Kurzarbeit verhindert Entlassungen

Corona-Pandemie hinterlässt Spuren auf dem Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt
+
Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zeigen, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich zu spüren sind.

Region  - Auch am regionalen Arbeitsmarkt sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren. Angesichts der Wucht des wirtschaftlichen Einbruchs hält sich die Verschlechterung der Arbeitsmarktzahlen aber noch in Grenzen, da vor allem das Instrument der Kurzarbeit weiterhin genutzt wird, um Entlassungen zu verhindern.

Im Zuge der Coronakrise hat sich die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Bezirk der Arbeitsagentur Weilheim – wie erwartet – weiter verschlechtert. Der Bestand an Arbeitslosen lag im Mai 2020 deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Die allgemeine Arbeitslosenquote im Agenturbezirk liegt aktuell bei 3,4 Prozent. Die Arbeitslosenquoten in den einzelnen Landkreisen verteilen sich dabei zwischen 3,0% in Weilheim-Schongau, 3,2% in Landsberg, 3,3% in Starnberg, 3,4% in Fürstenfeldbruck und 4,7% in Garmisch-Partenkirchen.

Neben den existenzsichernden Maßnahmen zum Erhalt von Betrieben und Arbeitsplätzen ist man bei der Agentur für Arbeit bestrebt, „auch die angestiegene Arbeitslosigkeit zügig wieder zu verringern und damit ihrer Verfestigung entgegenzuwirken“, wie Oliver Wackenhut, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Weilheim, betont. Der Bestand an Arbeitslosen lag im Mai 2020 jedoch deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Während der Bestand an Arbeitslosen im April 2020 noch um 3.334 Personen oder 39,4 Prozent über dem Vorjahreswert gelegen hatte, wurde im Mai 2020 ein Plus von 4.687 Arbeitslosen, demnach 55,7 Prozent nachgewiesen. Besonders davon betroffen ist der Landkreis Garmisch-Partenkirchen (Gastgewerbe und Hotellerie) mit einem Plus von 96,3 Prozent im Vergleich zum Mai 2019.

Einbruch bei der Nachfrage 

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat gegenüber dem Vorjahresmonat im Mai 2020 auf Basis der gemeldeten Arbeitsstellen einen starken Einbruch erfahren. Der Bestand an Arbeitsstellen verzeichnet - 28,1 % im Vergleich zu Mai 2019, der Zugang im Monat sogar - 58,5 % bezogen auf den gleichen Monat im Vorjahr. Entsprechend stehen weniger Arbeitsstellen zur Vermittlung zur Verfügung. 

Kurzarbeitergeld weiterhin beantragt 

Hinsichtlich der Zahlen zu Anzeigen auf Kurzarbeitergeld müssen aufgrund des „Corona-Effekts“ die Monate März und April zusammen betrachtet werden. Hier ergeben sich 6.568 Betriebe mit insgesamt 62.569 Personen, die über eine Anzeige bei der Agentur für Arbeit Weilheim gemeldet wurden (die Mai-Zahlen können hier nicht addiert werden, da in einigen Wirtschaftsbereichen Kurzarbeit bereits beendet wurde bzw. von einigen Betrieben eine nochmalige Verlängerung angezeigt wurde). Besonders betroffen zeigen sich die Wirtschaftszweige Gastronomie, Einzelhandel (ohne Kfz-Handel) und Gesundheitswesen. Diese starken Auswirkungen des Shutdowns korrelieren auch mit den steigenden Arbeitslosenzahlen in den Landkreisen, die stark von diesen Branchen geprägt sind (z.B. Garmisch-Partenkirchen).

Oliver Wackenhut, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Weilheim, verdeutlicht noch einmal die Bedeutung der umgesetzten Schritte, um den Arbeitsmarkt gegen den Druck der Coronakrise zu stabilisieren. „Bislang greifen die weitreichenden Maßnahmen für Betriebe und Beschäftigte ebenso wirkungsvoll wie die zügige Umorganisation innerhalb der Agentur für Arbeit, um den Auswirkungen der Krise entgegenzuwirken“. Die neuesten Arbeitsmarktzahlen sprechen dafür, dass sich die Instrumente und der Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezahlt machen. Angesichts der Wucht des wirtschaftlichen Einbruchs hält sich die Verschlechterung der Arbeitsmarktzahlen in Grenzen: Im Vergleich zum Vormonat April 2020 kann im Mai sogar wieder ein Rückgang an Arbeitslosen von nahezu 30 % verzeichnet werden. „Momentan gehen wir davon aus, dass sich die Kurzarbeit auch weiterhin stärker ausprägen wird, als die Arbeitslosigkeit. Das ist ein großes Signal unserer Arbeitgeber, zeigt es doch die Bereitschaft der meisten Unternehmer, ihre Arbeitskräfte zu halten“. 

Ausbildung läuft

Hoffnungsvoll stimmt den Geschäftsführer auch, dass kein Einbruch der Ausbildungsbereitschaft zu erkennen ist. So meldet Wackenhut: „Erfreulicherweise wird es wohl keinen in besonderem Maße benachteiligten Corona-Jahrgang in der Ausbildung geben. Unsere Unternehmen wissen, dass trotz der Unsicherheiten die Ausbildung der Nachwuchskräfte weiterlaufen muss. Die Ausbildung von Fachkräften sichert die Zukunftsfähigkeit eines Betriebes“.   tra
Wissen, was dahoam los is: Besuchen Sie uns auch auf Facebook.

Auch interessant

Kommentare