Jetzt sind die Verbraucher am Zug

Bund Naturschutz fordert mehr Öko-Landbau

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Beim Pressetermin auf der Kuhweide des Milchhofs Zugspitzblick; v.l.: Axel Doering, Vorsitzender BN-Kreisgruppe Garmisch; Richard Mergner, BN-Vorsitzender; Leonhard Zach, Milchhof Zugspitzblick; Martin Huber, Naturland-Vorstand, Christine Wiggers, Schatzmeisterin BN-Kreisgruppe Garmisch-Partenkirchen.

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und das Begleitgesetz sind beschlossen – ein Erfolg, der jetzt von allen gesellschaftlichen Gruppen mit Leben erfüllt werden muss. Der BUND Naturschutz (BN) sieht die Ausweitung des ökologischen Anbaus als wichtige Aufgabe an. Aber nur, wenn auch die Nachfrage der Konsumenten nach Bio-Lebensmitteln steigt, kann langfristig ein Ausbau des ökologischen Landbaus vorangetrieben werden.

Bei dem ganzheitlichen Ansatz der ökologischen Landwirtschaft werden sowohl Pestizide vermieden, die Wasserspeicherfähigkeit der Böden erhöht, Artenvielfalt in der Landschaft gefördert als auch hochwertige Lebensmittel erzeugt. Durch den Konsum von Biolebensmitteln kann jeder Verbraucher einen eigenen Beitrag zur Ausweitung des Ökolandbaus leisten.

 „Ministerpräsident Markus Söder und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber sind mit Worten auf einem guten Weg, doch jetzt müssen Taten folgen, um den ökologischen Landbau in Bayern voranzubringen“, betonte Richard Mergner, der Landesvorsitzende des BUND Naturschutz (BN) bei einem Termin auf dem Bio Regio Betrieb von Leonhard Zach (Milchhof Zugspitzblick) in Ohlstadt. „Der Anteil von Biolebensmitteln aus Bayern in den staatlichen Kantinen sowie in kommunal geführten Krankenhäusern, Schulen und Kindertagesstätten muss drastisch erhöht werden,“ fordert Mergner. Bisher bewegt sich dieser Anteil nach BN-Schätzungen bei weit unter fünf Prozent.

Nach den Vorgaben des Volksbegehrensgesetzes „Rettet die Bienen“ muss der Anteil der Ökolandbaufläche in Bayern bis 2030 auf 30 Prozent steigen. Um dies zu erreichen, muss aber auch der Absatz von Biolebensmitteln massiv unterstützt werden. „Von der Landtagskantine über die Staatskanzlei bis zu den Krankenhäusern sollte schon bis 2025 ein 30-prozentiger Anteil an Biolebensmitteln als Ziel verankert werden“, hofft Mergner. Kritik übt der BN am Beschluss des Klimakabinetts, der zwar den Einsatz von Biolebensmitteln in der staatlichen Verpflegung bejaht, jedoch ohne einen Mindestanteil festzulegen.

Damit sich wirklich etwas ändert, braucht der Öko-Landbau einen größeren Absatzmarkt, es müssen also mehr Bio-Lebensmittel gekauft werden. Bisher wirtschaften nur zehn Prozent der bayerischen Bauernfamilien auf ca. 11 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Bayern ökologisch – nach den Vorgaben der europäischen Biogesetzgebung.  „Die Umstellungsbereitschaft der Milchviehhalter ist gestiegen. Doch die meisten bayerischen Molkereien nehmen zur Zeit nur verzögert neue Betriebe auf“, weiß Leonhard Zach, der seit über 10 Jahren an die Molkerei Andechs liefert. Zwar wachse der Absatz von Biomolkereierzeugnissen kontinuierlich, doch es sollten noch mehr Verbraucherinnen und Verbraucher motiviert werden, Biolebensmittel zu kaufen, wünscht sich Zach. 

Der durchschnittliche Verbrauch an Milchprodukten in Deutschland liegt bei knapp einem Liter täglich. Eine Biokuh gibt so viel Milch, dass ca. 20 Verbraucher*innen davon ihren jährlichen Verbrauch an Biomilch und Biojoghurt, -käse oder –butter decken können. Damit ein Bauernhof, mit fünfzig Kühen umgestellt werden kann, braucht es rechnerisch also 1000 Verbraucherinnen und Verbraucher, die auf Biomilchprodukte umsteigen. Wenn alleine alle 1,8 Millionen Bürger, die in Bayern für das Volksbegehren abgestimmt haben, nur Biomilch kaufen, so kann bestimmt schon einiges verändert werden. Nach der erfolgreichen Gesetzesänderung ist es jetzt am Verbraucher, etwas für den Erhalt der Artenvielfalt beizutragen. kb

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