Sonderausstellung im Freilichtmuseum Glentleiten zeigt Fotodokumente von Münchner Marktfrauen

Bunte Blumen in der Nachkriegszeit

Münchner Marktfrauen
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Während der Nachkriegszeit wussten sich viele Frauen selbst zu helfen. Ein Beispiel dafür sind die Blumenfrauen vom Viktualienmarkt. Morgens pflückten sie im Münchner Umland Wildblumen, um sie dann in der Stadt zu verkaufen. Hildegard Kaup begleitete sie mit ihrer Kamera. Ihre Fotografien werden in der Sonderausstellung gezeigt.

Glentleiten – Die Sonderausstellung „Die Blumenfrauen vom Viktualienmarkt“ ist seit kurzem im Freilichtmuseum Glentleiten zu sehen. Noch bis Juni kommenden Jahres bietet die sehenswerte Fotoausstellung einen bewegenden Einblick in die Münchner Nachkriegszeit.

Bei den gezeigten Bilder handelt es sich um meisterhaft fotografierte Frauenportraits und ein großartiges Stück Münchner Stadtdokumenta­tion der Jahre 1948 und 1949. Die Schwarzweiß-Aufnahmen sind Leihgaben des LWL-Freilichtmuseums Detmold. Die in Lippstadt geborene und im westfälischen Geseke aufgewachsene Hildegard Kaup (1924 - 2016) trotzte ihrem Vater ein Zugeständnis ab. Als Ergänzung zu einer Fotografenlehre in seinem Atelier durfte sie zum Stu­dium nach München reisen. 1948 war es soweit, die junge Frau kam in München-Schwabing an. Auf dem Ausbildungsplan standen künstlerische Fotografie, moderne Technik und die neuesten Fototrends. Zwei Reportageserien widmete Hildegard Kaup Frauen, die täglich auf dem Münchner Viktualienmarkt ihre selbst gepflückten Wildblumen verkauften. Die Fotografin begleitete die Marktweiber, als diese mit der Bahn hinaus ins Umland fuhren, um ihre bunte Ware auf Wiesen und an Bahndämmen einzusammeln. Der Volkskundler Jan Borgmann vom Freilichtmuseum Glentleiten sagt: „Im Fokus der Bilder sind die Frauen, denen man die Strapazen der Kriegs- und Nachkriegszeit ansieht – die es aber gewohnt sind, ihr tägliches Leben selbst in die Hand zu nehmen.“ Ein Stück Zeitgeschichte: Die Marktweiber sitzen vor dem Hintergrund einer zum großen Teil zerstörten Stadt. Eine andere Fotografie zeigt Frauen und Männer, die vor der alten Freibank um Fleisch anstehen. Der historische Eingang des Hauptbahnhofs. Die menschenleere Ludwigstraße . . . Nach den Jahren in München kehrte Hildegard Kaup mit frischen Ideen nach Hause zurück. Sie legte ihre Meisterprüfung ab und übernahm 1958 das Fotoatelier des Vaters. Die Ausstellung mit ihren Fotografien ist bis zum kommenden Frühjahr täglich von 10 Uhr bis 17 Uhr auf der Glentleiten im Eingangsgebäude des Freilichtmuseums zu sehen.   gb

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