen und Selbstständige mit rund 350000 Mitarbeitern an. Über 90 Prozent der Mitgliedsunternehmen aus allen Branchen des bayerischen Mittelstands sind im Familienbesitz. Die Mitglieder aus dem westlichen Bereich Oberbayerns trafen sich am letzten Freitag in Garmisch-Partenkirchen zu ihrer Bezirksversammlung. Ortsvorsitzender Florian Möckl konnte dazu neben Bezirksgeschäftsführer Uwe Jennerwein und Bezirksvorsitzenden Johann Reinhold auch den Hauptgeschäftsführer des Verbands, Markus Droth, und Präsident Ingolf Brauner begrüßen, die Marktgemeinde repräsentierte Bürgermeister Thomas Schmid. Reinhold dankte zunächst allen, die zum Gelingen dieser Veranstaltung bereits im Vorfeld beigetragen haben, und freute sich besonders darüber, dass Bürgermeister Schmid in „voller Frische aufgelaufen“ war. Der kam dann der Bitte, es nicht bei ein paar offiziellen Sätzen zu belassen, gerne nach und begann mit der Feststellung: „Eigentlich ist Garmisch Partenkirchen kein Dorf sondern eine Stadt in den Bergen.“ Schmid: „Wir werden auch ohne Olympia weiterkämpfen, unsere Infrastruktur zu verbessern. Mit den Spielen wäre das halt schneller gegangen. Allerdings muss seit der Ski-WM, die uns ein völlig neues Skigebiet brachte, kein Bus an Garmisch-Partenkirchen vorbei mit Skifahrern nach Österreich fahren.“ Breiten Raum, so führte er weiter aus, nimmt bei uns der Bereich Gesundheit ein. Wir haben alles, von der Behandlung des am Kreuzeck erlittenen Knochenbruchs bis zur neuen Hüfte. Wegen fehlender Einrichtungen bleiben allerdings nur zehn Prozent der bei uns Operierten zur Reha im Ort. „Da fließen Einnahmen ab.“ Er sprach über die BZB, die 2002 nur knapp an der Insolvenz vorbeischrammte und die heute wieder millionenschwere Pläne hat. Mit dem Satz „Wenn das Skigebiet funktioniert, funktioniert auch der Ort“ verteidigte er die Investitionen in den Wintersport, zu denen natürlich auch die neue Schanze zählt. Was die Gewerbeflächen anbelangt, musste er dann allerdings ein Defizit einräumen. Präsident Ingolf Brauner stellte zunächst fest: „Garmisch-Partenkirchen ist immer eine Reise wert. Bei Euch ist immer was los – auch ohne Olympische Spiele.“ Herbe Kritik übte er am Bürokratiedruck auf die Unternehmen. Es könne nicht angehen, dass ein Mittelständler 2400 Euro pro Mitarbeiter und Jahr für die Bürokratie aufwenden muss, um sich im Dschungel von 90 000 Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften nicht zu verstricken. Brauner: „Die Anforderungen an die Selbstständigen nehmen immer mehr zu. Was wir jetzt brauchen, ist Vertrauen in die Zukunft“. Er streifte die Rolle der USA, die von ihren eigenen Problemen ablenken, und deren Ratingagenturen mit dem Finger auf Europa zeigen. Zu Griechenland berichtete er von einem kürzlich erfolgten Gespräch mit dem griechischen Botschafter, das seine schlimmsten Befürchtungen bestätigte. „Wir waren enttäuscht und wunderten uns, warum die Politik so anders handelt als die Wirtschaft.“ Brandaktuell für die Mitglieder die Meldung, dass sich der BDS in den nächsten Wochen mit einigen Landesverbänden zusammenschließen wird, um den BDS Deutschland zu gründen, von dem man sich mehr Einfluss auf die Politik erhofft. Und noch eine Überraschung gab es. Garmisch-Partenkirchen wird 2012 Partneregion des BDS. Der Präsident an die Adresse von Bürgermeister Schmid: „Das ist das erste Mal, dass wir so etwas machen.“ Antwort Schmid: „Wir machen das gerne, denn Ihre Mitglieder gehören zu unserer Wunschklientel. Als Modell-Region werden wir dann sicher die ein oder andere Verbandstagung bei uns erleben dürfen.“ Nach dem offiziellen Teil im Olympiahaus besichtigte man die Olympiaschanze. Danach stand ein Vortrag des ehemaligen Olympiastützpunktleiters Heinz Mohr an. Zum Abschluss dieses erlebnisreichen Tages vergaß man für ein paar Stunden Krisen und Herausforderungen und besuchte das Bauerntheater.

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