Ein Bürger und Ehemann – Richard Strauss-Festspiele beleuchten private Seite des Weltkomponisten

Kathrin Zahler (Festivalbüro), Dr. Jürgen May (wiss. Mitarbeiter) und Institutsleiter Dr. Christian Wolf vom Richard Strauss-Institut beim Skat-Spielen: Strauss’ großes Hobby, das den privaten Aspekt der Festspiele betont. Foto: Elisabeth Wäspi

Er war ein Dirigent und Komponist von Weltformat und prägte die Musikgeschichte maßgeblich mit. Die Rede ist von Richard Strauss, dessen Werk auch heute noch besticht durch seine fantastisch ausdrucksvolle Tonsprache. Doch gerät dabei oftmals in Vergessenheit, dass solche genialen Geister auch ein privates Leben führten. Mit einem Programm, das eben auch diese private Seite beleuchtet, will das Richard Strauss-Festival diesen Sommer den wohl berühmtesten Ehrenbürger Garmisch-Partenkirchens dem Publikum als Bürger und Ehemann nahe bringen.

„Strauss war nicht nur ein großartiger Komponist, sondern auch ein Bürger und begeisterter Ehemann, der sich dankbar unter die Fittiche ,seiner Pauline’ begab“, weiß Prof. Dr. h.c. Ks. Brigitte Fassbaender aus den Quellen zu berichten. Neben den vereinnahmenden Verpflichtungen vor allem als Dirigent habe Strauss seine Heimat und die familiäre Geborgenheit in seiner Garmisch-Partenkirchner Villa genossen, erklärt die künstlerische Leiterin der Festspiele. Genau diesem Aspekt wird im diesjährigen Festival vom 4. bis 10. Juni Rechnung getragen. So werden viele Lieder vorgetragen, die auf das innige Verhältnis zu Pauline verweisen. Bevor es zur Hochzeit kam, war die Sängerin Pauline de Ahna nämlich seine Schülerin, für die er viele Lieder schrieb. Programmhöhepunkt wird die Oper „Intermezzo“ sein. Darin vertonte Strauss humorvoll eine Episode aus seinem Eheleben, die sich 1902 tatsächlich so zugetragen hat, wie Institutsleiter Dr. Christian Wolf erzählt: Der Brief einer Dame mit dem koketten Namen „Mieze Mücke“ war eigentlich für Kapellmeister Stransky bestimmt, landete aber fälschlicherweise bei Strauss. Dieser Irrtum wurde ihm zum Verhängnis, denn bevor sich das Missverständnis glücklich aufklärte, drohte ihm Pauline sogar mit Scheidung. Karten für das Festival Anfang Juni gibt es bereits, u.a. beim KREISBOTEN in Garmisch.

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