Der Verkehr rollt wieder über die frisch sanierte Echelsbacher Brücke

Die Echelsbacher Brücke: Ein herausforderndes Bauprojekt

 Josef Maier
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Bejubelt und angefeuert von den Festgästen brauste Josef Maier mit seiner Vicky über die gerade eröffnete Brücke. Inzwischen laufen die ersten Rückbauarbeiten an der Behelfsbrücke. Ab Februar soll an dieser dann der Abbau beginnen.
  • Ursula Gallmetzer
    VonUrsula Gallmetzer
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Bad Bayersoien /Rottenbuch – Es ist vollbracht: Nach viereinhalb Jahren Bauzeit läuft der Verkehr wieder über die frisch sanierte Echelsbacher Brücke. Am 28. November wurde die Freigabe im kleinen Rahmen vor Ort gefeiert. Das eigentlich geplante Bürgerfest wurde abgesagt, dennoch kamen etwa 40 geladene Gäste unter streng kontrollierten 2G zusammen. Auch außerhalb des mit Bauzäunen abgesperrten Bereichs sammelten sich knapp 20 neugierige Besucher. Einer von ihnen Josef Maier. In Lederhose stand der Bayersoier in den Startlöchern, um mit seiner Vicky, einem Kult-Moped von 1953, als Erster die Brücke zu befahren.

Zunächst aber waren die Festredner an der Reihe. Den Beginn machte Stefan Scheckinger. Der Leiter des Staatlichen Bauamts Weilheim hob die Relevanz des Bauwerks hervor. „Die Brücke verbindet die Menschen, die in zwei Landkreisen wohnen.“ Er dankte allen Beteiligten, dass alles „planungsgerecht, kostengerecht und unfallfrei“ abgelaufen sei und blickte zufrieden auf „das Stück Ingenieurskunst“.

Alexander Dobrindt, der 2017 noch als Bundesverkehrsminister beim Spatenstich dabei war, sprach von einem „monumentalen Bauwerk“, das als die „Golden Gate Bridge des Oberlandes“ gesehen werden könne. Es sei alles andere als selbstverständlich, dass bei derartigen Sanierungen die Grundsubstanz erhalten bleibt. Umso mehr sei der Erhalt der alten Brückenkonstruktion etwas ganz Besonderes. Die rund 36 Millionen Euro, die insgesamt nötig waren, sah Dobrindt gut investiert: „Die Brücke ist ein Wahrzeichen; ein Symbol für unsere Region.“

„Es ist ein erhabenes und stolzerfülltes Gefühl, hier zu stehen und die Brücke ihrer Bestimmung zu übergeben“, zeigte sich Christoph Prause, Abteilungsleiter Brücken- und Ingenieurbau am Staatlichen Bauamt Weilheim, sehr zufrieden. Seit der Planungsphase sei die Baustelle immer eine Herausforderung gewesen. Zunächst, als der Verkehr durch die Behelfsbrücke aufrechterhalten werden musste. Dann im Winter 2018/2019, als die Arbeiter aufgrund der Schneemassen zu einem achtwöchigen Baustillstand gezwungen waren. Auch Corona hatte einiges durcheinandergewürfelt. Denn plötzlich konnten Arbeiter aus Österreich oder Polen nicht mehr einfach nach Deutschland einreisen. Die Lieferketten für die Baumaterialien waren ebenfalls von Einschränkungen durch die Pandemie betroffen. „Es war kein einfaches und kurzfristiges Projekt“, sagte Prause. 65 Baubegehungen – etwa alle zwei Wochen eine – seien es gewesen, bei denen jedes kleinste Detail genau besprochen worden sei. Es sei ein regionales Bauprojekt mit überregionaler Bedeutung gewesen, an dem die Bevölkerung regen Anteil zeigte. Zahlreiche Gruppen, Schulklassen und 3900 weitere Personen nahmen an den angebotenen Baustellenführungen teil. Einer von ihnen war Josef Achmüller, der als Ehrengast zur Feier geladen war. Als fünfjähriger Bub erlebte er die Eröffnung der Brücke hautnah und erinnert sich noch gut daran: „Ich durfte auf dem Festwagen mitfahren“, denkt der 96-Jährige stolz an dieses einmalige Ereignis zurück. Später arbeitete der Wildsteiger als Angestellter einer Straßenbaufirma mit, wenn an der Brücke ausgebessert wurde. „Das letzte Mal ist bestimmt 40 Jahre her.“ Dennoch hatte er auch bei der aktuellen Sanierung stets ein Auge auf die Echelsbacher Brücke. ug

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