Staatliche Unterstützung dringend benötigt

Von Corona-Krise bedroht: Osteopath aus Mittenwald erzählt 

Daumen hoch und Durchhalten: In der Osteophathie-Praxis von Georg und Angela Eggers kümmern sich (dahinter von links) Franziska Krause, Susi Wocher und Christine Zimmermann weiterhin um ihre Patienten.
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Daumen hoch und Durchhalten: In der Osteophathie-Praxis von Georg und Angela Eggers (vorne)  kümmern sich (dahinter von links) Franziska Krause, Susi Wocher und Christine Zimmermann weiterhin um ihre Patienten.

Mittenwald – Wie die Ärzte zählen auch sie zu den systemrelevanten Berufsgruppen: Physiotherapeuten und Osteopathen dürfen momentan nur in akuten Fällen behandeln. Dadurch entsteht ein hoher Verdienstausfall. Vielen Praxen droht die Schließung. 

In der Zeit der Corona-Pandemie müssen alle kämpfen. Besonders betroffen sind auch Physiotherapeuten und Osteopathen. Das bayerische Ministerium hat beschlossen, dass Physiotherapie-Praxen nur zwingend notwendige Therapien an Patienten nach Operationen oder bei akuten Schmerzen durchführen dürfen. Diese Behandlungen sollen Kliniken und Arztpraxen entlasten, in denen erweiterte Hygienemaßnahmen gelten. 

Verdienstausfall von 90 Prozent

So viel zur Theorie. In der Praxis bedeutet das, dass durch die Ausgangssperre und das Kontaktverbot die meisten Patienten daheim bleiben oder die Behandlung absagen, da sie keine dringenden Fälle sind. Diese Erfahrung macht Georg Eggers D. O. (Doctor of Osteopathie) gerade: „Das bedeutet für uns einen Verdienstausfall von 90 Prozent. Die laufenden Kosten bestehen weiter, die Einnahmen brechen aber weg." Das nächste Problem: Die Schutzausrüstung wird knapp. Derzeit sei kein Nachschub in Sicht. „Wenn ich sie nicht bekomme, darf ich meine Therapeuten nicht mehr behandeln lassen. Das Infektionsrisiko ist hier für Patienten und Therapeuten zu hoch. Ich weiß nicht, was ich dann machen soll“, zeigt sich Georg Eggers besorgt. Zwar werden von der Regierung verschiedene Schutzschirme angeboten, doch für Physiotherapeuten und Osteopathen kommen sie nicht in Frage. Georg Eggers will unter keinen Umständen die Praxis schließen: „Ich werde alles versuchen, um die Praxen zu halten. Ich habe diesen Beruf gewählt, um Patienten zu helfen, auch in solch einer schwierigen Situation. Alles andere wäre nicht mit meinem Berufsbild vereinbar." Er hat die Hoffnung, dass die Regierung bald auch Osteopathen und Physiotherapeuten unter einen Schutzschirm setzt, da der Verdienstausfall sonst nicht kompensiert werden kann. 

Systemrelevant aber im Moment ohne staatliche Unterstützung

Da die Mitglieder dieser beiden Berufsgruppen zu einem „systemrelevanten Personenkreis“ gehören, werden sie zumindest im Moment nicht staatlich unterstützt. „Das wird vielen Praxen den Garaus machen."  Georg Eggers wünscht sich eine schnelle Lösung durch die Regierung, um den Verdienstausfall zumindest annähernd abzufangen: „Sonst droht der Kollaps nach der Krise, wenn viele Praxen zusperren müssen. Dann ist die Versorgung der Patienten gefährdet. Will man das wirklich riskieren?" 

Wolfgang Kunz

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