Bürgermeisterin Elisabeth Koch forderte klare Ansagen

Coronakrise: Hilferuf für die Bergbahnen

Wegen der Corona-Krise ist noch kein Bergbahnbetrieb gestattet. Möglicherweise könnte die Öffnung zusammen mit dem Tourismus am 30. Mai zugelassen werden, klare Ansagen vom Freistaat gibt es aber noch nicht.
+
Wegen der Coronakrise ist noch kein Bergbahnbetrieb gestattet. Heute wurde bekannt gegeben, dass es ab dem 30. Mai wieder losgehen darf.

Region – Wann dürfen die Bergbahnen wieder Gäste befördern? Eine für unsere Region besonders wichtige Frage, hängen Gastronomie und Tourismus doch stark vom Bergerlebnis der Gäste ab. Und viele lassen sich lieber befördern, als zu Fuß zu gehen. Die Einnahmeverluste der Bergbahnen haben aber noch weitreichendere Folgen.

Neueste Meldung (Update 19. Mai 2020, 15 Uhr)

Die Erleichterung ist groß: Der Termin für die Wiedereröffnung von Berg- und Seilbahnen steht inzwischen fest. Mit dem Restart des Tourismus in Bayern dürfen auch die Bergbahnen und Seilbahnen im Freistaat wieder Fahrt aufnehmen. Demnach nimmt die Bayerische Zugspitzbahn am Samstag, 30. Mai, die Seilbahn Zugspitze und die Gletscherbahn in Betrieb. Auch die Zahnradbahn fährt ab diesem Zeitpunkt wieder nach regulärem Fahrplan bis zur Endhaltestelle am Gletscherbahnhof Zugspitzplatt. Ebenso können die beliebte Wankbahn sowie die Alpspitz-, Hochalm- und Kreuz­eckbahn im Wandergebiet Garmisch-Classic am 30. Mai wieder in Betrieb gehen.

Zeitnahes Datum eingefordert 

Elisabeth Koch, 1. Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen, hatte sich mit einem Hilferuf an Ministerpräsidenten Markus Söder und an Staatsminister Dr. Florian Herrmann, den Leiter der Staatskanzlei, gewandt. Sie machte sich für die Branche stark und forderte ein „konkretes, zeitnahes Datum für die Wiedereröffnung“. Immerhin hätten die Bergbahnbetreiber bereits ein tragfähiges Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgelegt, das vom Verkehrsministerium gemeinsam mit Seilbahnfachleuten erarbeitet wurde. 

Brief der Bürgermeisterin 

„Die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG , deren Aufsichtsratsvorsitzende ich seit dem 1. Mai 2020 bin, hat ohne einen Cent staatlicher Unterstützung im Jahre 2017 die neue Seilbahn Zugspitze in Rekordzeit und mit einer Bausumme von 50 Millionen Euro eröffnet. Schwer getroffen wurde das Unternehmen durch das Seilbahnunglück im September 2018. Nur durch den Zusammenhalt der gesamten Belegschaft – immerhin gut 370 Mitarbeiterlnnen – konnte erneut in Rekordzeit vor Weihnachten 2018 die Bahn wiedereröffnet werden. Als Bürgermeisterin und als Aufsichtsratsvorsitzende trage ich große Sorge um den Fortbestand ‚unseres‘ Unternehmens . . . Wir alle sind ,Zugspitze‘ und stolz darauf, seilbahntechnisch ,on top‘ zu sein“, heißt es im Brief der Bürgermeisterin.  

Verlust wichtiger Einnahmen für die Gemeindewerke 

Für die Gemeindewerke stellt die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG (BZB) eine wichtige Einnahmequelle dar. Der Beherrschungsvertrag ermöglicht, mit den Gewinnausschüttungen der BZB die Defizite des Alpspitz-Wellenbads, des Olympia Eissportzentrums und der Gemeindebusse auszugleichen. Ohne diese Einnahmen wäre es den Gemeindewerken nicht möglich, schwarze Zahlen zu schreiben, wie die Jahresbilanz 2018 zeigte. Seit 2007, als der Beherrschungsvertrag geschlossen wurde, waren die Einnahmen der BZB kontinuierlich gestiegen, 2018 auf ein Rekordergebnis von 7,5 Millionen Euro. Während die BZB Gewinne an die Gemeindewerke abführt und eine Einschränkung der Leitungsmacht in Kauf nimmt, tragen die Werke im Gegenzug Risiko und Steuerlast. Das bedeutet für die diesjährigen Einnahmeverluste der BZB theoretisch, dass die Gemeindewerke diese ausgleichen müssen.

Private Bahnen stark betroffen

Auch die Sorge um die Eckbauer- sowie der Graseckbahn, die sich im Besitz der Partenkirchner Bergbahnen GmbH & Co. KG befindet, treibt die Bürgermeisterin um. „Dieses private Unternehmen mit seinen insgesamt 17 Angestellten steht vor dem Ruin“, appelliert sie an Bayerns Ministerpräsidenten. Da seit dem 18. Mai auch die Berg­hütten mit Einschränkungen öffnen dürfen, „entzieht es sich meiner und unserer Kenntnis, warum die Bergbahnen nicht ebenfalls öffnen dürfen. Als Tourismusdestination benötigt Garmisch-Partenkirchen dringend eine touristische Infrastruktur, um auf dem hart umkämpften Tourismus-Markt bestehen zu können.“ tra


Auch interessant

Meistgelesen

Neue Kirchenglocken von St. Anna am Wamberg geweiht
Neue Kirchenglocken von St. Anna am Wamberg geweiht
Richard-Strauss-Festival und BR KulturBühne: Talksendung ab heute online
Richard-Strauss-Festival und BR KulturBühne: Talksendung ab heute online
„Kinderfreundliche Kommune“: Kinder gestalten neuen Spielplatz mit
„Kinderfreundliche Kommune“: Kinder gestalten neuen Spielplatz mit
Wallgauer Trachtler weihen neue Vereinsfahne
Wallgauer Trachtler weihen neue Vereinsfahne

Kommentare