Viele haben sich testen lassen

Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen: Allgemeinverfügung gilt weiterhin

Abstrich bei junger Frau an der Corona-Teststation in Garmisch-Partenkirchen
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An der Teststation herrschte am Wochenende reger Andrang. Viele haben sich nach dem Corona-Ausbruch freiwillig testen lassen.

GAP - Nach dem Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen haben sich viele Bewohner testen lassen. Die Ergebnisse sind erfreulich. Dennoch: Die 7-Tage Inzidenz im Landkreis liegt weiterhin über dem Grenzwert von 50.

Update 21. September 2020: Allgemeinverfügung für das Gebiet des Marktes Garmisch-Partenkirchen verlängert

Aufgrund vermehrter Neuinfektionen mit Covid-19 war der Landkreis Garmisch-Partenkirchen bereits am 11. September über die kritische Marke von 50 Personen pro 100.000 Einwohner gekommen. Der Schwellenwert von 50 ist auch aktuell immer noch überschritten.  Für das Gebiet des Marktes Garmisch-Partenkirchen gilt deshalb bis zum Ablauf des 22. September weiterhin, dass alle Gaststätten im Gemeindegebiet ihren täglichen Betrieb um 22.00 Uhr beenden müssen. Weiterhin ist der Aufenthalt in Gruppen im öffentlichen Raum nur noch bis zu maximal fünf Personen zulässig. Diese Kontaktbeschränkung gilt analog in allen Gastronomiebetrieben des Marktes Garmisch-Partenkirchen. Als Gastronomiebetriebe gelten erlaubnispflichtige und erlaubnisfreie Gaststätten im Sinne des Gaststättengesetzes. Für Privatveranstaltungen gilt im Gemeindegebiet des Marktes Garmisch-Partenkirchen eine Teilnahmebegrenzung von maximal 50 Personen in geschlossenen Räumen oder bis zu 100 Personen unter freiem Himmel. Durch die Verlängerung der Maßnahmen soll das Infektionsrisiko durch möglicherweise noch unerkannte Infizierte gesenkt werden. 

Update 16. September 2020: Erfreuliche Corona-Testergebnisse im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Die Corona-Lage im Landkreis Garmisch-Partenkirchen entspannt sich im Hinblick auf das möglichen Infektionsgeschehen im Garmisch-Partenkirchner Nachtleben. Nach den drei bereits bekannten positiven Corona-Fällen, die im Zuge der Testaktion vom vergangenen Wochenende (12. und 13. September) festgestellt wurden, ist bei den noch ausstehenden rund 300 Testergebnissen vom vergangenen Montag, 14. September, kein weiterer positiver Fall in diesem Zusammenhang hinzugekommen.

Die vier neuen positiven Corona-Fälle, die der Landkreis heute trotzdem zu vermelden hat, stehen in keinem Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen im Garmisch-Partenkirchner Nachtleben. Im gesamten Landkreis Garmisch-Partenkirchen sind derzeit 56 Personen Corona-positiv. Der 7-Tage-Inzidenzwert liegt aktuell bei 56.

Das Landratsamt ermuntert die Bürgerinnen und Bürger, die zwischen dem 2. und 8. September 2020 im Nachtleben von Garmisch-Partenkirchen unterwegs waren und das Testangebot bisher noch nicht angenommen haben, sich testen zu lassen. Die Teststation auf dem Parkplatz am Alpspitz-Wellenbad in Garmisch-Partenkirchen ist derzeit von 16.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Die Anmeldung für einen Test soll möglichst online über die Internetseite des Landkreises www.lra-gap.de erfolgen.

Update 15. September 2020: Aktuell nur drei positive Testergebnisse vom Wochenende

Wie Landrat Anton Speer soeben bei der Pressekonferenz am Testzentrum bekannt gegeben hat, liegen aktuell nur drei positive Testergebnisse vom Wochenende vor. Ob die 26-jährige US-Amerikanerin tatsächlich die alleinige Infektionsquelle für die insgesamt 28 in diesem Zusammenhang angesteckten Personen war, wird derzeit durch die Staatsanwaltschaft ermittelt. Fest steht, dass die junge Frau gegen eine Quarantäneauflage verstoßen hat.

Landrat Anton Speer hat heute vorerst Entwarnung gegeben: Nur drei von insgesamt 700 Corona-Tests, die am Wochenende vorgenommen wurden, sind positiv.

Am Wochenende hatten über 700 Personen an der Teststation am Olympia Eissportzentrum einen Abstrich machen lassen. Das Ergebnis von weiteren 300 Testungen steht noch aus und wird im Laufe des späten Nachmittags erwartet. Landrat Anton Speer lobt in diesem Zusammenhang die jungen Menschen in Garmisch-Partenkirchen dafür, dass sie sich trotz langer Wartezeiten haben testen lassen und spricht weiterhin den Appell aus: „Testen, testen, testen.“ Sein Dank gilt den Kräften des Bayerischen Roten Kreuzes, des Landratsamtes und Gesundheitsamtes. Auch den Gastronomen und Hoteliers, die alle mitgezogen haben, sprach er seinen Respekt und Dank aus. „Wir sind schnell tätig geworden und werden weiterhin testen. Schnelle Testergebnisse schaffen Vertrauen bei der Bevölkerung und stärken den so wichtigen Tourismus bei uns.“ Die Allgemeinverfügung für den Markt Garmisch-Partenkirchen hat nach wie vor Bestand, das heißt, dass Restaurants und Gaststätten nur bis 22 Uhr geöffnet haben dürfen und weiterhin ein Versammlungsverbot ab fünf Personen im öffentlichen Raum gilt.

Ursprüngliche Meldung vom 14. September 2020

Garmisch-Partenkirchen wurde am Wochenende zu einem Corona-Hot­spot, weil sich eine 26-jährige Amerikanerin offensichtlich hochinfektiös ins Nachtleben gestürzt und womöglich als mutmaßliche „Superspreaderin“ zahlreiche Menschen angesteckt hat. Die Zivilangestellte aus dem Edelweiss Lodge & Resort der US-Streitkräfte hat als Reiserückkehrerin aus Griechenland eindeutig gegen eine Quarantäneverordnung verstoßen. Sie hatte in der Corona-Teststation Garmisch-Partenkirchen einen Abstrich machen lassen und war bis zum Vorliegen des Ergebnisses unter Quarantäne gesetzt worden. Davon unbeeindruckt war die junge Frau, die bereits Symptome wie Halsschmerzen hatte, in der Marktgemeinde unterwegs, um zu ­feiern. An nur einem Tag wurden daraufhin 33 Neuinfektionen (allein 24 unter den Mitarbeitern des Edelweiss Lodge & Resort) gemeldet. In Garmisch-Partenkirchen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aufgrund der mehr als 40 zusammenhängenden Fälle inzwischen bei 55,4.

Krisenstab beim Landratsamt Garmisch-Partenkirchen

Das Landratsamt reagierte noch am Freitagabend mit einer Krisensitzung auf den heftigen Ausbruch und verhängte Beschränkungen für das öffent­liche Leben in der Marktgemeinde. „Wir wollen das Nachtleben, das der Auslöser war, runterfahren“, hieß es. Alle Gaststätten müssen nun um 22 Uhr schließen und es gilt ein Versammlungsverbot ab fünf Personen im öffentlichen Raum.

Personen, die im Nachtleben unterwegs waren, sollten sich testen lassen

Hauptaugenmerk für die Ermittlungsteams liegt unter anderem auf Dienstag, 8. September. An besagtem Abend war die Amerikanerin wohl in mehreren Bars unterwegs. Die Kontaktrückverfolgung erwies sich als schwierig, deshalb wurden alle Personen, die an diesem Abend, aber auch an den Tagen davor, Bars und ähnliches in Garmisch-Partenkirchen besucht hatten, aufgefordert, sich auf freiwilliger Basis testen zu lassen.

Über 700 Abstriche an der Teststation Garmisch-Partenkirchen

Am Wochenende ließen 700 Personen im Testzentrum am Olympia Eissportzentrum Garmisch-Partenkirchen einen Abstrich machen.

An der Teststation in Garmisch-Partenkirchen herrschte am Wochenende ein hoher Andrang – über 700 Ab­striche wurden allein am Samstag und Sonntag vom BRK im Zweischichtsystem vorgenommen. Nun hofft man, dass sich die Positivfälle in Grenzen halten. Falls die Zahl jedoch ansteigt, hält sich das Landratsamt weitere Sanktionsmaßnahmen offen. Das Edelweiss Lodge & Resort ist inzwischen für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt; ­diesen Schritt hat die US Garnison ­Bayern mit Hauptsitz in Grafenwöhr verfügt.

Ministerpräsident Söder fordert Konsequenzen

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat Konsequenzen für die mutmaßliche Verursacherin gefordert. Garmisch-Partenkirchen sei ein „Musterfall für Unvernunft”, hatte er am Montag nach einer Kabinettssitzung in München festgestellt. Der Fall sei ein Beispiel dafür, wie schnell sich Corona-Infektionen verbreiten könnten. „Dieser Leichtsinn muss auch Konsequenzen haben.”  tra

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