Menschliches während der Coronakrise

Zirkus strandet in Mittenwald – Spender helfen in der Not

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Wegen der Corona-Krise in Not: Bei der Geldübergabe an Zirkuschefin Manuela Brumbach (rechts) hat sich Elias (11 Jahre) mit einem selbst gemalten Bild beim Lions Club bedankt.

Mittenwald – Mit sechs Wohnwagen gestrandet am Bahnhof an der Ladestraße West. Der Artistenzirkus Stefan Brumbach wurde wegen der Corona-Pandemie aus dem Winterlager in Stams/Tirol "heraus beordert", mit elf Personen, darunter fünf Kindern. Die von der Tiroler Landesregierung angeordnete „Umsiedlung“ glich einer Odyssee.

In Mittenwald hat die Marktgemeinde dem Zirkus einen Stellplatz zugewiesen. „Da unsere einzige Zugmaschine defekt ist“, erklärt Zirkuschefin Manuela Brumbach, „haben uns die Tiroler einen Abschleppwagen zur Verfügung gestellt“. Allerdings wurden nur drei Wagen in Mittenwald abgestellt. Die restlichen drei wurden nur noch bis zur Grenze in Scharnitz gebracht. „Wir sind der Gemeinde Mittenwald dankbar, dass sie uns mit Hilfe der Feuerwehr und Polizei zum jetzigen Standort geschleppt hat“, erklärt Brumbach, „wir haben von Bürgermeister Adolf Hornsteiner auch Lebensmittel und Gas für unsere Heizungen zugesichert bekommen." Eine Weiterreise ins „Heimatquartier“ nach Kochel am See ist wegen der Corona-Pandemie derzeit nicht möglich. Verblieben im Lager in Stams sind das Zelt, viele Requisiten und wichtige Gerätschaften wie Waschmaschine und Trockner. 

Unterstützung in der Not: Spender helfen

„Bisher haben unsere Tournee-Einnahmen über den Winter immer zum Leben gereicht“, sagt die Zirkuschefin, „jetzt müssen wir wahrscheinlich Hartz 4 beantragen“. Geplant war im Frühjahr von Stams aus eine Tournee durch Tirol, Südtirol und Italien. „Wir hatten wegen der festen Termine schon Plakate drucken lassen“, so Brumbach, „jetzt bleiben wir durch die Corona-Krise auf rund 1.200 Euro sitzen." Auch Geld für die notwendigen Reparaturen von Zelt, Zugmaschine und Gerätschaften fehlt. Mittlerweile hat der Lions-Club Mittenwald die Zirkusleute mit 1.000 Euro unterstützt. „Wir haben vor Ort die Hilfsbedürftigkeit feststellen können“, erklärt Clubpräsident Walter Ehrlicher, „da war es für uns selbstverständlich, dass wir Soforthilfe leisten“. 

Ehrlichers’s Vorgänger Wolfgang Schwind spendierte weitere 100 Euro für Hygieneartikel und sorgte mit dem Präsidium dafür, dass die Familienmitglieder im Bahnhofsareal eine Duschmöglichkeit bekommen. Zuvor hatte schon Georg Wörnle die „Gestrandeten“ in seinem Fitnessstudio easyfit duschen lassen und eine Bürgerin aus Ohlstadt hatte Geld überwiesen. Nach Ende der Corona-Krise will der Zirkus seine geplante Tournee durch Tirol bis nach Italien fortsetzen. Doch ohne Einnahmen und Spenden können die Gerätschaften nicht repariert und gewartet werden. „Wir wollen unsere Notlage beileibe nicht ausnutzen und der Gemeinde Mittenwald auf der Tasche liegen, aber in unserer angespannten Lage würden wir uns über jede noch so kleine Spende freuen“.
Wolfgang Kunz

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