Burgruine Werdenfels und Bauernhaus in Graswang ausgezeichnet

Mit Denkmalpreis gewürdigt

Denkmalpreis
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Im Bild (v.l.): Josef Mederer (Bezirkstagspräsident) verleiht den Preis an den Verein. Den Preis nahm Vereinsvorsitzender Alois Maderspacher entgegen.

Landkreis – Der Bezirk Oberbayern hat am 25. Juni 2021 erstmals seinen neuen Oberbayerischen Denkmalpreis vergeben. In den Landkreis Garmisch-Partenkirchen gingen ein Preis für die Burgruine Werdenfels (Gemeindegebiet Farchant) sowie eine Anerkennung für ein Bauernhaus in Graswang (Gemeinde Ettal).

Auch Ruinen unterliegen dem Verfall, müssen gepflegt und gesichert werden. Dieser Aufgabe hat sich der „Verein zur Sanierung und Erhaltung der Burgruine Werdenfels“ verschrieben, der dafür einen der fünf Preise und ein Preisgeld von 3.000 Euro vom Bezirk Oberbayern erhielt. Die Reste der Burg Werdenfels liegen hoch über dem Loisachtal zwischen Garmisch und Farchant. Das Werdenfelser Land, das von der Burg erst seinen Namen erhielt, befand sich seit dem hohen Mittelalter im Besitz des Hochstifts Freising. Bis 1632 war die Burg Mittelpunkt der gleichnamigen Grafschaft. Ihre exponierte Lage ermöglichte den jeweiligen Inhabern einen guten Überblick über das Tal und seine Handelsstraße „Via Imperii“.

Im Zuge der Säkularisation kamen Burg und Grafschaft an das Königreich Bayern, die Anlage verfiel. Immer wieder mussten seither die Mauern und Zinnen der Ruine gestützt und gesichert werden. Seit 1986 werden die symbolträchtigen Gebäudereste – unterstützt von einer tatkräftigen Bürgerinitiative – schrittweise einer Generalsanierung unterzogen. 2019 musste die nördliche Außenmauer der Burganlage gesichert werden, um Besucherinnen und Besucher nicht zu gefährden. Die Anlage ist heute Wahrzeichen des Werdenfelser Landes und besonders im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel für alle, die in der Region unterwegs sind.

Neben den Preisen hat der Bezirk Oberbayern auch Anerkennungen für neun vorbildlich sanierte Denkmäler vergeben – darunter ein Bauernhaus in Graswang. Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Anwesen ist – wie viele Vollbauernhöfe im Alpenraum – besonders kunstvoll. Mit dickem Mauerwerk, feinen Ausschmückungen an Fenstern, Balkonen wie auch im Inneren des Hauses zeigte die bäuerliche Familie, was sie hatte und konnte. Neben dem Erhalt dieser Bestandteile hatte die Eigentümerin zuletzt die Statik von Dach und Blockwänden dauerhaft sichern müssen. Der Bezirk Oberbayern hat diese Arbeiten als einer der öffentlichen Förderer unterstützt.

Voraussetzung für die Auszeichnung mit dem Oberbayerischen Denkmalpreis ist, dass die Objekte innerhalb der letzten drei Jahre vom Bezirk Oberbayern Mittel für die Denkmalpflege erhalten haben. Weitere Kriterien sind die fachliche Qualität, die Aspekte Nachhaltigkeit und Ökologie sowie die kulturelle Bedeutung der Denkmäler für Oberbayern. Die Auswahl traf eine Jury, der neben Mitgliedern des Bezirkstags von Oberbayern und Bezirksheimatpfleger Dr. Norbert Göttler auch jeweils ein Vertreter des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege sowie des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege angehören. Das Preisgeld beträgt heuer insgesamt 17.000 Euro, maximal können 25.000 Euro vergeben werden. Den Preis verleiht der Bezirk Oberbayern alle zwei Jahre.

Der Bezirk gibt für die Denkmalpflege jährlich rund 2,5 Millionen Euro aus. Bezirkstagspräsident Josef Mederer bei der Preisverleihung: „Wir möchten mit dem Preis das enorme Engagement vieler privater und öffentlicher Eigentümerinnen und Eigentümer von denkmalgeschützten Objekten würdigen und damit ‚neues Leben in alten Mauern‘ fördern.“ kb

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