Wann die Impfung für besonders gefährdete Personen beginnen kann, steht noch nicht fest

Das Impfzentrum ist eingerichtet

Hansjörg Wiesböck am Eingang zum Container-Impfzentrum am Alpspitz-Wellenbad in Garmisch-Partenkirchen.
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Hansjörg Wiesböck am Eingang zum Container-Impfzentrum am Alpspitz-Wellenbad in Garmisch-Partenkirchen.

Momentan erfolgen im neu eingerichteten Impfzentrum am Alpspitz-Wellenbad in Garmisch-Partenkirchen die letzten Arbeitsschritte. Die 15 Container – die im Bedarfsfall noch um weitere ergänzt werden können – beherbergen einen Empfangsbereich, Arztzimmer, einen Wartebereich sowie Logistikräume für die Teams, die die Impfungen koordinieren, erfassen und vornehmen werden.

Das bayerische Gesundheitsministerium hatte die Landkreise mit der Organisation und dem Aufbau von Impfzentren bis zum 15. Dezember beauftragt. In Garmisch-Partenkirchen konnte auch dank der eingespielten Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsamt und BRK Kreisverband diese Vorgabe erfüllt werden. Diese Kooperation, die sich bereits im Zusammenhang mit dem Testzentrum bestens bewährt hat, wird für die Impfaktion noch um niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aufgestockt. Aus 40 Hausarztpraxen mit bis zu 4 Ärzten liegt eine entsprechende Bereitschaft vor, wie Dr. Kristina Ott, die Koordinatorin der niedergelassenen Ärzte (KBV) bestätigt. Über die engagierten Hausärzte erfolgt momentan auch die Aufklärung der besonders schutzwürdigen und hochbetagten Menschen. 975 Seniorinnen und Senioren sind es allein in entsprechenden Pflegeeinrichtungen und Seniorenheimen in unserem Landkreis.

„Wann genau es losgeht und wie viele Personen wir impfen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht gesagt werden“, erläutert Landrat Anton Speer. „Das hängt davon ab, wann und wie viele Impfdosen tatsächlich zur Verfügung stehen.“ Wichtig sei zunächst, das Impfzentrum erst einmal in Gang zu bringen. Das unterstreicht auch Hansjörg Wiesböck, der Leiter der Koordinierungsgruppe Corona beim Gesundheits­amt Garmisch-Partenkirchen. Die bewährte Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheitsamt, dem leistungsstarken BRK-Kreisverband mit seinen haupt- und ehrenamtlichen Kräften und mit den niedergelassenen Hausärzten – gegebenenfalls aufgestockt durch Klinikärzte – nannte er den Garant dafür, „dass wir diese riesen Aufgabe meistern werden.“

Die Herausforderung der kommenden Tage und Wochen: Die Struktur aufbauen, Aufklärung betreiben und eine sichere Impfung durchführen. Sobald der Impfstoff verfügbar ist, wird es wohl erst einmal mit mobilen Teams losgehen. Jörg Jovy vom BRK-Kreisverband rechnet zu Beginn mit acht Kräften in zwei Teams. Diese können direkt in den Pflegeeinrichtungen und Seniorenheimen die besonders gefährdeten Personen der höchstpriorisierten Gruppe vor Ort impfen. Im Vorfeld erfolgt in jedem Fall eine umfassende Aufklärung. Die Impfung wird auf freiwilliger Basis durchgeführt. Mit einigen Unwägbarkeiten sehen sich die Betreiber des Impfzentrums zur Zeit konfrontiert. Die noch unbekannte Software, mit der ein erhebliches Dokumentationsprozedere verbunden sein wird und der Zeitfaktor, denn zum Beispiel der Impfstoff von Biontech/Pfizer muss innerhalb von vier Tagen verimpft werden. Mittelfristig ist deshalb auch daran gedacht, eine Ultratiefkühlmöglichkeit im Umkreis zu schaffen. Da auch andere Impfstoffe vor einer Zulassung stehen, bleibt abzuwarten, welche Impfstoffe tatsächlich und wie schnell an die Landkreise ausgeliefert werden.

Unabhängig davon, wann der Startschuss für die Impfungen erfolgen kann, bittet Dr. Karin Kübler vom Gesundheitsamt dringend darum, von Nachfragen oder Anmeldungen abzusehen. Ersteinmal geht es um die besonders schutzwürdigen Menschen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den Corona-Impfplan bekannt gegeben. In der ersten Gruppe (höchste Priorität) befinden sich die über 80-Jährigen, Heimbewohner, sowie alle Personen, die ambulant oder stationär in der Pflege tätig sind. Dazu kommt das Personal aus medizinischen Einrichtungen, das einem erhöhten Risiko ausgesetzt ist. Das betrifft Mitarbeiter auf Intensivstationen, Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung und in den Impfzentren. In der zweiten Gruppen (hohe Priorität) finden sich über 70-Jährige und Personen, bei denen wegen Vorerkrankungen ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion besteht, z.B. Personen mit Trisomie oder Demenzkranke und Menschen mit geistiger Behinderung. Dazu gehören auch alle Personen, die sie in engem Kontakt betreuen. Die Impfaktion allein für diese Personenkreise (die bereits intern erfasst sind bzw. noch erfasst werden) wird schätzungsweise mindestens bis zum Ende des 1. Quartals dauern. tra

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