Biwakschachtel gelandet – Notunterkunft am Jubiläumsgrat bietet bis zu 12 Bergsteigern einen sicheren Schlafplatz

Präzisionsarbeit am Jubiläumsgrat. Foto: DAV / joachimstark.de

In einer spektakulären Aktion wurde am Jubiläumsgrat, dem berühmten Felsgrat zwischen Zug- spitze und Alpspitze vor kurzem eine neue Biwakschachtel installiert, die der Bergschuh-Hersteller Hanwag zu seinem 90. Firmengeburtstag der Alpenvereinssektion München und der ganzen Bergsteigergemeinschaft geschenkt hat.

Die Höllentalgrathütte, unter Bergsteigern liebevoll „Grathütterl“ genannt, ist eine einfache Schutzhütte für Bergsteiger bei Notfällen und Wetter- umschwüngen. Sie steht in der Mitte des sog. Jubiläumsgrats im Wettersteingebirge auf 2684 m Höhe zwischen Mittlerer und Äußerer Höllentalspitze. Bereits 1914 wurde dort die erste Notunterkunft durch die Sektion München des DAV e.V. errichtet und seitdem zweimal erneuert. Ende Juli wurde nun die dringend renovierungsbedürftige Biwakschachtel in Einzelteile zerlegt und ins Tal geflogen, anschließend wurden die Fundamente für den Ersatzbau vorbereitet. Mitte August flog nun ein Schwerlast-Hubschrauber die signalrote neue Biwakschachtel „am Stück“″ – mitsamt Stockbetten, Matratzen und Decken – auf den Grat, und nach wenigen Stunden hatte das Team der Firma Alpiner Tiefbau Florian Dörfler das neue Grathütterl komplett verankert. Die nach den Plänen des Architekturbüros Homann Zehl (München) nach dem neuesten Stand der Technik gebaute Biwakschachtel wurde von der Schlosserei Moser (Saalbach) aus Aluminium geschweißt und von der Zimmerei Hagn aus Bad Kohlgrub eingerichtet. Mit einer Länge von 6 m und 2,50 m Breite wiegt sie knapp über zwei Tonnen. Die unverschlossene Biwakschachtel ist ab sofort für alle Bergsteiger nutzbar und bietet bis zu zwölf Menschen einen sicheren Schlafplatz in Not. Der Bergschuh-Hersteller Hanwag will mit seinem besonderen Geschenk entscheidend zur Sicherheit der Bergsteiger an der Herausforderung Jubiläumsgrat beitragen.

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