Permafrost im Inneren von Deutschlands höchstem Gipfel schwindet immer schneller

Der Klimawandel taut die Zugspitze auf

Permafrost und Böden im Bereich der Zugspitze
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Umweltminister Thorsten Glauber (li.) im Gespräch mit Prof. Werner Rühm von der LMU München. Die Studie zu „Permafrost und Böden im Bereich der Zugspitze“ wurde vom Bayerischen Landesamt für Umwelt veröffentlicht.

GAP / Zugspitze – Bereits in 20 Jahren könnte der Perma­frost, der Eiskern, im Inneren der Zugspitze verschwunden sein. Das zeigt die aktuelle Perma­frost-Studie von der Zugspitze. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber zeigt sich alarmiert: „Bayern verliert sein ewiges Eis. Der Klimawandel schreitet mit großen Schritten auch in unseren sensiblen Alpen voran. Der Permafrost ist der Kitt der Berge. Geht der Permafrost verloren, verlieren die Berge zusätzlich an Stabilität. Auch außen schmilzt das Eis. Die Tage der Gletscher in Bayern sind gezählt. Der letzte bayerische Alpengletscher könnte schon in zehn Jahren verschwunden sein.“

Die 22 Meter tief im Berg installierten Temperaturfühler zeigen, dass sich das Gipfelinnere in den vergangenen 10 Jahren um ein halbes Grad von minus 1,14 Grad Celsius auf minus 0,73 °C erwärmte. Setzt sich dieser Trend ungebremst fort, und davon muss ausgegangen werden, könnte die 0 °C-Grenze und damit das Ende des Permafrosts in etwa 20 Jahren erreicht werden.

Die Folgen sind verheerend. Ein Rückgang des Permafrosts macht Hänge weniger stabil, eine Zunahme von Geogefahren wie Steinschlag, Setzungen und Rutschungen wären die Folge. Auf der Zugspitze wird dieser Entwicklung bereits heute mit Sicherheitszuschlägen bei Bauten und einer intensivierten Baugrundüberwachung Rechnung getragen. Die Studie zu „Permafrost und Böden im Bereich der Zugspitze“ wurde vom Bayerischen Landesamt für Umwelt veröffentlicht.

Speziell in der Klimaregion Alpen droht durch den Klimawandel ein überdurchschnittlich hoher Temperaturanstieg. „Unsere Gletscher sind ein Fieberthermometer für den Zustand unseres Klimas. Mit einer klaren Anzeige: Die Temperatur steigt stark an. Im Alpenraum könnte ohne Klimaschutz die Durchschnittstemperatur bis Ende des Jahrhunderts sogar um maximal 5,1°C steigen. Konsequenter Klimaschutz ist deshalb der einzig richtige Weg. Wir setzen in Bayern auf unser neues Klimaschutzgesetz 2.0. Mit dem neuen Klimaschutzgesetz ziehen wir den Rahmen für unser ambitioniertes Ziel, bis 2040 in Bayern klimaneutral zu sein. Mit dem neuen Klimaschutzgesetz, dem begleitenden Maßnahmenpaket und einer jährlichen Klimamilliarde zur Finanzierung sind wir gut aufgestellt“, ist Staatsminister Glauber überzeugt.

Die Entwicklung genau beobachten

In Bayern gibt es nur wenige Permafrost-Gebiete. Umso bedeutender ist die Entwicklung des Permafrostes in der Zugspitze als wichtiger Indikator für den Klimawandel in Bayern. Um die Temperaturen im Inneren des Zugspitzgipfels permanent messen zu können, haben Geologen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt 2007 den Berg von Süd nach Nord durchbohrt und 16 Temperaturfühler im Bohrloch installiert. Seitdem messen diese Sensoren stündlich die Gesteinstemperaturen.

Die Permafrost-Studie ist im Internet verfügbar unter Geologica Bavarica Band 120: Permafrost und Böden im Bereich der Zugspitze. kb

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