Auswertung aus der Berliner Charité liegt vor

Virus-Variante in Garmisch-Partenkirchen nicht gänzlich unbekannt

Klinikum Garmisch-Partenkirchen
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Das Konsiliarlabor für Coronaviren der Charité hat die vom Klinikum Garmisch-Partenkirchen eingereichten Proben sequenziert und eingeordnet.

Garmisch-Partenkirchen: Das Konsiliarlabor für Coronaviren der Charité hat die vom Klinikum Garmisch-Partenkirchen eingereichten Proben sequenziert und eingeordnet. Es handelt sich um eine bereits zuvor identifizierte Variante. Aufgrund des bislang nur sporadischen Auftretens, lassen sich jedoch Stand heute noch keine Aussagen über die klinische Relevanz treffen.

Die im Klinikum Garmisch-Partenkirchen erkannte Variante des Coronavirus wurde inzwischen durch das Konsiliarlabor für Coronaviren an der Charité sequenziert. In einem Zwischenbericht konnte bereits am vergangenen Wochenende dahingehend Entwarnung gegeben werden, dass es sich nicht um eine der viel zitierten Varianten aus England oder Südafrika handelt. Der Direktor des Instituts für Virologie der Charité, Prof. Christian Drosten, bestätigte dies am 18.01.2021 per Twitter.

Seit heute liegen nun die kompletten Auswertungen vor. Die Proben wurden vollständig sequenziert und die Befunde entsprechend validiert. Aus allen Proben konnte ein komplettes SARS-CoV-2 Genom sequenziert und analysiert werden. Alle drei eingeschickten Sequenzen sind zueinander identisch und lassen sich nach aktuellen Klassifikationen der Line B.1.1.134 zuordnen. Diese Variante wurde zuvor in 102 Patientenproben weltweit festgestellt. Erstmals wurde sie am 28.03.2020 identifiziert; vor dem Nachweis am Klinikum Garmisch-Partenkirchen ist der letzte Nachweis auf den 18.09.2020 datiert.

Aufgrund der geringen Datenlage lässt sich zu der klinischen Relevanz Stand heute keine Aussage treffen. Laut Sequenzierungsbericht aus Berlin gibt es bisher keinen Hinweis auf einen veränderten Phänotyp, d. h. es sind keine Auswirkungen der Mutation auf Eigenschaften des Virus bekannt. Privatdozent Dr. Clemens Stockklausner, Stellvertretender Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Kinder- & Jugendmedizin am Klinikum Garmisch-Partenkirchen, zeigt sich erleichtert, dass es sich um keine gänzlich unbekannte Variante handelt und sich bestätigt, dass davon auszugehen ist, dass die bekannten Maßnahmen zum Schutz vor SARS-CoV-2 greifen. Ebenso ist nach aktuellen Erkenntnissen kein verminderter Schutz durch die bekannten Impfstoffe zu erwarten.

„Wir sind wirklich froh, dass es uns früh gelungen ist, hier im Haus die Abweichungen in der PCR zu entdecken und mit perfekter Unterstützung der Charité nun einordnen zu können. Umso wichtiger für uns, bestmöglich zu wissen, womit wir es zu tun haben. Stand heute sind 53 Patienten und 45 Mitarbeiter im Klinikum Garmisch-Partenkirchen positiv getestet, von der Abweichung in der PCR sind 66 Patienten und Mitarbeiter. Notfälle und medizinisch notwendige Behandlungen werden uneingeschränkt versorgt.“

Im Zuge der jetzt durch das Bundesgesundheitsministerium geförderten und gewünschten Sequenzierungen ist davon auszugehen, dass es den Experten schneller gelingen wird, wichtige Erkenntnisse zusammenzutragen und die Evolution des Virus sowie die Bedeutung seiner zahlreichen Varianten transparenter werden. kb

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