Die Zugspitz Region GmbH bemüht sich um Lebensräume für Insekten

Blühflächen mit Konzept im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Blühfläche
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Die Flächen bieten einen Lebensraum für Insekten.

Landkreis – „Hosd koa lust ghabt zum mahn?“ So oder so ähnlich wurde der Fahrer des Mähfahrzeuges des Bauhofs Garmisch-Partenkirchen im letzten Jahr oft angeredet, als er immer mehr Blühinseln auf Rasenflächen stehen ließen. Das erzählen Martin Staltmair, Leiter des Bauhofs und Wolfgang Grotz, Gärtnermeister vom Bauhof Markt Garmisch-Partenkirchen beim Ortstermin am Blühstreifen bei der kleinen Grundschule an der Von-Brug-Straße.

„Dabei steckt dahinter ein Konzept“, erläutert Ingrid Völker, Naturgartenprofi, die im Rahmen eines LEADER-Projektes der Zugspitz Region GmbH Bauhöfe im gesamten Landkreis berät, wie sie naturnahe Flächen als Lebensraum für Insekten anlegen und pflegen können. „Blühstreifen entstehen nicht nur durch eine komplette Neuanlage,“ so Völker, „Wir lassen bewusst viele Flächen, also schöne Stellen, wo von allein viele heimische Blumen wachsen, länger stehen. Das ist weniger aufwendig als Beete komplett neu anzulegen. Diese Bereiche werden dann nur noch zweimal im Jahr gemäht, einmal im Juli und einmal im September.“

An vielen Flächen im Markt kann man diese Art der Bewirtschaftung schon erkennen z.B. entlang des Geologischen Lehrpfads an der Partnach wurde nur ein Meter neben dem Weg gemäht, dahinter sind bunte Blumenwiesen gewachsen. Neuangelegt, wurde eine Insel an der Aspen-Anlage am Rande der St. Martin-Straße, in diesem Jahr stehen dort tolle Margeriteninseln.

Für die neuangelegten Flächen, haben sich einige Mitarbeiter des Bauhofs besonders eingesetzt: Die Gemeindegärtner Frohwalt Roesler und Günther Hensel tüftelten wochenlang an der perfekten, eigens für die Bedingungen in Garmisch-Partenkirchen angepassten Saatmischung. Diese blüht jetzt vor allem auf Verkehrs-Mittelinseln verteilt im ganzen Markt.

Die Saat geht auf: Im ersten Jahr war noch nicht allzu viel zu sehen: „Gerade auf den mageren Flächen wachsen die Pflanzen sehr langsam, da braucht es viel Geduld“, bittet Völker um Verständnis. Heuer sind auch die Bauhofler mit den Ergebnissen sehr zufrieden und auch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung werden immer besser.

Lisa Loth, von der Zugspitz Region GmbH hat sich um die Antragstellung und die Beschaffung der nötigen finanziellen Mittel für die Beratungen gekümmert: „Neben dem positiven Effekten auf die Natur, ist der ökonomische Aspekt wichtig um die Akzeptanz bei den Mitarbeitern zu steigern“. Das kann Martin Staltmair bestätigen: „Man muss nur noch zweimal im Jahr mähen und dann das Heu einsammeln. Das spart Zeit und Geld!“

„Wir wünschen uns, dass der Trend auch auf die Privatgärten überspringt und man auch dort einfach mal ein paar Inseln für Insekten stehen lässt.“ ergänzt Wolfgang Grotz, „Es ist erstaunlich, was alles wächst, wenn man der Natur etwas mehr Zeit lässt.“

Das Projekt „Kommunales ökologisches Grünflächenmanagement” wurde durch das Netzwerk „Blühender Landkreis“ initiiert und durch die Zugspitz Region GmbH wurden LEADER-Mittel beantragt und die Kofinanzierung gestellt. Bauhöfe aus 20 Kommunen des Landkreises werden noch bis Ende des Jahres geschult naturnahes Grün zu planen, anzupflanzen und zu pflegen. kb

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