Den Dirigenten, Komponisten und Ehrenbürger von Garmisch-Partenkirchen in seiner ganzen Bandbreite ehren

Hermann-Levi-Gedenktage

Hermann Levi
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Hermann Levi (1839 - 1900).
  • Ilka Trautmann
    VonIlka Trautmann
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  • Günter Bitala
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GAP – 2020 jährte sich der Todestag Hermann Levis zum 120. Mal. Es sollte auch in Garmisch-Partenkirchen ein würdiges Gedenkjahr werden, aber Corona machte alle Pläne zunichte. Doch in diesem Jahr kann das Gedenken und auch das Hermann-Levi-Sonderkonzert mit dem Bayerischen Staatsorchester unter der Leitung von Kirill Petrenko stattfinden. Es ist eingebettet in die „Hermann Levi Tage 2021“, die dem grandiosen Dirigenten, Ehrenbürger des Marktes Garmisch-Partenkirchen und Komponisten ein würdiges Andenken setzen (siehe blauer Kosten).

Das Gedenkkonzert am Freitag, 2. Juli, um 18 Uhr, im Festsaal Werdenfels, ist zweifellos ein Höhepunkt. Der ehemalige Münchner Generalmusikdirektors Kirill Petrenko gibt sich die Ehre und begründet sein Engagement: „Hermann Levi hat Wagners Parsifal uraufgeführt, er war mit Johannes Brahms befreundet, und er hat 24 Jahre lang die Münchner Hofoper musikalisch geleitet. Er war zweifellos einer der wesentlichen Dirigenten des 19. Jahrhunderts. Doch der Sohn einer liberalen Rabbinerfamilie musste zeitlebens antisemitische Anfeindungen überwinden; nach seinem Tod wurde sein Andenken vernachlässigt, und die Nationalsozialisten wollten es ganz verschwinden lassen. Mit der lange überfälligen Neugestaltung seiner Grabstätte in Garmisch-Partenkirchen wird nun ein wichtiger Schritt gemacht, Hermann Levi wieder in seiner ganzen Bedeutung zu ehren. Ich bin insbesondere Charlotte Knobloch sehr dankbar, dass sie sich als Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern so beharrlich dafür eingesetzt hat. Das Bayerische Staatsorchester, seine Orchesterakademie und ich möchten durch unser Konzert dazu beitragen, die Erinnerung an diesen großen Künstler neu zu beleben.“

Hermann Levi, am 7. November 1839 als drittes Kind des hessischen Landesrabbiners Benedikt Levi in Gießen geboren, begann seine Ausbildung am Konservatorium in Leipzig: Klavier, Dirigieren und Komponieren. Nach Anstellungen in Saarbrücken, Mannheim, Karlsruhe und Rotterdam holte ihn 1872 König Ludwig II. an das Hof- und Nationaltheater in München. Eine Freundschaft zu Johannes Brahms zerbrach, weil sich Levi für die Werke von Richard Wagner begeisterte – die er mit Leidenschaft interpretierte. Den Höhepunkt seiner künstlerischen Karriere sah Levi – wie er selber sagte – darin, dass ihn Richard Wagner mit der Uraufführung des „Parsival“ in Bayreuth beauftragte. Das rief antisemitische Kritiker auf den Plan. Die Anfeindungen und Schmähungen wuchsen nach dem Tod Wagners für Levi ins Unermessliche.

1896 verließ der Musiker völlig entnervt Bayreuth und München. Er bezog in Partenkirchen das Haus Riedberg und beschäftigte sich hier mit der Übersetzung einiger Textbücher von Opern Wolfgang Amadeus Mozart, und fungierte als Herausgeber von Johann Wolfgang von Goethes „Gesammelte Erzählungen und Märchen“.

In seiner Wahlheimat Partenkirchen engagierte sich Levi für das Gemeinwohl; er förderte beispielsweise den Bau einer Wasserleitung. Dafür wurde Hermann Levi 1898 zum Ehrenbürger ernannt. Er starb am 13. Mai 1900. Im Rahmen der Gedenktage wird auch die neu gestaltete Grabstätte Hermann Levis eingeweiht. tra / gb

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