Jede Meinung zählt und ist willkommen

Bürgerbefragung: Wie soll‘s weitergehen in Garmisch-Partenkirchen?

Michael Gerber
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Seit 1. Juni 2019 verantwortet Michael Gerber als Geschäftsführer die Geschicke der GaPa Tourismus GmbH. Die Umfrage zur Tourismusakzeptanz in der Bevölkerung gehört für ihn zur Tourismusstrategie 2030, die den Weg für die nächsten zehn Jahre weisen soll.
  • vonIlka Trautmann
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Wo sich der Einheimische wohlfühlt, fühlt sich auch der Gast willkommen – diese prägnante Feststellung hat sich der Geschäftsführer der GaPa Tourismus GmbH, Michael Gerber, zu eigen gemacht. „Wir brauchen die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger für die weitere touristische Entwicklung der Marktgemeinde“, stellt Gerber mit Nachdruck fest. Mit einer Befragung will GaPa Tourismus deshalb ausloten, welche Erwartungen die Einwohner*innen an den Tourismus haben. 

Im Kern geht es darum, wie sich Garmisch-Partenkirchen weiterentwickeln soll. Die Ergebnisse der Umfrage, die seit März und noch bis Ende April läuft, werden zugleich der Beginn des Bürgerbeteiligungsverfahrens rund um die „Standortentwicklungsplanung GaPa 2030“ sein. Welche persönlichen Erwartungen haben die Einwohner*innen an den Tourismus? Welche ökologischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen stellen sie fest? Wie sollen sich Übernachtungstourismus / Tagestourismus weiterentwickeln?

Bei den vielfältigen Herausforderungen will man den Ort gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern zukunftsfähig machen. Und darauf zielt die Befragung ab. 2000 Rücksendungen (online und analog) hat GaPa Tourismus bereits erhalten. „Für die Entwicklung eines auf breiter Basis getragenen Tourismus für den Ort und die Bevölkerung ist es von Bedeutung, dass sich möglichst viele an der Befragung beteiligen“, sagt Michael Gerber, der sich bis Ende April weitere Zusendungen erhofft. Jeder Ortsansässige sollte zu diesem Thema eine Haltung haben, für sich, seine Kinder und Kindeskinder. Schließlich geht es um Garmisch-Partenkirchen als Wohn-, Lebens- und Wirtschaftsstandort.

Die Fragen sollten mit Blick auf die Situation der „Vor-Corona-Jahre“ beantwortet werden, um eine Verfälschung der Daten zu vermeiden. So ganz wird wohl keiner den Sommer 2020 mit seinem „Overtourismus“ ausblenden können. Gerber rechnet damit, dass auch der bevorstehende Sommer noch einmal eine Ausnahme bilden wird. Außerdem ist ihm klar, dass die Corona-Pandemie eine Zäsur, eine Zeitenwende darstellt. „Das wird auch einen solch touristischen Ort wie Garmisch-Partenkirchen betreffen. Themen wie Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Generationengerechtigkeit, werden künftig eine größere Rolle spielen. Es wird darum gehen, eine neue Balance im Tourismus zwischen Unternehmen und Gesellschaft, Ressourcen und Erfahrungen, Einheimischen und Touristen zu finden.“ Ortsspezifisch geeignete Antworten auf die dynamischen Entwicklungen des touristischen Marktes zu finden, ist das Ziel. Aktuell arbeitet die GaPa Tourismus GmbH gemeinsam mit Verantwortlichen aus Tourismus, Politik und Verwaltung in Garmisch-Partenkirchen an Lösungen, wie mit einer ganzheitlichen Besucher- und Verkehrslenkung sowie weiteren Angeboten die Nutzungskonflikte zwischen teils hohem Besucheraufkommen, der Sicherung der Qualität der Naturräume und dem Wohlbefinden der Bevölkerung erreicht werden.

Die Befragung – zu der auch ein extra Fragenblock zum Thema Kongresshaus gehört – erfolgt online auf der Homepage www.gapa2030.com. Auf telefonische Anfrage erhalten Interessenten die Print-Version des Fragebogens mit einem frankierten Rückumschlag von der Tourist-Info (Telefon 0 88 21 / 1 80 77 24) oder vom Rathaus (0 88 21 / 91 00) zugesandt. Die ausgefüllten Unterlagen können dann per Post bei GaPa Tourismus eingereicht werden. Die Auswertung, die von einem externen Fachanbieter vorgenommen wird, soll Mitte Mai vorliegen.

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