Reise durch Geschichte und Kultur

Bilder, Skizzen und Fotografien von Prof. Carl Reiser als Beitrag zur Bayerischen Landesausstellung

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Josef Kümmerle ist stolz auf die Ausstellung.

GAP – Das Jubiläum 100 Jahre Freistaat Bayern ist der historische und kulturelle Höhepunkt der Bayerischen Landesausstellung „Wald, Gebirg und Königstraum“ im Kloster Ettal.

Im Rahmen dieser noch bis November laufenden Veranstaltung, sind in den drei kulturhistorischen Museen im Landkreis, Oberammergau, Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen, Ausstellungen zu sehen, in deren Mittelpunkt Werke der sich seit Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelten „Volkskultur“ von einheimischen bzw. auch fremden Malern stehen. Dem Begriff „Mythos Bayern“ können so die landschaftlichen und dörflichen Präsentationen der Maler zugeordnet werden, die im näheren Umfeld der drei Orte ihre künstlerisch-malerische Erfüllung fanden.

Das Werdenfels Museum in Garmisch-Partenkirchen in der historischen Ludwigstraße, bietet dem Besucher auf seinen fünf Ausstellungsetagen eine Reise durch die Geschichte und Kultur des Werdenfelser Landes. Der fast zweijährige Umbau mit einer entsprechenden Vergrößerung des Museums, bietet jetzt im neuen großen Raum viel Platz für eine Retro­spektive des heimischen Malers Prof. Carl Reiser (1877-1950). Museumsleiter Josef Kümmerle kann hier mit „viel Gespür“ 70 Bilder, Skizzen, Kataloge und Fotografien präsentieren, die im Raum geglückt verteilt wurden. Viel ist zu sehen, der „Riessersee“, der „Eibsee“, „Maibaum am Dorfplatz“, „Eckbauer und Zugspitze“, „die Kramerhänge“ oder „die Loisach bei Farchant“, „Winterliche Waxensteine“, aber auch herrlich-farbige Sommerblumen wie die „Pfingst­rosen“ oder auch „Sonnenblumen“ sowie Selbstbildnisse des Künstlers im Atelier oder in Lermos um 1913.

Carl Reiser war der erste Sohn des königlich-bayerischen Posthalters Karl Reiser vom Posthotel Partenkirchen. Er besuchte bis zum Abitur die königliche Realschule in Freising, begann dann eine Ausbildung im Hotelfach in London, die er aber abbrach und 1898 in Paris ein Studium bei der berühmten „Academie Julian“ begann. In München besuchte er die Akademie der Bildenden Künste, um dann in die Malschule des slowenischen spätimpressionistischen Malers Anton Azbe (1862-1905) zu wechseln. Hier lernte er die neue liberale zeitgenössische Kunstströmung kennen mit Naturalismus und Farbtheorien sowie der virtuosen Spachteltechnik. In der 1892 gegründeten Münchner Sezession konnte der junge Künstler als Gast ausstellen und erlebte die Anfänge des Expressionismus. Eine Ausstellung seiner Bilder „Spuren im Schnee“ und „Sternennacht überm Wetterstein“ im Münchner Glaspalast, brachten ihm erste Erfolge.

Weitere folgten mit der Silbermedaille bei der Weltausstellung in Paris (1913) und der Goldmedaille (ein Auftrag vom König von Siam 1914) bei der Internationalen Kunstausstellung München. Im Weltkrieg wurde er Vizewachtmeister im Artillerieregiment, und nach dem Ende des Krieges ging seine künstlerische Laufbahn mit Sitz in München und dann ab 1933 wieder in Partenkirchen als Landschaftsmaler weiter. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges widmete sich Reiser der Neuorganisation des heimischen Künstlerlebens und gründete den „Werdenfelser Künstlerbund“, dem er bis zu seinem überraschenden Tod 1950, als Präsident vorstand.

von Kornelia Wehmeier

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