Laura Dahlmeier gewinnt drei Rennen

"Ich bin superhappy"

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Laura Dahlmeier strahlt nach drei Siegen in Folge.

Was für ein Wochenende für Laura Dahlmeier – drei Siege in drei Rennen. Dabei waren die Voraussetzungen alles anders als gut. Denn die Heimreise aus Schweden, wo vor einer Woche gelaufen wurde, war zu einer strapaziösen Angelegenheit geworden. „Ohne Gepäck und ohne Gewehr“, sei sie zurückgekommen, berichtete Dahlmeier. Zum Glück habe sich alles aufgeklärt

Zunächst stand in Pokljuka der Sprint auf dem Programm. Über 7,5 km sprintete die 23-Jährige dank einer starken Schlussrunde zum Erfolg und verwies die ebenfalls fehlerfreien Justine Braisaz (Frankreich/+3,5 Sekunden) und Marte Olsbu (Norwegen/+21,3) auf die Podestplätze. „Ich war ein bisschen ängstlich, da ich noch etwas Muskelkater hatte. Es freut mich aber wahnsinnig, dass es gereicht hat“, sagte Dahlmeier. Die Partenkirchnerin war nach dem zweiten Schießen mit einem Rückstand von rund zehn Sekunden auf Braisaz in die Loipe gegangen, wie entfesselt bewältigte sie danach die hügelige Loipe in Slowenien. Der Lohn war der neunte Weltcup-Sieg ihrer Karriere.

Erfreulich waren auch die Ergebnisse von Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld) und Miriam Gössner (Garmisch). Hildebrand blieb ohne Fehlschuss und belegte den fünften Platz, Gössner lief trotz einer Strafrunde auf den zehnten Rang. Die ehemalige Langläuferin Denise Herrmann (Oberwiesenthal/2), die für die erkrankte Franziska Preuß nominiert worden war, beendete ihr Weltcup-Debüt auf dem beeindruckenden 18. Platz. Maren Hammerschmidt (Winterberg/2) wurde 41. und lag damit vor Vanessa Hinz (Schliersee/2), die den 43. Rang belegte.

Einen Tag später stellte die Partenkirchnerin ihre famose Form auch in der Verfolgung unter Beweis. Trotz zweier Strafrunden war ihr zehnter Weltcup-Sieg nicht gefährdet. Das Gelbe Trikot verleiht Überfliegerin Laura Dahlmeier offenbar unerschöpfliche Kräfte. Nur 24 Stunden nach dem Triumph im Sprint gewann die 23-Jährige in beeindruckender Manier auch die Verfolgung über 10 km - durch den zehnten Sieg ihrer Karriere baute Dahlmeier die Führung im Gesamtweltcup aus. „Ich bin superhappy, dass ich das Rennen noch gedreht habe“, sagte Dahlmeier, die zwischenzeitlich wegen zweier Strafrunden zurückgefallen war. Doch die beste und konstanteste Athletin des bisherigen WM-Winters blieb unbeeindruckt. „Ich wollte cool bleiben und habe mir gedacht: ‚Scheiß da nix, dann feid da nix‘.“ Dahlmeier, die in der vergangenen Saison 91 Prozent ihrer Schüsse ins Ziel gesetzt hatte, begann auch am Samstag gewohnt souverän. Traumwandlerisch sicher traf sie die ersten sechs Scheiben - öffnete dann mit zwei Fehlern den Konkurrentinnen aber die Tür. Mehr als eine halbe Minute betrug nach der zweiten Einlage der Rückstand, doch Dahlmeier reagierte im Stile einer ganz Großen. Nach dem dritten Saisonsieg liegt sie in der Gesamtwertung satte 69 Zähler vor der Finnin Kaisa Mäkäräinen, die auch in der Verfolgung den zweiten Platz belegte. Das Positive aus Dahlmeiers Sicht: Während sie eine Top-Platzierung nach der anderen liefert, schwanken die Konkurentinnen mit ihren Ergebnissen.

Die Deutsche war im Verfolgungsrennen zwar nicht die gesamte Zeit die Gejagte - im Gesamtweltcup könnte das aber Realität werden. Denn eigentlich war der Formaufbau so geplant, dass die Bayerin erst bei der WM in Hochfilzen (9. bis 19. Februar) in Top-Verfassung am Start stehen wird. Für ihre bemerkenswerte Frühform hatte die passionierte Bergsteigerin aber eine simple Erklärung. „Ich bin einfach gut über den Sommer gekommen und gesund geblieben“, sagte Dahlmeier, die in den beiden zurückliegenden Jahren wegen Verletzungen oder Erkältungen immer wieder Rennen hatte auslassen müssen: „Dass es jetzt schon so gut läuft, macht mich optimistisch für den Rest der Saison.“

Und beim dritten Rennen gab es den dritten Sieg: In der Staffel. Damit endete die Durststrecke der Mannschaft nach 21 Monaten ohne Sieg. Zusammen mit Vanessa Hinz (Schliersee), Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld) und Maren Hammerschmidt (Winterberg) siegte die 23-Jährige über 4x6 km trotz neun Nachladern vor Frankreich (3/+10,1 Sekunden) und der Ukraine (3/+37,7). „Das war ein brutal schönes Rennen und hat richtig viel Spaß gemacht. Ich war super gut drauf“, sagte Dahlmeier. Zuletzt hatte eine deutsche Staffel am 13. März 2015 einen Erfolg verbucht.

Dahlmeier war mit einem Rückstand von 14,2 Sekunden in die Loipe gegangen. Dank ihrer starken Verfassung schloss sie aber schnell zur Französin Marin Dorin-Habert auf, es entwickelte sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Duell mit dem besseren Ende für Deutschland. Startläuferin Hinz, die in dieser Woche in Slowenien durchwachsene Leistungen gezeigt hatte, hatte zuvor drei Ersatzpatronen benötigt und verhinderte damit den Gang in die Strafrunde. Der Rückstand beim Wechsel betrug als Fünfte 15,6 Sekunden. Für ihre drei Nachlader hatte sie aber eine einfache Erklärung. „Ich bin bei Staffelrennen immer nervös, weil da immer noch drei andere mit dabei sind.“ Hildebrand hingegen hatte zwei gute Einzelrennen absolviert, dementsprechend zuversichtlich ging sie das Rennen an. Nach ihrer ersten Schießeinlage übernahm die 29-Jährige die Führung, die sie wenig später wegen drei Nachladern aber wieder abgeben musste. 14,7 Sekunden betrug die Hypothek, die Hammerschmidt als Zweite auf ihre Runden mitnahm, allerdings beim ersten Schießen rasch wettmachte. Nur für den letzten der zehn Treffer musste sie zweimal nachladen. Der nächste Weltcup findet ab Donnerstag im tschechischen Nove Mesto statt.

Von Titus Fischer

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