Gefahr als gering eingestuft

Coronavirus: Maßnahmen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

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Die Ausbreitungsgefahr von Krankheiten ist in stationären Einrichtungen erheblich größer. Daher wird dazu geraten, sich bei Verdacht auf Ansteckung mit dem Coronavirus vorerst Zuhause behandeln zu lassen.

Landkreis – So Besorgnis erregend die Neuigkeiten zum Coronavirus klingen mögen, das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sieht nach wie vor nur eine geringe Gefahr der Ausbreitung. Für den Ernstfall ist man dennoch vorbereitet. 

Stand 6. Februar:
Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, wurde ein weiterer Coronavirus-Fall in Bayern bestätigt. Damit gebe es nun insgesamt elf bestätigte Coronavirus-Fälle in Bayern. Es handelt sich um die Frau eines bereits infizierten Webasto-Mitarbeiters. Zwei Kinder des Paares sind ebenfalls positiv getestet worden. Nach den Angaben der Ärzte sind Mutter und Kinder symptomfrei. Auch der gesundheitliche Zustand des Vaters sei stabil. Die Familie befindet sich in Trostberg im Krankenhaus. Die anderen sieben Patienten sind in der München Klinik Schwabing. kb

Stand 3. Februar:
Inzwischen sind 10 Erkrankungen in Deutschland bestätigt worden. Acht Infizierte sind Angestellte der Firma Webasto (Bayern), bei den anderen beiden handelt es sich um Rückkehrer, die am Wochenende mit 122 weiteren Menschen mit einem Bundeswehrflugzeug aus Wuhan zurückgeholt worden sind. Diese werden im Uniklinikum Frankfurt isoliert betreut. Laut Gesundheitskommission in Peking starben erneut 57 Menschen an der Lungenkrankheit, somit stieg die Gesamtzahl auf 361 Tote. Die Zahl der bestätigten Infektionen in China kletterte sprunghaft auf 17.205 Fälle. Der erste Todesfall außerhalb von China ereignete sich auf den Philippinen. kb

Stand 31. Januar:
Ein weiterer Erkrankungsfall ist in Bayern bekannt geworden. Insgesamt fünf Menschen sind in Bayern an dem Coronavirus erkrankt. Bei dem neuen Patienten handelt es sich ebenfalls um einen Mitarbeiter der Firma Webasto. Laut Gesundheitsministerium werden momentan 110 Kontaktpersonen untersucht und stehen in häuslicher Quarantäne. Mittlerweile sind nach Angaben des Robert Koch Instituts außerhalb Chinas 18 weitere Länder betroffen. Weltweit seien bisher 7.921 Fälle gemeldet, darunter 170 Todesfälle, letztere alle in China (Fallzahlen: Stand 30. Januar). kb

Stand 29. Januar:
Drei weitere Menschen sind laut bayerischem Gesundheitsministerium an dem Coronavirus erkrankt. Auch diese Patienten sind Mitarbeiter der Firma Webasto, bei der bereits der erste Betroffene beschäftigt ist. Dieser Mann habe sich während einer Fortbildungsveranstaltung bei einer chinesischen Kollegin angesteckt.
Die Patienten werden in der Klinik München Schwabing medizinisch überwacht. Etwa 40 weitere Kontaktpersonen werden momentan getestet. Webasto schließt nun vorerst seinen Standort in Stockdorf. Unter der Telefonnummer 09131/6808-5101 haben die Behörden eine Info-Hotline für Bürger freigeschaltet. kb

Stand 28. Januar:
Laut Einschätzung des LGL und Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Ausbreitungsgefahr des Coronavirus in Bayern auch nach dem gestern bekannt gewordenen Erkrankungsfall gering. Beim Rettungsdienst, in den Kliniken und Gesundheitsämtern werden dennoch Vorkehrungen getroffen. 

Wie das Bayerische Rote Kreuz (BRK) mitgeteilt hat, habe es bereits am vergangenen Samstag reagiert: Es seien standardisierte Vorgehensweisen festgelegt worden. Allen angestellten und ehrenamtlichen Mitarbeitern lägen diese vor. Sollte sich der Virus wider Erwarten rasant ausbreiten, stehen in Bayern zwölf Schnelleinsatzgruppen bereit. Diese gehören zum Fachdienst CBRN(E) (chemische, biologische, radiologische,nukleare und explosive Stoffe) des BRK und sind auch auf die Evakuierung hoch ansteckender Patienten spezialisiert. 

Vorkehrungen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen
Im Jahr 2003 reagierte das Klinikum Garmisch-Partenkirchen auf die Ausbreitung der Infektionskrankheit SARS und erstellte einen Verfahrenskatalog. Diese Anweisungen dienen auch als Basis für die Vorkehrungen gegen den Coronavirus. Laut Dr. Ludwig Herb, Krankenhaushygieniker am Klinikum, liegt ein Verdachtsfall vor, wenn ein Patient mit Grippe-Symptomen zugleich Kontakt mit einer erkrankten Person hatte oder sich in einem Coronavirus-Gebiet aufgehalten hat. Auf jeder Station des Klinikums gibt es ein bis zwei Isolierzimmer. Sollte die Anzahl der erkrankten Personen steigen, wird ein vom Krankenhausbetrieb räumlich isolierter Infektionsbereich eingerichtet.
Eine besondere Behandlungsmethode gebe es beim Coronavirus nicht. Die Symptome werden wie bei einer Grippe behandelt. Dr. Ludwig Herb rät Patienten, die eine Erkrankung bei sich vermuten, sich Zuhause behandeln zu lassen. "Aus epidemiologischer Sicht ist die Gefahr der Ausbreitung in einem Klinikum erheblich größer."
Wie der Pressesprecher des Landratsamts Stefan Scharf mitteilt, wurden die Allgemeinärzte im Landkreis sensibilisiert und auf die Symptomatik hingewiesen. Erkrankungsfälle müssen dem Gesundheitsamt umgehend gemeldet werden.    moc

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