Mulis, Technikschau und Erbsensuppe

Die Neugier war groß: 12 455 Besucher kamen zum Tag der Bundeswehr in die Werdenfelser Kaserne

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Einer der Besuchermagneten waren die am Sportplatz stationierten Hubschrauber.

Murnau – Nach vielen Monaten der Vorbereitung öffneten sich am Samstagmorgen um 9 Uhr die Tore der Werdenfelser Kaserne in Murnau zum „Tag der Bundeswehr“. Und das Interesse der Bevölkerung war groß: „Ich bin überwältigt“, sagte Jürgen Eckert, Kommandeur des Informationstechnikbataillons 293, bereits knapp zwei Stunden später.

Rund 800 Mitglieder der Streitkräfte (davon 200 Reservisten) und circa 250 Zivilisten waren in Murnau für einen erfolgreichen Tag im Einsatz und präsentierten die Bundeswehr von ihrer besten Seite. Und die Besucher – von denen am Ende 12 455 gekommen waren – bekamen viel geboten. Auf dem gesamten Areal der Kaserne konnten die verschiedensten Fahrzeuge und Geräte der Streitkräfte – vom Transporter über den Panzer bis zum Hubschrauber, von der Satellitenschüssel über die Enigma-Maschine bis zum Tragesattel für die Mulis – besichtigt werden. Auch historische Fahrzeuge, wie zum Beispiel ein mobiler Tower, der bei Landungen von Flugzeugen auf der Autobahn zum Einsatz kam, wurden präsentiert. An allen Stationen waren stets kompetente Ansprechpartner vor Ort, um die Fragen der interessierten Besucher zu beantworteten.

Natürlich gehörten zum Programm auch Vorführungen, Shows – wie Hundeshow und Militärischer Nahkampf – und der Überflug eines Flugzeugs vom Typ A400M. Wer den Blick zum Himmel hob, konnte die Fallschirmspringer beobachten, die sie aus einem Transportflugzeug absprangen, um dann zielsicher auf dem Sportplatz der Kaserne zu landen. Laut wurde es bei der Fahrzeugshow: Hägglund und Panzer wurden vorgestellt und das gemeinsame Vorgehen bei einem Einsatz demonstriert. Wer, angeregt durch die Fahrzeugshow, vielleicht neugierig war, wie das Gefühl ist, in einem Hägglund mitzufahren, hatte dazu ebenfalls Gelegenheit. Wegen der Warteschlange war lediglich etwas Geduld gefragt. Insgesamt 1 600 Mitfahrten im Hägglund und Mungo verzeichnete die Bundeswehr. Großes Interesse erfreute sich auch die Feldpost: Hier wurden 683 Sendungen angenommen.

Zahlreiche Besucher verfolgten das Übungsszenario bei der Fahrzeugshow.

Für zwei Soldaten des Informationstechnikbataillons 293 wird der Tag der Bundeswehr wohl in besonderer Erinnerung bleiben. Hauptfeldwebel Patrick Cain und Oberfeldwebel Nakia Carvin Kuan wurde das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold verliehen, mit dem seit der Einführung 1980 lediglich 146 Menschen ausgezeichnet wurden. Die beiden Soldaten wurden im Januar Zeugen von mehreren, aufeinanderfolgenden Unfällen auf der Autobahn München/Garmisch-Partenkirchen und zögerten nicht, unter Gefährdung ihres eigenen Lebens den Verunglückten zu helfen. Vorgenommen wurde die Ehrung durch Generalleutnant Ludwig Leinhos, der den Tag der Bundeswehr gemeinsam mit Kommandeur Eckert und Géza Andreas von Geyr, Ministerialdirektor der Abteilung Politik im Bundesministerium der Verteidigung, eröffnet hatte.

Nach der Ehrung gehörte die große Bühne am Truppenübungsplatz dem Gebirgsmusikkorps, das für musikalische Unterhaltung sorgte. Dank des schönen Wetters konnten die Besucher diese, sowie auch die vielen anderen Programmpunkte – Darbietung des Tanzwerks Großweil, Musik der Big Band der Universität der Bundeswehr, Darbietung der Schuhplattler des Trachtenvereins Murnau, Konzert der Blaskapelle Böbing, Interviews sowie Aufmarsch des Trommlerzugs – im Freien sitzend bei einer Erfrischung genießen. Nicht nur die Bundeswehr nutzte den Tag, ihre Arbeit einem großen Publikum nahe zu bringen und Nachwuchs zu gewinnen, sondern auch die Polizei und Rettungskräfte. Sie standen in der sogenannten Blaulichtmeile den Besuchern Rede und Antwort. Darüber hinaus war auch der Polizeihubschrauber am Sportplatz, genau wie die der Bundeswehr, ein Anziehungsmagnet für Alt und Jung.

Fotos zum Tag der Bundeswehr in Murnau

 © Wießmeyer
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Die gesamte Stimmung in der Werdenfelser Kaserne war entspannt und die Besucher bester Laune. Viele Angehöriger der Streitkräfte nutzten die Gelegenheit, den Familien ihren Arbeitsplatz zu zeigen bzw. einen Eindruck von der Arbeit zu vermitteln. „Alles läuft wie erhofft“, sagte Oberstleutnant Max-Joseph Kronenbitter am Samstagmittag. Auch eine Mahnwache vor der Kaserne und in der Murnauer Fußgängerzone durch die Friedens­initiative Bad Tölz-Wolfratshausen sah Kronenbitter gelassen: „Jeder soll seine Meinung äußern können. Damit haben wir kein Problem. Das ist schließlich ein Grundrecht.“ Sein Fazit zum Tag der Bundeswehr in Murnau: „Es war eine runde Geschichte. Die Leute waren zufrieden.“

Murnaus zweite Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens hatte es in einer kurzen Ansprache so formuliert: „Es ist schön, die Bundeswehr mal zum Anfassen zu bekommen.“

von Melanie Wießmeyer

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