Murnau: Bewährtes Angebot zum Advent – Aufwändiges Sicherheitskonzept

Christkindlmarkt zieht um

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Die „Lebende Krippe“ ist auch am neuen Standort beim Kultur- und Tagungszentrum mit dabei.

Murnau – Eines der Highlights des gesellschaftlichen Lebens in Murnau ist in der Chronik unter dem Jahr 2005 datiert. Damals spendierte die Marktgemeinde eine stattliche Fichte für den Christkindlmarkt auf dem Münchner Marienplatz. Im Gegenzug durften die Murnauer den Glühweinstand im Rathaus-Innenhof betreiben.

Das war ein riesiger Erfolg, erinnert sich Michael Montag von der Feuerwehr Murnau: „20 Vereine schlossen sich zusammen, schenkten Glühwein aus und verkauften Schmalzbrote – die gesamte Adventszeit über. Der Erlös wurde geteilt.“ Diese Vorgeschichte muss man kennen, wenn man auf den Christkindl­markt in der Murnauer Fußgägerzone zu sprechen kommt.

Ins Leben gerufen wurde diese Adventsdult einst vom örtlichen Wirtschaftsförderverein. Auch das war ein Erfolg: die Menschen durchströmten in Massen die Marktstraßen. Bald erstreckten sich die Buden von der Reschkreuzung bis hinab zum Angerbräu. Das war zuviel, der Markt wurde unübersichtlich, und professionelle Marketender mit ihren kommerziellen Angeboten drohten Oberwasser zu bekommen. Weil es gleichzeitig immer wieder Ärger mit Ladenbesitzern in der Fußgängerzone gab, die ihre Schaufenster am Christkindlmarkt-Wochenende zugestellt sahen, fand sich schließlich keiner der Verantwortlichen im Wirtschaftsförderverein mehr, die oft Nerven aufreibende Organisation zu übernehmen.

Glühwein am Gemeinschaftsstand

Jetzt kommen die Vorsitzenden jener Organisationen ins Spiel, die seinerzeit in München dabei waren. Sie gründeten die „Vereinegemeinschaft Christkindlmarkt“. Michael Montag: „Unser Konzept sah eine Verkleinerung des Marktes vor, nur noch vom Christbaum bis hinauf zur Johannisstraße. Glühwein und Gegrilltes gibt es seitdem nur an Gemeinschaftsbuden, dessen Erlös wieder geteilt wird. Wie damals in München.“ Der Murnauer Christkindlmarkt blieb erhalten und entwickelte sich zu einem vorweihnachtlichen Magneten am dritten Adventswochenende. Daran wird sich nichts ändern, versichert Mitorganisator Josef Bierling. Der Termin steht fest: Samstag und Sonntag, 16. und 17. Dezember. Allerdings, so Bierling: „Wir werden heuer mit unseren Ständen umziehen. Von der Fußgängerzone ein paar Meter weiter zum Vorplatz am Kultur- und Tagungszentrum. Der neu gestaltete Platz bietet uns eine große freie Fläche. Daneben können wir die Stände in die Kohlgruberstraße, in den oberen Teil des Burggrabens und ein gutes Stück in die Bahnhofstraße hinein, aufbauen. Das ist der ideale Standort für unseren Christkindlmarkt.“ Eine Verbindung zum Hüttendorf beim Christbaum im Untermarkt ist durch weihnachtliche Illumination und durch zusätzliche Verkaufsbuden in der Postgasse gewährleistet.

An der Dimension wird sich nichts ändern; angemeldet sind 24 Vereine. „Die Vereine und Organisationen verkaufen adventlich-selbstgemachte Produkte. Außerdem werden sie ihre bewährten Köstlichkeiten anbieten – Schupfnudeln, Pfannkuchen, Plätzchen und Stollen“, so Bierling. Dazu gesellen sich 30 Berufshändler. Gegrilltes, Glühwein, Kinderpunsch und Jagerteee gibt es an den zentralen Gemeinschaftsbuden.

Die Vorbereitungen laufen mittlerweile seit einem halben Jahr. Wichtig war die Frage, wie und ab wann die Straßen gesperrt werden können; Michael Montag: „Der Bereich des Christkindlmarktes wird ab Freitagmittag bis Sonntagabend für den Durchgangsverkehr gesperrt sein. Der Burggraben ist während der gesamten Zeit bis zur Tiefgaragenzufahrt befahrbar. Die Bahnhofstraße ist bis zur Abzweigung Griesbräustraße frei.“

Montag nutzt die Gelegenheit, sich bei den Mitarbeitern im Rathaus und im Landratsamt für ihre unkomplizierte Hilfe bei der Planung zu bedanken: „Wichtig für unsere Marktbesucher ist, dass sie die Toiletten im Kultur- und Tagungszentrum nutzen können.“ Ein dickes Dankeschön, so Montag, gilt dem Wirt der „Auszeit“, Ulrich Weisner, der seine Küche zum Glühweinkochen öffnet, und kostenlos die Spülmaschinen zur Reinigung von Teller und Tassen zur Verfügung stellt. „Das erleichtert uns die Logistik enorm“, betont Montag.

Livemusik auf der Bühne

Der Verkauf an den Buden beginnt am Samstag, 16. Dezember, um 10 Uhr. Für 11 Uhr steht die offizielle Eröffnung durch Bürgermeister Rolf Beuting auf der Tagesordnung. Am Samstag ist um 19 Uhr Zapfenstreich. Die Öffnungszeiten für Sonntag, 17. Dezember: 10 bis 18 Uhr. Das Rahmenprogramm stellte Melanie Montag vor, die diesen Part im Organisationsteam von Verena Daisenberger übernahm. Sehenswert wird die Lebende Krippe im Zentrum des Marktes sein; sie steht wieder in der bewährten Obhut des Trachtenvereines. Auf der großen, überdachten Bühne vor dem „alten“ Postamt tummeln sich im Stundentakt: Jugend- und Blasorchester Murnau, Kindergarten St. Nikolaus, Musikgruppen des Trachtenvereines Murnau, der Cantamus Chor, die Jagdhornbläser, der Staffelseechor, der Kindergarten Drachennest, die „Blaulandler“ und die Obersee-Musik. Der genaue Ablauf ist am Schriftband über dem Eingang zum Kultur- und Tagungszentrum abzulesen. Gegen 16 Uhr dreht der Nikolaus seine Runde, dieses Mal wieder in der Pferdekutsche.

Für die Sicherheit

Ein wesentliches Augenmerk wird der Sicherheit gewidmet. Die Zufahrten sind mit großen Betontrögen verstellt. Dort werden zudem Autos mit Fahrer stehen sowie ein Mitarbeiter des Bauamtes mit Gabelstapler. Sie werden bei Bedarf den Weg für die Feuerwehr und den Rettungsdienst rasch frei machen. An beiden Tagen patrouillieren Polizeibeamte in Uniform und in Zivil; Helfer des Bayerischen Roten Kreuz sind als Ansprechpartner unterwegs. Nachts übernehmen Security-Leute den Wachdienst.

von Günter Bitala

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