Bundesministerin Prof. Annette Schavan zeigte sich interessiert

Landrat Harald Kühn, Ministerin Annette Schavan und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. Foto: Ilka Trautmann

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Annette Schavan, besuchte auf ihrer Sommertour ganz verschiedene Stationen in der Republik und dabei u.a. auch Garmisch-Partenkirchen. Begleitet von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt und Landrat Harald Kühn interessierte sich die Ministerin im Werdenfelser Land für die Umweltforschungsstation Schneefernerhaus auf der Zugspitze und das Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Informationen aus erster Hand erhielt Annette Schavan hier vom Chefarzt der Onkologie und Palliativmedizin, Dr. Helmut Lambertz und dem Chefarzt der endogap-Klinik, Dr. Christian Fulghum.

Sie skizzierten die aktuelle Situation und die Weiterentwicklung ihrer Abteilungen. Die Zahl der Tumorerkrankungen steigt an – bereits heute erkrankt jeder Dritte im Laufe seines Lebens an Krebs. Die Herausforderungen an die Medizin steigen ebenso rasant, wie Dr. Lambertz erklärte. Am Klinikum hält man Schritt mit dieser Entwicklung. Bewährt haben sich hier die sog. Tumorkonferenzen, in denen fachübergreifend ausgewählte Fälle besprochen werden, um die bestmögliche Behandlung der Patienten sicherzustellen. Was als kleiner Anfangszirkel begann, findet heute dreimal wöchentlich statt, auch unter Einbeziehung niedergelassener Kollegen. An der Weiterentwicklung zum „Onkologischen Zentrum Oberland“ wird gearbeitet. Dr. Lambertz nutzte die Gunst der Stunde, um die ausufernde Bürokratie zu kritisieren und forderte Studien, die unabhängig von Pharmakonzernen in Auftrag gegeben werden.In lockerer Art stellte dann der neue Chefarzt, Dr. Christian Fulghum, die überaus erfolgreiche endogap-Klinik für Gelenkersatz vor. „Das Leben ist Bewegung. Unsere Patienten werden immer jünger vor der OP und immer älter nach der OP“, fasste der Mediziner zusammen. Dem entsprechend hoch sind die Ansprüche an die Implantate; Garmisch-Partenkirchen hat sich hier auf den Gelenkersatz für Knie und Hüfte spezialisiert. Überrascht war die Ministerin vom hervorragenden Ranking der endogap-Klinik: Garmisch-Partenkirchen behauptet als einziges kommunales Haus einen Platz unter den Top Five. Bei ihrer Informationsreise hat Ministerin Schavan „die Wirksamkeit der Strukturen“ in den Mittelpunkt gestellt, und so fragte sie bei einzelnen Punkten interessiert nach und versprach, entsprechende Anregungen mit nach Berlin zu nehmen. U.a. den Vorschlag von Verwaltungsdirektorin Martina Ricci für eine kombinierte Ausbildungsrichtung „Pflege- und Servicekraft“. Am Klinikum sieht man hier eine wachsende Nachfrage. „Das könnte interessant auch für den Berufstätigen selbst sein“, befand Annette Schavan, die darauf hinwies, dass Berufsbiographien ja selten geradlinig bleiben und immer häufiger wechseln. Landrat Harald Kühn, der die Ministerin auf ihrer Stippvisite begleitete, hob die Wichtigkeit des Gesundheitssektors für den Landkreis hervor. Der Umbruch im Tourismus, der Klimawandel und die demographische Entwicklung der Bevölkerung verlangten nach neuer Ausrichtung. „Wir sehen neben dem Tourismus und der Wirtschaftsförderung für uns das größte Potential im Bereich Gesundheit und Soziales“, sagte Kühn. Neben der akut-medizinischen Versorgung der Bevölkerung sieht der Landrat in den beiden großen Häusern der Region – Unfallklinik Murnau und Klinikum GAP, die ein einzigartiges Kooperationsmodell verbindet – ein starkes strukturpolitisches Standbein. Qualifizierte Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze aber auch die rege Bautätigkeit an beiden Einrichtungen nannte er bedeutende Faktoren für die gesamte Region.

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