Caritas bietet Beratung für Familien und Paare im Landkreis Garmisch-Partenkirchen an

»Mir reicht‘s!« Hilfe für Krisen

Mutter und Kind
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Überforderte Eltern und Kinder durch das aktuelle Homeoffice.

Landkreis – Homeoffice, Homeschooling, geschlossene Kitas – sind Herausforderungen, die bewältigt werden müssen. Was tun, wenn die familiäre Stimmung auf dem Nullpunkt ist? Wie reagieren, wenn es in der Partnerschaft kriselt? Wenn das „zu viel“ an Nähe zu Konflikten führt und alle Beteiligten am liebsten schreien möchten: Mir reicht`s!

Die Caritas Familienberatungsstelle berät Familien und Paare bei Fragen zu Partnerschaft, Erziehung, Trennung und Scheidung. Welche Probleme sind es, mit denen sich Familien und Paare aktuell konfrontiert sehen? Neben eigenen Ängsten und Unsicherheiten sind es vor allem auch finanzielle Sorgen, Kurzarbeit und die Ungewissheit, wie es weiter geht, was vielen Paaren zu schaffen macht. Das spüren auch die Kinder und reagieren darauf mit unterschiedlichsten Auffälligkeiten. Hier rät Martina Schillinger, Familientherapeutin und Teamleitung in der Beratungsstelle, zu Verständnis und Begleitung. „Gerade Kinder brauchen in der momentanen Situation verständnisvolle Eltern, die mit Ruhe und Weitsicht für größtmögliche Normalität sorgen. Dass das eine große Herausforderung ist, wissen wir. Deshalb sollten Eltern immer wieder für eigene Verschnaufpausen sorgen und kurz innehalten im Alltagsstress.“ Probleme in Partnerschaft und Familie haben oft auch mit überzogenen Erwartungen und „nicht gesagten“ Irritationen zu tun. Normalerweise erlebt man den Partner oder die Partnerin nicht im Arbeitsalltag. Und auch eine Familie befindet sich nicht ständig vollzählig zu Hause.

Während der Pandemie verlagern sich jedoch Arbeits- und Schulsituationen nach Hause. Viele lernen den Partner oder die Partnerin von einer anderen Seite kennen. Mütter und Väter müssen zudem auch die Rolle von Lehrerinnen und Lehrern übernehmen. Intensive Nähe, sonst nur zeitweilig genossen, wird nun zum Dauererlebnis. Das bringt Konflikte mit sich: Die einen ziehen sich zurück, die anderen sind darüber gekränkt. Kinder sind von den widersprüchlich scheinenden Reaktionen ihrer Eltern überfordert. Die richtige Balance zu finden, ist mitunter schwierig, aber erforderlich. Deshalb ist es für Paare besonders wichtig, „im Austausch zu bleiben und aktiv aufeinander zuzugehen“, rät Schillinger. „Dem anderen mitzuteilen, wie man empfindet oder was einem auffällt.“

Frauen und Männer sollten zudem hin und wieder ihre Elternrolle verlassen und sich als Paar wahrnehmen. Ein strukturierter Alltag hilft hierbei: „Für ein Gespräch während eines gemeinsamen Spaziergangs zum Beispiel kann ruhig auch ein Termin vereinbart werden. Und wenn die Laune kippt? Dann sollte man keine Schuldgefühle haben. Denn auch die eigenen Bedürfnisse sollten ernst genommen werden. Sich kleine persönliche Auszeiten zu nehmen, ohne die Angehörigen zu kränken, findet die Familientherapeutin besonders wichtig: „Vor allem um Eskalationen zu verhindern, ist die Runde um den Block oft ein gutes Mittel. So können die eigenen Gefühle erstmal etwas abklingen und man bekommt wieder einen klareren Kopf. Und dann spricht man in Ruhe wieder miteinander: wie man es sich gemeinsam schön machen kann und was einen ärgert. Geklärt werden sollte, wer für welche Aufgaben zuständig ist und wann man auch mal Zeit für sich braucht.“ Findet ein Paar Zeit für sich und hat jeder zudem seinen ganz individuellen Freiraum, so wirkt sich das positiv auf das Familienleben aus. „Denn jede gute Beziehung braucht von Zeit zu Zeit etwas Abstand um sich dann wieder aufeinander zu freuen“, so Schillinger.

Wer Hilfe und Beratung benötigt zu den Themen Familie, Erziehung und Partnerschaft, erreicht die Familienberatungsstelle der Caritas unter 08821 94348-40 oder auch online unter www.caritas.de/onlineberatung. Die Beratung ist kostenfrei, unbürokratisch und auf Wunsch auch anonym in Garmisch-Partenkirchen, Murnau, Oberammergau und Mittenwald möglich. Weitere Infos zur Beratungsstelle unter: www.familienberatung-gap.de Ask

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