Eine Wiese sollte bunt und lebendig sein: Samentütchen werden ab sofort kostenfrei abgegeben

Blumeninseln gegen den Insektenschwund

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Der Rückgang der Fluginsekten bedroht die biologische Vielfalt. Das Garmisch-Partenkirchner Aktionsbündnis „Blumeninseln jetzt“, das von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer unterstützt wird, startet mit der kostenfreien Abgabe von Samentütchen eine erste Aktion. Im Bild (v. li.): Thomas Berger (einer der Orstsprecher der Grünen), Marina Wolf-Bühring (Impulsgeberin), Hans-Joachim Fünfstück (Regionalvorsitzender Landesbund für Vogelschutz) und Axel Doering (Kreisvorsitzender Bund Naturschutz). Terminlich verhindert Tessy Lödermann (Tierschutzverein).

GAP – Insekten spielen eine wichtige Rolle in der Natur, zum Beispiel als Bestäuber für eine Vielzahl der Pflanzen und als Nahrung für andere Tiere.

Die aktuellen Entwicklungen jedoch sind besorgniserregend. Forscher haben nachgewiesen, dass die Masse der Flug­insekten in Deutschland seit 1990 um 76 Prozent gesunken ist. Die Imker schlagen Alarm: Bienen finden immer weniger Nahrung – ebenso zahlreiche Vogelarten. „Gegen diesen Insektenschwund müssen wir etwas tun“, sagt Marina Wolf-Bühring. Als engagierte Bürgerin nahm sie mit dem Bund Naturschutz, dem Landesbund für Vogelschutz und dem Tierschutzverein Garmisch-Partenkirchen Kontakt auf. Gemeinsam initiierten die Naturschützer das Aktionsbündnis „Blumeninseln jetzt“ für Garmisch-Partenkirchen. Die Idee ist denkbar einfach, die Umsetzung auch: Blumeninseln anlegen, im eigenen Garten, auf dem Balkon. Jeder kann mithelfen. Das benötigte Samenmaterial wird vom BN und dem LBV gesponsert.

Axel Doering, Kreisvorsitzender des BN, beobachtet den Insektenschwund seit Jahren. „Wer mit offenen Augen durch die Natur geht, hat die Alarmzeichen längst erkannt“, sagt er. Als Hobbyimker liegt ihm das Thema besonders am Herzen. Hans-Joachim Fünfstück, Vorsitzender des LBV in unserer Region, betont: „Der Handlungsbedarf besteht jetzt!“ Denn verschwinden die Insekten und mit ihnen die wichtigen Bestäuber wie Hummel, Biene und Schmetterlinge, verschwindet die Vielfalt von Wild- und Nutzpflanzen. Die Folgen des Insektensterbens gehen über die „Bestäubungskrise“ hinaus, auch Vogelarten bekommen Probleme mit ihrer Nahrung. „Nur Schadinsekten werden nicht verschwinden“, mahnt Axel Doering. Hans-Joachim Fünfstück sieht, dass sich die öffentliche Hand verstärkt bemüht, ihre Flächen in naturnahe Flächen zu verwandeln oder die Mahd an Wanderwegen zeitlich hinauszuschieben. „Das alles hilft. Jetzt wollen wir die Bürger ins Boot holen. Jeder kann sich fragen, wie lebendig ist mein Garten eigentlich? Wie vielfältig die Blumen, die ich habe?“ Die Samentütchen für einen blühenden Garten oder Balkon gibt es ab sofort beim BN (Tel. 08821 78651), beim LBV (08821 73464), bei der Volkshochschule (08821 95900) und im Tierheim (08821 55967) zu den Öffnungszeiten, die gern telefonisch nachgefragt werden können. Helfen Sie mit.

von Ilka Trautmann

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