"Das Stadion war ein Tollhaus" – Rückblick: SC Riessersee holte zehnten und bisher letzten Meistertitel vor 30 Jahren

Am vergangenen Dienstag jährte sich der zehnte und bisher letzte Meister-Titelgewinn des SC Riessersee zum 30. Mal. Nach einem 4:2-Heimsieg vor 9000 Besuchern und einer 1:4-Niederlage in Nordrhein-Westfalen kam es am 22. März 1981 zum Entscheidugsspiel vor 12000 Fans in Garmisch-Partenkrchen.

„Ich habe den dritten Treffer geschossen, das Stadion glich einem Tollhaus“, erzählt Peter Gailer. „Das war der Wahnsinn, wie viele Leute damals im Stadion waren, die sind ganz eng hinter der Plexiglasscheibe gestanden.“ Am Ende siegte der SCR mit 7:4, Dank zweier Empty-net Tore von Anton Hofherr und Ernst Höfner. Letzter bildete mit Franz Reindl ein kongeniales Duo, das es zusammen auf über 200 Skorerpunkte brachte. „Es war als Spieler meine schönste Zeit, wir hatten sehr viele Einheimische im Team und eine unglaubliche Kameradschaft“, blickt Gailer zurück, der wie Ignaz Berndaner, der damalige Kapitän in der Verteidigung spielte. Über die beide einig: „Torhüter Vladimír Dzurilla, er war Weltklasse.“ Der damals 38-Jährige ließ die gegnerischen Stürmer immer wieder verzweifeln. „Wir mussten gar nicht so viele Tore schießen, weil wir ihn hatten“, sagt Gailer und Berndaner erinnert sich: „Wir wussten, dass er auch bei Alleingängen nur ganz schwer zu überwinden war.“ Kurz vor seinem 53. Geburtstag starb der in Bratislava geborene Dzurilla 1995 an den Folgen eines Herzinfarkts. Gailer und Berndaner waren vor 30 Jahren wie noch ein paar andere bei der Bundeswehr angestellt und wurden für Trainingseinheiten und Spiele freigestellt. „Das war super. In diesen Jahren war es der Übergang der Sportart vom Amateursport zum Profitum“, so Gailer. Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor war Trainer Dr. Jáno Starší. Der Tscheche hatte das Team 1979 von Joschi Golonka übernommen. „Er war ein ganz anderer Typ als sein Vorgänger. Starší war ein zurückhaltender Mensch, der uns mit seiner ruhigen, überlegten Art überzeugt und mitgerissen hat“, erinnert sich der damalige Kapitän. „Er war ein super Trainer, der uns auch psychologisch top eingestellt hat“, ergänzt Gaier. Er war seiner Zeit schon damals voraus. Die Riesserseer hatten die Hauptrunde als Tabellenerster abgeschlossen. Doch damit war der Titelgewinn noch nicht fix, denn in dieser Saison 1980/81 wurde erstemals auch in Deutschland, nach nordamerikanischem Vorbild der Titel im Play-off Modus (best-of-three) vergeben. Nach zwei Siegen gegen Füssen wurde auch der Berliner SC nach drei Begegnungen ausgeschalten und der SCR stand im Finale gegen die Düsseldorfer EG, die im Halbfinale Mannheim geschlagen hatten. Hier das Meister-Team : Tor: Vladimir Dzurilla, Max Fink, Verteidigung: Peter Gailer, Joachim Reil, Hans Konstanzer, Ignaz Berndaner, Gerhard Schaaf, Sturm: Franz Reindl, Ernst Höfner, Robert Heinrich, Hubert Müller, Hans Diepold, Douglas Gibson, Fritz Herzog, Hans-Jörg Neuner, Anton Hofherr, Franko de Nobili, Ferdinand Strodl, Bernhard Benz, Martin Erhard  Trainer: Dr. Jáno Starší.

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